Freitag, 18. Juli 2008

Australien: Roadtrip Clearview to Airlie Beach und Whitsunday Inseln

Von Clearview haben wir uns früh morgens auf den Weg Richtung Airlie Beach gemacht, die Durchgangsstadt zu den Whitsunday Inseln. Im Prinzip wollten wir noch einen Besuch im Eugnella Nationalpark ablegen, welcher 80km westlich von Mackay liegt. Leider war das Wetter auch am heutigen Tage absolut nicht zu unsern Gunsten und vermieste unsere Laune auf den Nationalpark. Der Nationalpark ist u.a. dafür bekannt, "Platypusse" observieren zu können wie auch viele Vogelarten. Da wir uns für einen Platypus interessierten, war es der Hauptgrund, wieso der Nationalpark uns ins Auge stiess.

Jedoch 80 km an einen Ort zu gelangen, wo es kalt ist und regnet, war es uns nicht wert und wir machten uns sodann definitiv Richtung Airlie Beach, wo wir auf ein bisschen Sonne hofften.

Bei Mackay haben wir uns nur noch einige Infos bezüglich der Whitsundays Inseln eingeholt, aber haben uns dann schnell dazu entschieden, nochmals bei Ankunft am Airlie Beach zu fragen. Die Leute waren nicht so informiert über die Angebote und gaben uns etwas widersprüchliche und unmögliche Antworten auf unsere Fragen.

Airlie Beach kann man nicht verfehlen. Bereits 20 km vor Erreichen des Städtchens wird man auf der Autostrasse mit zig Plakaten für Whitsunday konfrontiert. Die Stadt ist bestes Beispiel für eine absolute Touristenstadt und auf der einen Hauptstrasse finden sich ausschliesslich Reiseagenturen, die um die Touristen buhlen.

Die Whitsundays bestehen aus 74 Inseln und sind vom Great Barrier Reef geschützt, welches mit 2000 km Länge das grösste Riff der Welt ist. Jährlich besuchen 800'000 Touristen die Whitsundays und somit ist es wohl eine der Hauptdestinationen eines Australien Bereisenden. Egal ob man auf Budget oder Luxus aus ist; es gibt für jedes Portemonnaie eine Option. Die Wahl einer entsprechenden Tour ist nicht einfach. Die Whitsundays Inseln sind nämlich nur mit dem Boot oder mit dem Flugzeug erreichbar. An Bootstouren gibt es ungemein viel Auswahl. Zuerst entscheidet man sich, wie lange man auf den Inseln bleiben möchte und dann entscheidet man sich für eine entsprechende Tour. Je nach Wunsch und Ziel kann man zwischen einer Eintagestour, Mehrtagestouren (mit Schwerpunkten Sailing, Fishing, Diving, Fun) oder einem Helikopterflug über die Inseln entscheiden. Bei einer Eintagestour muss man zwischen AU $ 100 – 130 rechnen (je nach Grösse und Fahrt). Eine Mehrtagestour schlägt einem mit ca. AU $ 350 – 600 zu Buche. Der Helikopterflug, ein absolutes Highlight kostet je nach Dauer zwischen  AU $ 200-700 / Person. Schlussendlich bieten die meisten Touren dasselbe Programm an: Whitehaven Beach und an einem der Reefs schnorcheln oder tauchen. Auch ist es möglich ein eigenes Boot zu mieten  (Harbour Side Boat Hire, Tel: 07 4946 9330; Angebote auch für diejenigen, die keine Bootslizenz besitzen).

Wir kamen also in Airlie Beach an und versuchten uns einen Campervan Park auszusuchen. Wir hatten eine Liste der möglichen Anwärter und fuhren einfach der Hauptstrasse entlang, bis wir einige davon fanden und fragten dann einfach nach, wie viel denn die Übernachtung kosten würde und eventuell das Parkieren des Autos, im Falle einer mehrtägigen Tour. Der 4.5 Stern Camperpark verlangte satte AUD $39.00 pro Nacht für eine "powered site". Wir trauten unserem Gehör nicht recht. 39, um unseren Landcruiser zu parkieren, in welchem wir auf 2.5 Quadratmeter schlafen? Wir fuhren weiter, aber es muss hier natürlich erwähnt werden, dass nur schon der Eingang und Empfang des Campervan Parks wohl zum Edelsten zählen muss, was ich je gesehen hatte für so ein Etablissement. Danach fuhren wir in den SeaBreeze Park, welcher von einer Deutschen geführt wird, die ihn jedoch in einem Monat verkaufen wird und sich dann der Malerei widmen möchte. Sie lebt schon seit 28 Jahren in Australien, besitzt aber immer noch den typischen deutschen Akzent, den die Deutschen wohl nie wegkriegen, wenn sie Englisch sprechen. Auf all' meinen Reisen habe ich bis jetzt erst zwei deutschstämmige Damen getroffen, die absolut perfekt und akzentfrei Englisch sprechen können. Bei den meisten Deutschen oder auch Schweizer Touristen hört man ihre Herkunft schon beim ersten Satz oder wenn sie versuchen "hi!" oder "hello!" zu sagen. Anyway, ich bin wieder einmal abgeschweift: Hier beim Seabreeze Park kriegten wir eine Offerte für AUD $28.00, entschieden uns aber, dennoch weiter zu suchen. Die Suche, um es kurz zu halten, war sinnlos. Alle anderen verlangten über 30 Dollar und so entschieden wir uns zurück zu fahren zum Campervan Park Seabreeze. Wir checkten ein, bauten uns ein Vorzelt auf und machten es uns bequem in unseren Stühlen, gerade rechtzeitig als es zu regnen begann. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnten, war, dass es für die nächsten 24 Stunden nicht mehr aufhören würde zu regnen. Wir haben noch reichlich Hilfe gekriegt von einem sehr netten Mann aus Victoria, der gerade auf Durchreise war und Jobsuche.

Es regnete dann die ganze Nacht durch und am Morgen regnete es immer noch. Wir entschieden uns, obwohl es uns wirklich nicht mehr wohl war auf dem Campingplatz, eine Nacht länger zu bleiben und die Tour am darauf folgenden Morgen zu buchen. Wir wollten eigentlich schon verschwinden, ohne die Whitsunday Inseln zu besuchen, denn der Touristenstrom und das Wetter waren einfach zu übel. Sebnem hat dann viel gelesen und ich habe die Zeit mit Berichteschreiben zugebracht. Fast alle Neuseelandberichte sind jetzt endlich geschrieben und müssen nur noch hoch geladen werden. Am Nachmittag fuhren wir dann noch in die Stadt, um die Tour zu buchen, welche wir telefonisch bei Simone von der Mantaray Organisation reserviert hatten. Danach entschieden wir uns, Fish'n'Chips essen zu gehen, da Sebnem, und diejenigen die sie kennen, werden es wohl kaum glauben, sicherlich zwei Male schon an diesem Tag erwähnte, wie sehr sie doch Lust hätte, Fisch zu essen. Ja ja, ihr lest richtig, Sebnem hatte unglaublich viel Lust auf einen Fisch J. Nebst anderen Dingen, die sich bei ihrer Esskultur geändert haben, ist Fisch mittlerweile auch auf ihrem Speiseplan, wo sie doch früher kaum zuschauen konnte, wenn ich Fisch ass. Unnötig zu erwähnen, dass es immer noch aus Kübeln goss. Wir schauten uns noch den australischen Film Noise an, welcher eigentlich ziemlich lustig wäre, wenn er nicht so lange Schnittsequenzen hätte, die Kunst darstellen sollten. Ein Beispiel: Es gibt ein sicherlich 15 Sekunden Pan und minimalen Zoom auf den Polizisten, welcher an Tinnitus leidet und auf dem Bett liegt, ohne Ton. Viel zu langer Schnitt und neigt für mich daher zu übertriebenem Arthouse. Aber die Dialoge sind typisch australisch und zwischendurch sehr amüsant. Die schauspielerische Leistung zeigt grosse Differenzen zwischen den einzelnen Darstellern, wobei der Protagonist seine Rolle als "versiffter" Polizist, der eigentlich keiner sein will, überzeugend spielt. Jedenfalls sind wir dann doch noch eingeschlafen, nicht aber bevor ich noch meine Finger in der Autotür einklemmte, weil ich aus Langeweile versuchte, die Autotür von innen her mit dem Fuss zuzumachen und mich dabei an der Türöffnung als Gegenhalt festhielt; ich verspürte seit langer Zeit nicht mehr so einen heftigen Schmerz und Sebnem meinte zuerst, ich hätte ein paar Finger verloren. Irgendwann hörte das Surren an den Fingerbeeren auf und ich konnte übermüde einschlafen im Takt des Regens.

Wir entschieden uns ja am Vortag für eine Eintagestour mit der Mantaray zu machen, die Whitehaven Beach anfährt (Hill Inlet Lookout) und den Mantaray Bay. Kostenpunkt: AUD $ 130.00 / Person. Zusätzlich hat man die Option zu tauchen (1 Tauchgang = AUD $ 65.00, 2 Tauchgänge = AUD $ 100.00). Als wir aufwachten, schien es wenigstens zu regnen aufgehört zu haben.

Von John, einem Niederländer wurden wir am Morgen beim Campingeingang mit einem Büschen abgeholt. Wir warteten mit zwei Holländern auf den Bus, der uns dann in die Marina brachte. Dort warteten schon die anderen 32 Leute und die Crew: Captain Splash mit: 2 Deutschen Frauen als Matrosen, Sess & noch eine (deren Namen ich nicht mehr weiss), und dann Luke, der Bootsmann und Divemaster. Die Begrüssung folgte auf dem Boot und ein Kaffee mit Kuchen wurde serviert; dann ging es los. Das Wetter war extrem verhangen, bewölkt und es schien als würde es in den nächsten Minuten losregnen. Aber es hielt.

Wir fuhren zuerst zum Whitehaven Beach, wo wir zum Lookout Punkt marschierten und die viert meist fotografierte Sehenswürdigkeit Australiens in einer Schlange stehend fotografierten von einer Plattform herab. Leider war das Wetter etwas zu wolkig, dennoch gab es interessante Fotos. Danach sind wir an den Strand gewatschelt und haben uns ein Plätzchen gesucht, weg vom Menschenstrom. Der feine weisse Sand war schon beeindruckend, aber wir haben dies schon an vielen anderen Orten so gesehen. Interessant ist jedoch, dass es Whitsunday zu so einer Touristenmaschine geschafft hat.

Wir wuschen Sebnems Ring und wateten knöcheltief bis zu der interessanten Steinformation. Dort schossen wir ein paar Modellfotos von Sebnem (sorry, die laden wir hier nicht ins Internet, zu persönlich) und warteten auf die Sonne. So langsam fing sich an ein Loch im Himmel zu öffnen und die ersten Strahlen drangen durch die Wolkendecke an den Strand. Wir schossen noch ein paar Fotos bevor wir dann schon wieder den Rückweg Richtung Boot antreten mussten, auf welchem in der Zwischenzeit das Mittagessen zubereitet wurde. Es bestand aus einem reichhaltigen Salatbüffet mit kalten Hühnchen und Brötchen und einem grosszügigen Aufschnittangebot; die Getränke wurden separat verrechnet. Wir schlugen uns die Bäuche voll und entschieden uns zu einem Tauchgang, da wir die einzigen waren, welche ein Tauchzertifikat besassen auf dem Boot. Das bedeutete, dass Sebnem und ich alleine mit einem Divemaster einen Tauchgang machen konnten. Obwohl wir erst nicht tauchen gehen wollten, aber trotzdem schon unsere Wetsuits mitgenommen hatten, entschieden wir uns dennoch zu einem Tauchgang. Das Wetter war auch noch nicht wirklich der Hammer, was der Entscheidung auch noch ein wenig nachhalf.

Beim Mantaray Bay angekommen, ankerten wir und schon sprangen Sebnem, Luke und ich ins Wasser und tauchten ab in die Unterwasserwelt. Der Tauchgang war komischerweise sehr kurz (vermutlich wegen der Kälte und einigen Bemühungen uns mit neuen Geräten auszubalancieren) aber wir sahen uns trotzdem die wunderschönen Korallenformationen an. Mehr gab es eigentlich auch nicht zu sehen, denn an Fischen war das Riff nicht so reichhaltig. Einige Anemonenfische, Wrasse und Butterfly Fische und dann vereinzelt ein paar seltenere Arten. Die Sichtweite war etwa 10-12 Meter und für uns Tahiti und Fidschi verwöhnten Taucher nicht gerade der Hammer. Auch die Wassertemperatur von 22.7° schien uns etwas zu schaffen. Für mich war es jedoch eines der schönsten Riffe, die ich je gesehen hatte, noch vielfältiger als bei den San Blas Inseln oder den Orten, wo wir in Tahiti oder Fidschi getaucht sind. Hätte die Sonne noch mehr geschienen und wäre die Sichtweite besser, wäre das eine Farbenpracht ungeahnter Ausmasse gewesen.

Die anderen Leute hatten entweder die Möglichkeit ein Schnuppertauchen zu absolvieren oder ein wenig zu schnorcheln. Die Wetsuits wurden an Board vermietet. Als wir von unserem Tauchgang zurückkehrten fing es endgültig an heiterer zu werden und die Wolken verzogen sich und bildeten Schönwetterwolken. Es wurde angenehm war und wir alle wünschten uns, dass wir dieses Wetter den ganzen Tag gehabt hätten. Jedoch habe ich noch vergessen das Highlight des Ausflugs zu erwähnen, welches die AUD $ 130.00 pro Person für uns wert gewesen sind. Wir haben nämlich tatsächlich einen Wal gesehen, als wir vom Whitehaven Beach Richtung Mantaray Bay geschippert sind. Luke erklärte Sebnem und mir gerade bei einem Briefing den bevorstehenden Tauchgang, als er wie von einer Tarantel gestochen aufsprang und aufs Meer zeigte: Wal in Sicht! Ich schnappte mir die Kamera und die grosse Linse, hechtete durch die Menschenmenge Richtung oberes Deck und rief Captain Splash zu, dass er doch das Boot anhalten solle, da ein Wal in der Nähe sei. Aber der Wal verschwand. Splash meinte, dass er noch ein Weilchen warten würde, um zu sehen, ob der Wal zurückkommen wird. Und wie er das tat. Gut 3-4 Minuten später tauchte er auf der anderen Seite auf und zeigte sich von weitem durch einen eleganten Flossenschlag abtauchend. Doch etwas war beim Abtauchen schon speziell und wir rätselten, was es wohl sein könnte, als sich vor uns plötzlich das Meer öffnete und der Wal wie durch magische Kraft in die Höhe getrieben gegen den Himmel sprang. Vor Aufregung konnte ich die Kamera nur noch in die Richtung halten, aber weder fokussieren noch zoomen, habe aber dank der Sporteinstellung trotzdem noch akzeptable Fotos von einem aus dem Wasser springendem Wal geschossen. Und so was passiert uns auf einer Whitsunday Rundfahrt, wo wir doch nicht einmal für eine Whale-watching Tour bezahlt hatten J. Wir waren alle überglücklich und da ich wohl der einzige schien, der auf dem Boot die Kamera rechtzeitig noch in die Richtung des unglaublichen Schauspiels hielt, meldeten sich gleich darauf zwei Leute, die unbedingt eine Kopie der Fotos wollten.

Für uns war dies das Highlight der Tour, denn solch weissen feinen Sandstrand hatten wir schon oft gesehen, ohne dafür bezahlen zu müssen und erst noch ungestört alleine. Die Unterwasserwelt war auch nicht gerade berauschend, abgesehen von den Korallenformationen. Dem Wetter kann man ja keine Schuld geben und das Boot und die Crew waren ansonsten auch sehr zufrieden stellend. Captain Splash vom unserem Mantaray Boot ist übrigens der Mann, welcher von allen Captains, die die Whitsunday Inseln befahren, am meisten in diesen Gewässern herumgeschippert ist. Ein sehr umgänglicher und friedlicher Mensch mit viel Sinn für Humor und einer ungebändigten Liebe für die Whitsunday Inseln.

Wir kehrten gegen Uhr zum Hafen zurück und wurden direkt von John mit seinem Büschen abgeholt und wieder zurück zu unserem Campingplatz gefahren. Wir waren sehr glücklich diese Tour gemacht zu haben, zumal wir heute seit genau einem Jahr zusammen um die Welt reisen und als kleines Dankeschön die Rarität eines aus dem Wasser springenden Humpback Wales zu sehen und erleben.

Die Bilder zeugen von einem erlebnisreichen und wunderschönen Tag:

Dienstag, 15. Juli 2008

Australien: Maryborough over Moore Park Beach to Clearview

Von Fraser Island zurück machten wir am Rainbow Beach kurz Halt um unseren Wagen zu waschen, unsere Räder wieder aufzupumpen und zu tanken. Übrigens gibt es an der Shell-Tankstelle einen Wirelessspot und zwar hat man den besten Signalempfang bei den Luftpumpen:). An jenem Tag, als wir Fraser Island verliessen, schien die Stadt bei Rainbow Beach voll mit Touristen zu sein. An jeder Strassenecke konnte man ein Mietauto der "Wicked Campers oder der Backpackers Autovermietstelle" vorfinden. Wohlgemerkt, dass wir uns hier in der Niedersaison befinden ….

Unsere ursprüngliche nächste Wunschdestination war der Tin Can Bay, wo man morgens jeweils einheimische Delphine zu Gesicht bekommt. Die Bottlenose-Delphine finden sich seit Jahren jeden Morgen in diesem Bay ein, weil sie hier von Menschenhand gefüttert werden. Da uns aber die Anzahl der Touristen am Rainbow Beach bereits zu hoch war und wir uns vorstellen konnten, wie es dann am Tin Can Bay aussehen würde, entschieden wir uns diese Attraktion auszulassen und direkt weiterzufahren.

Die Fahrt brachte uns in das herzige Städtchen Maryborough (eine der ältesten Städte in Queensland), wo wir auf angenehmes Wetter trafen. Hier fanden wir im Huntsville Caravan Park einen Abstellplatz mit Strom für unseren Landcruiser für AU $ die Nacht. Nach 4 Tagen ohne Strom, hatten wir die Möglichkeit unser Mobiltelefon, die Videokamera und die Batterie für den Fotoapparat aufzuladen. Der Herr am Eingang bzw. an der Rezeption ist sehr freundlich und ist uns mit dem Preis entgegen gekommen und spendierte uns noch ein Verlängerungskabel. Am Abend schmissen wir den Grill an und warfen ein paar Knoblauch-Gewürz Würstchen und Peperoni vom Aldi auf den Grill. Endlich sind wir in einem Klima angelangt, in welchem man kurzärmlig herumlaufen kann :). Da es an den Abenden aber nach wie vor sehr früh dunkel wird, guckten wir uns nach dem Nachtessen noch einen Film auf dem Laptop an, und zwar den vom türkischen Regisseur Fatih Akin "Auf der anderen Seite". Ein sehr gut gemachter Film mit einer kohärenten Story; leider mit einem etwas zu abstrakten Ende. Oftmals versuchen die unabhängigen Filmemacher des Arthouse-Genre mit komplizierten offenen Enden zu brillieren, um die schauspielerische Leistung zu überdecken oder Leute ins philosophische Gespräch zu führen. Bei diesem Film wäre das überhaupt nicht nötig, die Schauspieler sind Klasse gewählt und man hätte auch das offensichtliche Ende schneiden dürfen.

Am nächsten Morgen ging es früh los Richtung Norden. Wir hatten kein Ziel im Auge und fuhren ohne zu wissen, wohin genau, los. Zuerst suchten wir uns aber in der Stadt noch eine gratis Wireless Verbindung und checkten unsere E-Mails. Kurz bevor wir die Stadt verliessen, schauten wir noch im Informationszentrum vorbei, um uns über Whale-Watching Touren zu informieren. Maryborough ist nämlich der Durchgang zu Hervey Bay. In Hervey Bay kann man von Ende Juli – Ende Oktober Wale im Bay beobachten. Hervey Bay ist ein absoluter Touristenmagnet in diesen Monaten und täglich starten sicher 11 Tourboote ihre Motore. Leider waren wir 2 Wochen zu früh für die Walbeobachtungszeit. Hervey Bay soll anscheinend einer der besten Orte sein, wo man die Wale von Nahem sehen kann, weil die Humpbackwale über Wochen hinaus im Bay bleiben und sich ausruhen, bevor sie in die antarktischen Gewässer zurückschwimmen. Wir würden zu gern solch eine Tour machen und lassen uns mal überraschen, ob wir es auf dem Rückweg zeitlich noch schaffen :).

Nach unserem gestrigen Glück mit der Sonne machten sich im Bezirk Maryborough riesige dunkle Regenwolken bemerkbar. Wir wollten nur noch weg vom schlechten Wetter und setzen uns zur Ziel, solange zu fahren, bis wir die Sonne finden. Gesagt, getan. Für die heutige Übernachtung suchten wir uns ein nettes Örtchen am Moore Park Beach. Vorher aber machten wir an zwei Orten Halt. Der erste war in Childers beim Flora & Fauna Bird Habitat. Hier kann man auf einer Fläche von 5000m2 Papageien- und Finkenarten observieren. Der Eintritt von AU $ (Studentenpreis) war über unser Budget für so einen Ort und wir versuchten eine Verbilligung auszuhandeln. Zu verhandeln gab es nicht viel, anstatt den AU $ hätte man uns AU $ berechnet. Da Roberto sowieso nicht all zu sehr vom Vogelhaus angetan war, ging ich alleine in das Habitat hinein, während Roberto im nahe liegenden Dörfchen ein Kaffee trinken ging. Man sieht tatsächlich viele Papageienarten frei herumfliegend, jedoch sind die wirklich interessanten südamerikanischen Papageien hinter doppeltem Gitter festgehalten. So hat man auch nicht die Möglichkeit sie zu fotografieren, obwohl uns das anders erläutert wurde. Der Eintrittspreis ist einfach zu hoch, für das, was man dargeboten bekommt. Wenn man schon AU $ als Eintritt bezahlen muss, so erwartet man auch mehr Infos über die verschiedenen Vogelarten, die im grossen Habitat hausen. Fotos habe ich dennoch gemacht und unter folgendem Link kann man sich diese anschauen:

Unser nächster Halt war im sonnigen Bundaberg, bekannt für seinen Bundaberg Rum. Bundaberg ist zudem die Geburtsstätte von Bert Hinkler, der solo von England nach Australien im Jahre 1928 flog und im Jahre 1921 einen Weltrekord setzte, indem er von Sydney nach Bundaberg (1270km) ohne Halt geflogen ist.

In Bundaberg begaben wir uns wieder in das Informationszentrum und informierten uns über die Insel Lady Elliot. Im Moment liegt der Besuch bzw. ein Aufenthalt auf dieser wunderschönen Insel leider nicht in unserem Budget und somit haben wir uns mit dem Gedanken daran verabschiedet. Wir sparen uns das für unseren nächsten Australienbesuch auf :).

So begaben wir uns danach an den Moore Park Beach, um die Strände auszuchecken. Der Strand bzw. das Wasser hier ist im Vergleich zum Rest Australiens überhaupt nicht empfehlenswert. Da wir aber noch ein wenig die Sonne geniessen wollten, machten wir im örtlichen Caravan Park (Golden Sands Beach Park) Halt. Wir entschieden uns diesmal für einen "unpowered" Abstellplatz direkt am Strand, wo wir alleine waren. Nebst dem üblen Strand hat uns der Caravan Park auch im Allgemeinen nicht überzeugt. Vorallem als wir am nächsten Morgen früh losfahren wollten, war niemand an der Rezeption, dem wir unsere Toilettenschlüssel hätten zurückgeben können und unser Depot für diese zurückerhalten hätten können.

Wir liefen ein bisschen am Strand entlang, genossen die Sonne und bereiteten uns Pasta für den Abend vor. Ausser dem Strand von Moore Park haben wir nichts gesehen. Wir sind halt eher die Strandleute:).

Der nächste Tag verging ziemlich unspektakulär. Wir verbrachten die meiste Zeit im Auto und legten eine Strecke von ca. 500 km zurück. Wir machten am Mittag einzig Halt in Rockhampton, wo wir einen wunderschönen Park besuchten und unseren kaputten Reifen kontrollieren liessen. Glücklicherweise wies der Reifen kein Loch auf, sondern war durch das Auslassen der Luft zu weich und sprang damals teilweise vom Felgen. Da der Reifen keien Schlauch benutzt, wurde er platt und ein grosser Teil der Felgen verbeugte sich. Als wir den netten Mechaniker bezahlen wollten, wünschte er uns bloss eine gute Weiterreise J.

Die Nacht verbrachten wir im Dörfchen Clearview. Ebenfalls war der Strand nicht atemberaubend und eher enttäuschend.
Hier noch die Bilder:

Sonntag, 13. Juli 2008

Australien: Great Sandy National Park (Fraser Island)

Zum Great Sandy Nationalpark gehören die Sektionen Fraser Island sowie Northern Cooloola. Northern Cooloola liegt zwischen der Küstenstadt Noosa Heads und Rainbow Beach. Der beste Weg den Teil des Cooloola Nationalparks zu erkunden ist mit einem 4WD Wagen oder zu Fuss. Wir entschieden uns für das Erstere:).

So sind wir von Noosa Heads aus mit einer Autofähre in den oben erwähnten Nationalpark transportiert worden, um dort dem 30 Mile Beach entlang zu fahren. Unser Ziel war es jedoch baldmöglichst nach Fraser Island zu gelangen und der 30 Mile Beach entlang des Cooloola Beach führte uns unmittelbar in die Nähe von Fraser Island.

Möchte man am Strand am 30 Mile Beach übernachten bzw. campen, muss man hierfür vorab eine Bewilligung einholen. Wir informierten uns im Great Sandy Information Centre an der 240 Moorindil Street in Noosa über Übernachtungsmöglichkeiten und über den Status Quo der Strecke am Strand entlang. Die etwas ungeduldige Dame im Informationszentrum erzählte mit Desinteresse, dass Camping nur an einem gewissen Stellen des Strandes möglich sei und pro Person pro Nacht AUD $ koste. Nach der Anmeldung und weiterem Papierkram machten wir uns dann endlich auf die Fähre (Kostenpunkt AUD $ die Überfahrt) und nach nur 5 Minuten kamen wir auf der anderen Seite des Flusses an.

Es ist nicht empfehlenswert am Strand entlang ohne einen 4WD zu fahren, da teilweise der Sand sehr weich ist und man leicht darin versinken kann. Für uns bzw. Roberto war Sand-Driving mehrheitlich ein neues Metier, obwohl Roberto schon einige Male in Afrika geübt hatte in der Vergangenheit J. Glücklicherweise hat ihm Mario einige Tipps mit auf den Weg gegeben was das Fahren auf dem Sand anbetrifft. Die erste Regel für uns war es, jeweils Luft aus den Rändern zu lassen. Da wir gut 2.7 Tonnen wiegen und nur 31''x10.5'' Reifen haben, liessen wir die Luft auf zwischen 15 und 20 PSI runter. Das funktionierte tadellos. Zudem hatten wir ja einen Zweizylinder Luft Kompressor gekauft, mit welchem wir die Räder per Batterieanschluss über den Motor innert Minuten wieder auf ihre 40 PSI pumpen konnten.

Die Fahrt auf dem 30 Mile Beach war sehr spannend und wir hatten die Möglichkeit ein paar Sachen auf dem Sand auszutesten, bevor es auf Fraser Island ging. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt kamen wir bereits beim Campingplatzbereich an und suchten uns ein stilles Örtchen. Gesucht und gefunden :). Zudem kamen wir in den Genuss eines atemberaubenden Sonnenuntergangs. Die rot-schimmernden Sonnenuntergänge in Australien sind einfach herrlich.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter dem 30 Mile Beach entlang und verliessen den Strand bei den "Freshwater Campgrounds" Richtung Rainbow Beach, die Durchgangsstadt zur Fraser Island. In zwei verschiedenen Informationszentren holten wir Informationen bezüglich eines Besuchs auf der Insel ein. Die Überfahrt vom Inskip Point nach Hook Point auf der Insel kostet AUD $ 90.00 (Hin- und Rückfahrt). Dazu kommt noch eine Nationalparkgebühr für das Auto für AUD $ 35.00 + Campingkosten von AUD $ 4.85 auf der Insel. Möchte man auf einer Campinganlage mit entsprechender Einrichtung übernachten (Toiletten, Duschen, etc.) muss man dies bereits vorab bestimmen und im örtlichen Büro bekannt geben. Ansonsten ist Camping auf einer solchen Anlage nicht erlaubt. Da wir nichts im Vorhinein entscheiden wollten, entschieden wir uns für die Variante des Beach Camping. Am Strand entlang von Fraser Island gibt es immer wieder auszeichnete und beschilderte Zonen, wo Camping erlaubt ist, nur hat man keine Toiletten oder Duschen in der direkten Nachbarschaft. Aber dafür hat man seine Ruhe und hat meist weit und breit keine anderen Leute um sich :).

So arrangierten wir vor Ort direkt alles und machten uns nach einer Surfsession von Roberto am Rainbow Beach auf den Weg nach Fraser Island! Die Fähre legt vom Inskip Point ab und bringt einen nach Hook Point auf Fraser Island, was einer Strecke von etwa 700 Metern entspricht. Der Preis von AUD $ 45.00 für einen Weg ist dafür schon eher saftig. Es gibt noch zwei weitere Routen nach Fraser Island: Über Hervey Bay und River Heads.

Da wir auf dem Weg bis dahin schon einmal im Sand stecken geblieben waren, trauten wir Angelegenheit nicht so ganz und als wir den tiefen weichen Sand sahen, welcher zwischen uns und der Anlegestelle der Fähre lag, wurde es uns etwas mulmig und wir fragten uns, ob wir es wohl bis aufs Schiff schaffen würden. Das Problem lag nämlich daran, dass wir nicht die optimalen Pneus an unserem Auto hatten und auch viel zu viel Gewicht und es deshalb viel schneller versank. Zudem hatte Roberto die ganze Zeit vergessen, die Differenzialsperre einzuschalten, welche bei unserem betagten Karren eben vorne an den Rädern zu finden ist und manuell gemacht werden muss. Das machte sich dann bei Ankunft auf Fraser Island nach 2 Minuten bemerkbar, als wir in der ersten Kurve zur rettenden high tide Strasse stecken blieben und sie das Hinterrad anfing an andere Ende der Welt zu bohren. Glücklicherweise kamen gleich zwei erfahrene 4x4 Wagen von der anderen Seite angerollt und nahmen kurzerhand zwei Shakles (wie heisst das auf Deutsch?) und ein Strang und zogen uns aus dem tiefen Sandschlammassel. Der älteste Herr der Karawane schaute kurz auf meine Räder und reagierte blitzschnell: Differentialsperre ist noch nicht drin, Kollege. Bevor Roberto reagieren konnte, hatte sein Enkel oder Sohn uns diese schon eingestellt. Das änderte natürlich so einiges aber es war immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Erst mit einiger Erfahrung mit unserem alten Gerät fand Roberto heraus, welche 4x4 Einstellung denn für welche Art von Gelände optimal funktionierte und so lachten wir nur noch kurz an der gleichen Stelle bei der Rückkehr ein paar Tage später.

Ein paar kurze Worte über diese zweifelsohne sehr spezielle grösste Sandinsel der Welt. Ohne Zweifel ist Fraser Island eine der Topdestinationen für 4WD Strecken an der Ostküste Australiens. Der Name der Aborigines für Fraser Island ist K'gari (gurrie ausgesprochen). Der Name entspricht einer wunderschönen Frau und die Seen ihren Augen und natürlich gibt es eine Sage hinter der ganzen Sache. Fraser Island ist seit Jahren ein Weltkulturerbe und nebst den 4WD Strecken sind Wandern und vor allem Fischen angesagt. Obwohl man eine Bewilligung einholen muss, bedeutet das nichts weiter, als einen kleinen Fackel ausfüllen und bezahlen und dann einen selbstklebenden Zettel an die Autoscheibe zu kleben. Es gibt über 40 Seen auf Fraser Island, von welchen einige mehr als die Hälfte der weltweit "Perched Seen" ausmachen. Ein "Perched See" ist vom Grundwasser abgeschnitten durch eine Schicht von Gestein und wird aus diesem Grund hauptsächlich durch Regenfälle gefüllt. Der See Boomanjin ist der grösste "Perched Dünensee" der Welt mit einer Fläche von 190 Hektaren. Der Boomerang-See ist der höchstgelegene Dünensee der Welt auf 130 M.ü.M. Die lange Sandstrecke auf Fraser Island ist als der "Seventy-five Mile Beach" bekannt. Sie ist die schnellste Route um vom Hook Point (Süden) zum Indian Head zu gelangen. Wie wir bald herausgefunden haben, ist der "Seventy-five Mile Beach" jedoch nur 58 Meilen (92 km) lang.

Die sehr unfreundliche Dame (Roberto musste sich extrem beherrschen, um nicht auszurasten) bei der öffentlichen Verkaufsstelle des Nationalparks, wo man die Bewilligung fürs Auto einholt (die Überfahrtstickets und auch Übernachtungen kann man überall kaufen) labert uns voll mit absolutem Touristenkram und elendem Mist bezüglich der Gezeiten und ihren Auswirkungen auf den Strand bei Fraser Island. Die Frau wollte uns doch tatsächlich weiss machen, dass man nur zwei Stunden um die low tide herum auf die Insel darf und dort dem Strand entlang fahren kann. Punkt eins: wir haben uns schon im Vorherein mit der offiziellen HEMA 1:??? Landkarte von Fraser Island für AUD $ eingedeckt (welche vollends genügt und alles darstellt, was man jemals brauchen wird auf Fraser Island bezüglich der Fortbewegung und dem Campen) und dort kann man, sofern man Kartenlesen kann, klar erkennen, dass es ab dem Landepunkt eine high tide Umfahrung gibt, wie fast an allen Stellen. Punkt zwei: high tide ist nicht gleich high tide und wir waren gerade zwischen Voll- und Leermond unterwegs und daher hatte die high tide keinerlei Einfluss auf die meisten Stellen an Strand entlang. Punkt drei: Wenn es wirklich nur zwei Stunden um die low tide erlaubt wäre am Strand entlang zu fahren, dann gäbe es zu Spitzenzeiten der Touristensaison kilometerlange Autoschlangen. Die Frau wusste einfach gar nichts. Dann versuchte sie Roberto noch Angst einzujagen mit Warnungen über das Meer und dass es voller Haie sei und wurde fast beleidigt offensiv, als er ihr sagte, dass ihn Haie überhaupt nicht stören würde. Hinsichtlich der Tatsache, dass offensichtlich schon die dümmsten Touristen vorbeigekommen sein mussten und diese Frau offensichtlich den falschen Job gewählt hatte, diskutierten wir nicht mehr weiter; wir wollten auch keine Informationen mehr.

Nachdem wir endlich im 4x4 Modus waren und gut 20 Kilometer über die high tide Strasse an den Strand gefahren waren bei Dilli Village, wurde es schon langsam Abend. Wir entschieden uns unsere erste Nacht an der Govi Camping Zone auf einem kleinen Grashügel zu verbringen. Sebnem hatte etwas Angst weil wir noch einen Horrorfilm guckten.

Am 2. Tag führte uns die Strecke bei der Eurong Einfahrt beim Beach der Eurong Road und dann der  McKenzie Strasse entlang zum Lake McKenzie. Wir kamen dort ca. Uhr morgens an und waren vermutlich die ersten an diesem Morgen. Wir genossen dort dann zusammen den Morgen alleine am See und haben ein paar Bilder geschossen vom weissen Sandstrand, den Nebelschwaden und den herrlichen Farben. Wir sind dann gegen wieder los gefahren, weil schon die ersten gemieteten Touristen-4WDs ankamen.

Wir fuhren zur Central Station nahmen eine Dusche (1$, 5min heisses Wasser), assen Müesli zum Frühstück und fuhren danach zum Eurong Beach Resort. Das ist so ein gehobener Touristenort mit Tennisplatz. Wir landeten wieder am Strand und fuhren entlang Richtung Norden bis Happy Valley. Dort befindet sich das Backpackers und es ist wahrlich ein gut ausgesuchter Ort. Wir haben an dieser Stelle auch Trinkwasser getankt (ein kleiner Unscheinbarer Wasserhahn vor dem Backpackers) und uns ein Schockoladecornett geleistet.
Der weitere Weg führte auf dem Northern Forests Scenic Drive Richtung Worallie Creek über die Boomerang Lakes. Irgendwie entschieden wir uns, dass wir noch etwas härtere 4x4 Strecken finden wollten und uns die fortgeschrittene Strecke nicht mehr reichte. Die Lösung war einfach: Es gibt eine Art Abkürzung welche herb durchs Gebüsch zur Bullock Road führt; mit herb durchs Gebüsch meinen wir herb durchs Gebüsch. Die Route wird vermutlich höchst selten befahren und das Gebüsch hat die Strasse wieder fest in den Griff genommen. Glücklicherweise kann man am Boden immer noch so halb die Strasse erkennen und sich somit durchs Gebüsch schlängeln. Wir würden diese Strasse keinesfalls jemandem mit einem gemieteten 4WD oder einem neuen 4WD anraten, denn man fängt sich 100% einige herbere Kratzer von den Ästen und Gestrüppen ein. Wir fuhren dann auf der Bullock Road bis hin zum Weststrand bei Worallie Creek und hofften dort auf planschende Wale zu treffen. Der Strand offenbarte sich als schön, das Wetter als kalt und windig und wir konnten wieder einmal keine Wale sichten. Also entschieden wir uns auf der Worallie Road zurück zu fahren und das Ende der Northern Scenic Road bis in die Nähe des Cathedral Beach zu fahren.

Unterwegs kommt man an den grossen Sanddünen (knifeblade sand blow) vorbei, an welchen alle Touristentouren halten. Das bedeutet auch, dass man auf der Einspurstrasse oft irgendwie auf die Seite ausweichen muss. Einmal wurde es Roberto zu bunt und er schuf sich kurzerhand eine neue Strasse durch das Gebüsch mit dem Resultat, dass der halbe Wald an der Stossstange und im Motorblock hängen blieb. Bevor es Feierabend für uns hiess, schauten wir uns das nahe liegende Maheno Schiffswrack an. Es befindet sich am Strand zwischen Eli Creek und der Pinnacles Formation. Es handelt sich dabei um einen Trans-Tasmanischen Liner, welcher auch als Spitalschiff im 1. Weltkrieg gebraucht wurde. Als Eisenschrott verkauft an Japan, wurde sie am 9. Juli 1935 nordwärts gezogen als man die Kontrolle über das Ruder verlor und das Schiff durch einen Zyklon an das Ufer gespült wurde. Obwohl es nicht mehr wartbar war, bekam es im 2. Weltkrieg eine neue Aufgabe. Es wurde als Testzweck zum Zielobjekt für Geschosse benutzt. Nach einigen Jahrzehnten der heranpreschten Wogen und der Korrosion durch das Salz ist das Wrack nur noch ein sinkendes, zerfallendes, rostendes Relikt seiner ehemaligen glorreichen Tage.
Daraufhin fuhren wir in die nahe gelegene Wahba Camping Zone und haben dort etwas gekocht, gegessen und wieder einmal unseren Schlafplatz eingerichtet.

Am 3.Tag hatten wir Grosses vor, wir fuhren nämlich früh morgens los Richtung Sandy Cape, dem nördlichsten Punkt der Insel. Wir fuhren also vom Wahba Camping Zone los und schauten uns die Pinnacles Formation im Morgenrot an. Diese sind gemäss nicht unbestrittenen Aussagen die überwältigensten farbigen Sandformationen in Australien. Danach fuhren wir am Strand entlang bis zum Waddy Point, wo wir duschten und uns auf den Weiterweg vorbereiteten. Kurz vor dem Waddy Point haben wir übrigens endlich einen Dingo erblickt. Dingoes sind weit verbreitet auf Fraser Island und im Juli 2008 wurde sogar eine Meldung gemacht, dass die Dingoes sich vermehrt hatten und Vorsicht geboten sei. Die Dingoes haben von Natur aus Angst vor Menschen, dennoch sollte man vor allem kleine Kinder immer im Auge behalten. Im Jahre 2000 wurde ein Kind auf tragische Art von einem Dingo angegriffen und dabei getötet. Dingoes sind das Wahrzeichen von Fraser Island und sind im Prinzip "wilde Hunde". Gesehen haben wir während unseres 4-tägigen Aufenthaltes nur einen Dingo.

Des Weiteren haben wir auf dieser Strecke noch die "Champagne Pools" gesehen und die als  schwierig markierte Strecke Indian Head überstanden. Gewisse Strecken auf Fraser Island sollten nur von sehr erfahrenen 4WD-Fahrern gefahren werden. Die happigen Strecken sind diejenigen, wo der Sand weich und sehr tief ist. Wir waren nun bereits geübt im weichen Sand zu fahren und hatten diesbezüglich keine Probleme mehr. Unser nächstes Problem war viel schwerwiegender. Weiter nördlich bei den Ngkala Rocks mussten wir uns mit einer Autopanne auseinandersetzen, nämlich einem platten Reifen. Unglücklicherweise ist das hintere linke Rad über einen spitzigen Gegenstand gefahren, was zu einem vermeindlichen Loch führte (der wahre Zustand des Reifen erfuhren wir später). Das war natürlich sehr ärgerlich. Wir gingen die Sache aber ruhig an und ich war doch sehr beruhigt zu wissen, dass Roberto sich mit einem Radwechsel bestens auskennt. Da wir auf einer Sandstrecke eine Panne hatten, war jedoch das Auswechseln eines Rades umso schwierig und schon bald konnte man nur noch Roberto fluchen hören. Wir versuchten einige Male das Auto korrekt auf eine Sandverhärtung zu hieven und dann mit einem bottle jack und einem high lift jack in die Höhe zu stemmen. Leider versank der Hebel immer wieder oder das Auto kippte sonst irgendwie auf die eine Seite oder rollte vom Absatz herunter. Das ganze war auch ziemlich gefährlich, da Roberto unter das Auto den bottle jack platzieren musste, ihn anheben musste und dann bevor das ganze wacklige Gebilde wieder umfiel, das kaputte Rad demontieren und das neue anbringen. Nach gut zwei Stunden hatten wir den Ersatzreifen am Wagen montiert. Zu unserem Glück: Denn die Tide fing bereits an zu steigen!!! Wenn ihr denkt, dass das das einzige Abenteuererlebnis war, dann müssen wir Euch enttäuschenJ. Was uns am nächsten Tag auf Fraser Island passiert ist, ist wirklich eine lustige Story (im Nachhinein). Ich komme gleich später im Bericht auf dieses Erlebnis zurück.

Nach der Reifenpanne entschieden wir uns wieder die bereits gefahrene Strecke zurückzufahren, da wir eine weitere Panne nicht riskieren wollten. Die bevorstehende Strecke ist als sehr schwierig zu fahren deklariert. So fuhren wir am Strand entlang zur Ocean Lake Camping Zone und genossen den restlichen Tag an der Sonne. Endlich konnten wir auch Gebrauch von unseren neuen Campingstühlen machen :). Da wir auch ziemlich alleine auf der Anhöhe waren und den besten Rundblick bis anhin auf das Meer hatten, entschieden wir uns, die Nacht gleich dort zu verbringen.

Am nächsten Tag (also am 4. Tag) weckte ich Roberto früh morgens um Uhr, weil ich draussen Geräusche gehört hatte und mir unwohl war. Tatsächlich zogen graue Wolken über uns. Da wir ein Gewitter erwarteten, packten wir unser noch draussen befindendes Campingzubehör zusammen und bereiteten uns für die Abfahrt los. Wir entschieden uns Richtung Hook Point zu fahren, dort wo wir die Autofähre nehmen müssten. Wir planten eigentlich 4 Nächte auf Fraser Island zu bleiben, aber das Wetter wurde sichtlich schlechter, so entschieden wir uns spontan die Insel frühzeitig zu verlassen; im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung. So machten wir uns also am Morgen wieder an den Waddy Point um zu duschen. Für eine heisse Dusche muss man übrigens an den öffentlichen Campingplätzen jeweils AU $ bezahlen und hat dann ca. 3-4 Minuten lang eine heisse Dusche. Solche Münzduschen findet man am Waddy Point, Dundubara Camping Area & Central Station.

Nach der Erfrischung ging es weiter zur Zieldestination. Wir entschieden uns über den "Southern Lakes Scenic Drive" zu fahren und dort für unser Morgenessen Halt zu machen. Gesagt getan und machten wir Halt beim Birrabeen Lake. Und hier die lustige Geschichte, die ich oben bereits erwähnt hatte: Gerade als wir auf dem Parkplatz beim See parkieren wollen, schauten Roberto und ich uns an und rümpften zum gleichem Zeitpunk unsere Nasen. Das Problem: Wir wurden nämlich mit Gas eingedämpft und mussten umgehend das Auto verlassen. Ich sah nur noch Gaswolken auf der Vorderscheibe und hatte total Panik in diesem Moment. Roberto begab sich auf das Dach des Autos, um nach unserem Gasbehälter zu schauen. Dieser ist aus unerklärlichen Gründen während der holprigen Fahrt aufgegangen! Den Hahn zuzudrehen war keine einfache Angelegenheit, denn das flüssige Gas (und wer einmal ein paar Stunden Chemie gehabt hat, weiss wie kalt und gefährlich flüssiges Gas ist) spritze überall hin und fror unsere Autoscheibe ein und Teile des Autodachs. Mit ein paar Lumpen machte sich Roberto auf in den Kampf gegen die zischende und spuckende Gasflasche und nach kurzer Kampfhandlung erwischte er den Hahn und drehte ihn erfolgreich zu. Was für ein Gestank und was für eine Sauerei auf dem Dach. Zum Glück verflüchtigt sich das ganze ja mit der Zeit wieder aber die ganze Geschichte stimmte uns zuerst einmal hungrigJ. Wir haben uns dann Bohnen mit Eiern und Zwiebeln zubereitet und das restliche Gas reichte uns noch gänzlich für dieses Unterfangen. Wir haben kurz gefrühstückt und uns dann aufs Festland begeben Richtung Maryborough! Wir schon in der Einleitung erwähnt, war der Rückweg durch die Landestelle, wo wir zu Beginn noch stecken geblieben waren, ein Witz. Man lernt natürlich auch viel besser auf diesem Untergrund zu fahren und sein eigenes Auto kennen. Wir sind natürlich sehr stolz auf unseren alten Toyota Landcruiser und hoffen, dass er uns weiterhin so gut transportiert. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: durch die Kälte und Hitze Wechsel und den beständigen Schlägen durch das 4x4 Fahren ist uns auch noch der Luftzufuhrschlauch zum Turbo gerissen und wir mussten ihn mit schwarzem Klebeband reparieren; der Motor hört sich wieder ganz normal an :).

Die vielen Bilder von Fraser Island möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

Dienstag, 8. Juli 2008

Australien: Roadtrip Surfers Paradise / Brisbane / Noosa

Nach unserem netten Aufenthalt bei Marty & Jess in Nerang bei Surfers Paradise machten wir uns am Montagmorgen weiter auf unseren Roadtrip. Unsere Gastgeber sind nach ihrer 4-monatigen Reise durch Süd- und Zentralamerika wieder voll von der alltäglicher Routine eingefangen und im Arbeitsstress; so blieb die Verabschiedung am Morgen kurz.

Da die beiden im Oktober ihr Erstgeborenes erwarten, ein Mädchen, wollten wir – bevor wir uns ganz vom Acker machen – noch ein kleines Geschenk für die kleine Dame organisieren. Wir wurden während der Stadterkundigung auf ein paar Outletshops der Marken "Billabong", "Curl", "Quicksilver", etc. in der Nähe aufmerksam. So machten wir dort Halt und stöberten durch die Läden. Im Billabong-Laden fanden wir das perfekte Geschenk; ein Rushvest (spezielles Leibchen, das einen im Wasser länger warm hält) in Pink in der Grösse 0. Marty erzählte uns nämlich, dass er der Kleinen, alsbald möglich das Surfen beibringen möchte :).

Auch wir deckten uns mit ein paar neuen Sachen ein. Roberto kaufte sich eine neue schwarze Badehose, eine Hose von Cult, ein weisses Hemd von Billabong und ein Paar Flipflops zu einem Spottpreis. Ich erhielt ebenfalls neue Flipflops, Short & Hose, und einen Wetsuit von Billabong zu 50 %. Einen Wetsuit wollte ich mir schon seit längerem kaufen. Bisher waren die gemieteten oder von einer Tourgesellschaft zur Verfügung gestellten Wetsuits alle zu gross und wenn man bedenkt, dass die meisten Leute in den Wetsuit pinkeln, auch nicht gerade angenehm anzuziehen. Nun kann ich hoffentlich bald Gebrauch davon machen :).

Nach unserem Einkaufsbummel war es bereits späterer Vormittag und wir fuhren nochmals kurz bei Marty & Jess vorbei, um das Geschenk für die Kleine in deren Briefkasten zu deponieren.

Gegen den Nachmittag waren wir endlich startbereit um Richtung Brisbane (70 km nördlich), weiterzufahren. In Brisbane angekommen, machten wir Halt im "Lone Pine Sanctuary". Wäre das Wetter sonnig gewesen, hätten wir gerne ein oder zwei Themenpärke besucht. In und um Brisbane befinden sich nämlich das "Movie World", "Sea World", "Dreamworld", Wet 'n' Wild, etc.

Das Lone Pine Sanctuary ist das erste und grösste Koalazentrum (es behaust über 130 Koalas) Australiens und man findet hier unter anderem auch Wombats, Kängurus, Wallabies, verschiedene australische Vogelarten, Schlangen, Krokodile und Dingoes. Im Park hat man auch die Möglichkeit einen Koala zu halten und ihn zu streicheln. Es war seit meiner Ankunft in Australien ein Wunsch von mir einen Koala "zu knuddeln" und der Park bot diese Attraktion seinen Besuchern an. Ich habe hier die Gelegenheit gepackt und einen der süssen Koalas in den Armen gehalten. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass das Angebot eine absolute Geldmacherei ist und ich, wenn ich mich nochmals entscheiden könnte, mich dagegen entscheiden würde. Es ist ja nicht aus unerklärlichen Gründen verboten überall anders (VIC, ACT, NSW) einen Koala zu berühren Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf die Menschengeruch (Nachlesen im Wikipedia).

Der Ablauf ist wie folgt: Man steht an einer Warteschlange an, wo man dann gefragt wird, ob man ein Foto von sich und dem Koala haben möchte. Das Problem hier ist, dass man selber keine Fotos machen darf, sofern man nicht zuerst Foto des Parks kauft! Hierfür ist extra ein Mitarbeiter angestellt worden, der von den Besuchern und den Koalas Fotos mit einer ziemlichen Amateurkamera schiesst. Dieses kann man anschliessend für satte AU $ kaufen. Und nur beim Kauf dieses Fotos darf der Partner selber Fotos machen. So muss man sich also bereits im Vorhinein entscheiden, ob man ein Foto kaufen möchte. Das ganze Prozedere war eine regelrechte Abfertigung, an der ich nun teilgenommen habe. Unter anderen Umständen würde ich natürlich gerne nochmals einen Koala kurz halten, aber nie wieder würde ich dies unter diesen Bedingungen tun. Auch kam Roberto praktisch nicht dazu mich mit dem Koala zu fotografieren, denn schon nach zwei Minuten wurde er mir wieder entrissen.

Wie bereits erwähnt, werden nebst den Koalas auch andere Tierattraktionen im Lone Pine Sanctuary angeboten. Auf einem grossen Gelände hat man ebenfalls die Möglichkeit die Kängurus und Wallabies zu füttern und sie zu streicheln. Wir begaben uns nur kurz in das Gehege, streichelten ein paar Kängurus und machten uns kurz später Richtung Ausgang. Wir verbrachten gut 2 Stunden im Park und machten uns danach auf die Suche nach einem Schlafplatz.

Die Fotos vom Tierpark möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

Gelandet sind wir im überteuerten Endeavour Caravan Park nördlich von Brisbane. Da es bereits dunkel war, hatten wir keine Lust mehr in der Gegend herumzufahren, um nach einer anderen Übernachtungsmöglichkeit Umschau zu halten. Der Endeavour Caravan Park machte uns von Anfang an einen üblen Eindruck. Die Umgebung war hässlich, die Leute alle ein bisschen durchgedreht und über die Toiletten verliere ich hier keine Worte. Viele Leute schienen das ganze Jahr hindurch in diesem Caravan Park zu leben. Zum Glück war es für nur eine Nacht.

Am nächsten Morgen sind wir spät aufgestanden. Wir hatten gehofft, dass der Regen bald aufhören würde, da es bereits die ganze Nacht hindurch geregnet hatte. Das Wetter schien sich nicht zu bessern, so mussten wir uns im Regen auf den Weiterweg vorbereiten. Wir hatten leider nicht sehr viel Glück mit dem Wetter in den letzten Tagen und es scheint Tatsache zu sein, dass wir mit dem schlechten Wetter gereist sind.

Auf der Weiterfahrt machten wir noch Halt in ein paar Städten, u.a. Noosa Heads, einem Bezirk von Noosa, welcher sich über 7 km Küstengebiet erstreckt. Wir hatten keine Ambitionen uns die Küstenstadt Noosa Heads am nördlichen Ende der Sunshine Coast näher anzusehen, obwohl es eine sehr attraktive Stadt mit ungemein schönen Häusern und Gebäuden ist. Das lag wohl am schlechten Wetter :). Noosa Heads ist übrigens die Stadt der Berühmtheiten, so steht es auf jeden Fall in unserem Guidebook :). Hier findet man Luxushotels, Designerläden, gute Restaurants, wobei sich alles im Überschaubaren hält. Gegenüber Surfers Paradise, der Goldküste, findet man an der Sonnenscheinküste bei Noosa Heads Ruhe und ein relaxtes Ambiente und sehr gute Wellen; die letzten guten Wellen vor dem Great Barrier Reef.

Wir schauten uns die Stadt vom Auto aus kurz an und holten uns im örtlichen Infocenter Informationen bezüglich "Great Sandy Nationalparks" ein, wohin wir uns am gleichen Tag auf den Weg machten. Mehr dazu im Bericht zum Great Sandy Nationalpark.

Samstag, 5. Juli 2008

Australien: Booti Booti Nationalpark / Grassy Head / Surfers Paradise

Am Morgen sind wir das erste Mal auf unserem Roadtrip mit Regengüssen konfrontiert worden. Was für ein Start in den Tag :).

Da Sightseeing bei Regen und Nebel sowieso keinen Spass bereitet, schlichen wir den interessanten Spots davon und fuhren durch bis Port Macquarie. Ursprünglich planten wir in der Stadt Forster, beim Fisherman's Wharf, die "Dive Forester" Agentur zu besuchen und um uns zwei Arten von Touren zu informieren. Einerseits bietet die "Dive Forester" ein Package an, wo man mit Delphinen schwimmen bzw. schnorcheln kann für einen ziemlich zugänglichen Preis von AU $ 60.00. Andererseits kann man anscheinend (gemäss Werbung) eine Schnorcheltour buchen, wo man die Humpback-Wale von Nahem sehen könne. Gemäss Infobüchlein kann man auf diese Art die gigantischen Meeresbewohner von ca. 10 – 15 Meter Abstand beobachten. Das Tauchen mit den Walen ist jedoch nur in den Monaten August und September möglich. Zudem bietet dieser Tauchorganisator verschiedene Tauchgänge an für ca. AU $ 65.00. Vielleicht fahren wir ja nochmals zurück und versuchen unser Glück.

In Port Macquarie angekommen, fuhren wir zuerst an den wunderschönen Strand und genossen den Ausblick. Die Strandanlage und die Umgebung sind sehr schön gestaltet und auch hier bleibt man vom Tourismus nicht verschont. Langen Halt machten wir in dieser Stadt nicht. Wir besuchten das Roto House (eines der ältesten Häuser in der Umgebung) und das direkt danebenliegende Koala Krankenhaus. Der Eintritt in das Roto Haus sowie in das Koala Krankenhaus ist gratis. Wir haben uns die kranken und betagten Koalas angesehen und uns tiefgründiger über das Zentrum informiert. Die uns gegebenen Informationen möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

"Im Koala-Krankenhaus werden jedes Jahr 200-300 Tiere behandelt, die in einem Umkreis von 100 km leben. Die Neuzugänge und die schwer kranken Tiere werden auf der Intensivstation gepflegt. Wenn die Koalas das Schlimmste überstanden haben, werden sie in die schönen Aussengehege gebracht, wo sie die Sonne und die frische Luft geniessen können. Wenn sich die Tiere erholt haben, werden sie in ihren früheren Lebensräumen wieder freigelassen. Die meisten Helfer im Park leisten Freiwilligenarbeit.

Die Vernichtung des Lebensraums der niedlichen Beuteltiere, um neue Gebäude und Strassen zu bauen, stellt eine grosse Gefahr für die Koala-Population dar. Buschfeuer, auf der Strasse angefahrene Tiere und Hundebisse sind weitere Ursachen, die eine Behandlung im Krankenhaus nötig machen. Das Spital arbeitet im weiteren eng mit der Universität Sydney zusammen, mit dem Ziel, die durch Chlamydia-Bakterien hervorgerufenen Krankheiten dank Forschung besser heilen zu können.

Allgemeine Infos:
§   Die Hauptpaarungszeit ist von Oktober bis Januar.
§   Bei der Geburt nach einem Monat ist das Jungtier so gross wie eine Erdnuss.
§    Wegen der geringen Energiegehalts der Eukalyptusblätter schläft der Koala etwa 18 Stunden am Tag. Er frisst ca. 500 -1000 Gramm Blätter pro Tag, hauptsächlich in der Nacht.
§   Von den etwa 600 Eukalyptusarten nimmt der Koala etwa 40 zu sich.
§   Weibchen werden 15-18 Jahre, die Männchen 10-15 Jahre alt
§    Männliche Koalas haben zusätzlich eine Duftdrüse auf der Brust, mit der sie ihr Revier markieren."

Möchte man das Zentrum zudem auf irgendeine Art unterstützen, sind Spenden jederzeit willkommen oder man adoptiert einen der kranken Koalas.

Nach unserer Besichtigung der Koalas machten wir uns bereits wieder auf den Weg auf dem Pacific Highway in den Norden. Unsere nächste Wunschdestination war Scotts Heads, ein weiterer guter Surfspot. Gelandet sind wir schlussendlich in Grassy Heads, unweit von Scotts Head. Wir fanden eine sehr schöne Campinganlage namens Grassy Head Tourist Park (gratis Telefonnummer: 1800 00 66 00) nur 100 Meter vom Meer und von einem anderen Surfspot entwerft. Die ganze Anlage ist sehr sauber und zudem ist der Park nicht all zu touristisch (gemäss der Betreiberin: die letzte friedliche nicht touristische Oase in dieser Gegend). Wenn man sich gut umschaut, kann man sogar ein Blick auf vereinzelte Kängurus auf dem Gelände erhaschen. Die Dame an der Rezeption meinte, dass dies noch eines der wenigen Orte in dieser Gegend sei, wo der Tourismus noch nicht zu 100% eingeschlagen habe. Leider verfolgte uns das schlechte Wetter bis hierhin. Gerade als wir am Strand entlang laufen wollten, machten sich dunkelgraue Wolken am Horizont bemerkbar und wir eilten zurück zum Campingplatz. Wir schafften es genau noch rechtzeitig, um vom Regen verschont zu bleiben.

Am Abend guckten wir uns noch den Film "The Proof" auf dem Laptop an und da es sonst nicht viel zu machen gibt, gingen wir früh schlafen. Der nächste Morgen war wieder ziemlich regnerisch und dies zerstörte ein bisschen die Stimmung und Vorfreude aufs weitere Reisen. Ein Roadtrip bzw. Camping-Roadtrip ist nicht gerade das aufregendste bei stetigem Regen. Und es war an diesem Morgen, wo ich und Roberto uns entschliessen bzw. eingesehen haben, dass es langsam an der Zeit ist, langsam die Reise zu beenden und wieder zurück in die Schweiz zu kommen. Ich sehne mich schon seit längerem wieder etwas Festes zu haben (die eigenen vier Wände) und nehme teilweise neue Gegenden nicht mehr wahr. Zusammen sind wir doch bereits ein Jahr unterwegs und wir sind einfach schlichtweg müde vom Reisen. Alles Schöne nimmt irgendwann ein Ende zu. So werden wir unseren Roadtrip hier in Australien beenden, dann unsere Flüge nach Bali und Singapure noch ausnützen und im Oktober (wenn alles nach Plan klappt) wieder zurück in der Schweiz, home sweet home, sein:).  Dies ist unsere ehrliche Entscheidung und hat mit überhaupt keinen anderen Einflüssen (finanziellen vielleicht ein wenig) zu tun.

Nun bin ich ein bisschen ausgeschweift und komme nochmals zurück zum regnerischen Morgen. So fuhren wir stillschweigend weiter nördlich und machten kurz Halt in Coffs Harbour. Hier gäbe es die Möglichkeit im "Pet Porpoise Pool" eine interaktive Session mit einem Delphin zu buchen (Kostenpunkt ca. AU $ 200.00/Person). Es wird gross Werbung gemacht, dass jeder Besucher einen Kuss von einem Seelöwen erhält. Nun, die ganze Sache hat uns überhaupt nicht überzeugt und stinkt irgendwie zum Himmel. Die Vermarktung verläuft ganz anders als in Mo'orea in Französisch Polynesien, wo wir im Frühling dieses Jahr das Vergnügen hatten, einen Delphin näher kennen zu lernen. In Coffs Harbour hat man eher das Gefühl in einer Abfertigungsmaschine gelandet zu sein. Es werden u.a. Delphin- und Seelöwenshows für die Zuschauer angeboten.

Da es immer noch in Regen strömte, verbrachten wir fast den ganzen Tag im Auto und fuhren soweit möglich in den Norden bzw. zu Marty und Jess in Nerang, einem Vorort von Surfers Paradise. Bevor ich zu unserer Begegnung mit Marty & Jess komme, möchte ich noch erwähnen, dass wir vorher noch Halt in Byron Bay gemacht haben. Roberto hat hier damals ein paar wunderschöne Monate verbracht und hat mich durch die kleine Stadt geführt. Es gibt viele Geschichten über Byron Bay und vermutlich leben dort jetzt mehr Ausländer als Australier. Ehemals ein originales Hippie-Dorf, wurde es zum Pseudo-Hippie-Dorf, als die Neureichen und andere verkannte reiche Genies einzogen. Ursprünglich gab es genau zwei Surfshops, von welchem einer Mike der Besitzer war und Roberto wohnte bei ihm und seinen Hunden damals. Seit Jahren folgen heute scharenweise Leute aus der Ganzen Welt einer Legende, die niemals da gewesen ist, ausser, dass die Leute, die damals Byron Bay besiedelt hatten, diesen Ort als Oase der Zufriedenheit und Freude sahen und es ein paar sehr gute Surfspots gibt. Viel verändert hat sich nicht, ausser, dass alles ziemlich modernisiert wurde und ein paar Dutzend neue Surfshops vorhanden sind. Die Hippies sind heute noch dort, aber halt auch modern J.

Wie oben erwähnt, kamen wir nach langer Fahrt (über 400km) in Nerang beim Surfers Paradise so gegen ca. Uhr an und machten Halt bei Marty & Jess. Wir waren jedoch vorher noch mit der Haussuche beschäftigt. Wir hatten bei unserer Ankunft in Nerang nur den Strassennamen und keine Auskunft darüber, wo genau an der Strasse die beiden leben. Unser Mobiltelefon war in jenem Moment ausser Gefecht und so fuhren wir in der Nachbarschaft herum und suchten uns einen gratis Wifi-Internetzugang. Wir wurden fündig, starteten das Skype Programm und sendeten Matty ein SMS via Internet. Nach ein paar Minuten öffnete sich eine Tür und wir sahen Jess an der Türe stehen. Wir haben Marty & Jess im Februar 2008 in Florianopolis, Brasilien [LINK] kennengelernt und viel Zeit mit den beiden verbracht. Vor allem Roberto und Marty, die beiden gingen damals jeden Morgen zusammen in brasilianischen Gewässern surfen und rutschten auf den unzähligen Kondomen auf den Wegen hinunter zu den Surfspots dort gelegentlich aus (es war nämlich gerade so eine Gay Parade im Dörfchen).

Und nun, nach 5 Monaten, treffen wir die beiden an der Goldküste Australiens wieder. Die beiden geben ein sehr süsses Paar ab und erwarten im Oktober ihr Erstgeborenes, welches damals in Brasilien gezeugt wurde. Leider waren die beiden auch etwas sehr beschäftigt, der Alltag hatte sie wieder gepackt und Marty ist gerade im Begriff eine steile überaus lukrative Karriere als Real Estate Agent anzugehen. Er hatte 10 Jahre lang in London als REA gearbeitet und Jess und er hatten sich dort kennen gelernt. Nach wochenlangem Suchen und einigen Eignungstests bekam er den Job mit einer sehr prestige-trächtigen Firma und bekam zudem auch gerade eine Wohngegend in Surfers Paradies zugewiesen, bei welchen die Preise für Liegenschaften ab einer halben Million bis einigen Millionen liegen. Wie bekamen einen kleinen Einblick in die Villen, die er in Zukunft gedenkt an vorwiegend Neuseeländer und Asiaten zu verkaufen. Da er selbst Neuseeländer ist, hat er da einen kleinen Vorteil. Er kriegt 40%-60% des Mehrwertes eines Verkaufs oder 5% eines fix abgemachten Preises, wenn das Haus oder Anliegen unter den Hammer kommt. Er arbeitet im Moment noch 6-7 Tage die Woche, aber sobald er sich etwas etabliert hat, will er sich einen Sprössling suchen, der ihm die leidige Arbeit dieses Business abnimmt. Dann kann er sich wieder mehr der Familie und dem baldigen Familienzuwachs widmen und auch wieder öfters surfen gehen.

Das Haus in welchem sie wohnen hat uns sehr gut gefallen, vor allem aber der Hintergarten mit dem beleuchteten Swimming Pool und der sehr grosszügigen Holzveranda mit grossem Tisch und BBQ-Anlage. Alles sieht sehr einladend für ein paar nette Sommerabende unter Freunden aus. Sie suchen sie aber schon etwas Neues und Grösseres sobald der Nachwuchs da ist. Einen Zuwachs zur Familie haben sie schon, eine kleine 9 Wochen alte Hündin (Stefford??) namens Bella, welche gerade das Konzept von stubenrein lernt und vor Aufregung über unsere Ankunft gleich ein paar Pfützen in die Wohnung platziert.

Als wir ankamen waren wir eigentlich todmüde, aber Marty und Jess luden uns noch auf zwei Parties ein, da sie selbst eigentlich nicht gehen wollten. Die eine Geburtstagsparty war von einer 61-jährigen, welche ihren 40-sten Jahrestag des nicht gefeierten 21-sten Geburtstages (der 21-ste Geburtstag ist etwas ungemein Wichtiges in Australien, aber ich werde an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen) feierte und bei welchen Marty's Eltern eingeladen waren. Leider hatte Roberto keine Kleider mehr zum Anziehen und wir hatten erst begonnen zu waschen und es gab auch keinen Tumbler. Marty jedoch lieh ihm ein paar Fetzen aus seiner Garderobe und so verliessen wir die warme heimelige Stube, um uns auf die erste gut 30km entfernte Party zu begeben.

Dort angekommen, waren die Leute sehr glücklich über unsere Ankunft und wir wurden (obwohl unangemeldet, aber das spielt bei Neuseeländern und Australiern selten eine Rolle) sehr herzlich willkommen geheissen. Es waren sehr lustige und interessante, meist ältere Leute anwesend und der Herr des Hauses war gerade im Begriff den BBQ-Grill anzuschmeissen. Die Jubilarin zeigte stolz einen wackeligen Handycam Film von ihrem Geburtstagsgeschenk, was eine Art Fallschirmflug an einem Boot angemacht (mir kommt die genaue Bezeichnung dieses Sports nicht in den Sinn) war auf dem übergrossen LCD Fernseher; wir staunten nicht schlecht über die sehr jung gebliebene 61 Jährige. Wir lernten auch Martys Zwillingsbrüder und seine Eltern kennen, welche alle sehr easy-going und witzig waren. Nach einem Festschmaus und etwa 1.5 Stunden später verabschiedeten wir uns wieder, da wir noch eine zweite Geburtstagsparty besuchen mussten. Diese war wieder eine 20 Minuten Fahrt durch Surfers Paradise und als wir bei der Sportsbar ankamen, sahen wir eine freucht-fröhliche Gesellschaft; wir hatten den Kulminationspunkt dieser Party offensichtlich verpasst und waren sichtlich zu wenig betrunken, um uns dort wohl zu fühlen. Die restlichen Gäste störte es auch nicht gross, als wir uns nach einem Bier und gut 30 Minuten später wieder aus dem Staub Richtung Hause machten.

Zuhause angekommen fielen alle nur noch ins Bett und schliefen zufrieden ein. Am Morgen versuchten Marty und Roberto ihr Glück mit Surfen, aber wie so oft hatten sie kein Glück. Sie suchten etwa 35km Strand ab, von ihrem Zuhause bis nach Coolangatta, jeden einzelnen Surfspot, aber überall waren die Wellen entweder zu klein oder zu verblasen. So kehrten sie zurück, um sich einen Kaffee zu machen und den verregneten Morgen zu verwünschen. Wir Frauen waren mittlerweile auch schon aufgestanden und wir wurden kurze Zeit später von Jess' Mutter begrüsst, welche sich schon eingefunden hatte, um mit ihrer Tochter an den Sonntagsmarkt zu gehen und Früchte einzukaufen. Jess' Mutter sieht trotz ihres Alters immer noch blendend aus und scheint sich extrem fit zu halten. Auch nach einigen interessanten Gesprächen ist es uns nicht ganz klar geworden, was ihre Berufung ist, aber sie scheint so eine Art Astrophysiologin zu sein, welche mit alternativen Heilmethoden und entspannenden Massagen (deren Namen wir beim besten Willen nicht mehr rekonstruieren könnten) Leuten mit hohem Arbeitsstress hilft. Alles in allem bekamen wir sie nur kurz zu Gesicht, aber es scheint eine sehr interessante Persönlichkeit zu sein.

Marty und Jess machten sich auf den Weg und wir entschieden uns Surfers Paradise näher zu erkunden, zumal Roberto mir versprach, die Stadt etwas zu zeigen. Wir versuchten unser Glück auch nochmals mit dem Abklappern einiger Surfspots bis fast nach Coolangatta, aber auch ein paar Stunden später schien sich das Meer noch nicht beruhigt zu haben. So fuhren wir wieder zurück Richtung Surfers und kamen auf dem Rückweg noch bei einer Konditorei vorbei, welche am Sonntag geöffnet hatte. Auf die Bremsklötze getreten und schon standen wir vor einer riesengrossen Auswahl an schmackhaft aussehenden Quark- und anderen Crèmetorten. Wir entschieden uns für eine Art Schwarzwäldertorte ohne Schwarzwälderkirschen drin und kauften gleich die Hälfte für gut AUD 15.00$. Mit der Torte auf den Knien brausten wir in die Partystadt Surfers Paradise und Roberto versuchte sich zu erinnern, wo es sich lohnt mit dem Auto durchzufahren, um möglichst vieles von der Stadt zu sehen. Wir fuhren dem Surfers Paradise Boulevard entlang und genossen den Anblick auf eine Mischung zwischen Los Angeles und Las Vegas. Hier findet das Shoppingherz der Dame alle Läden mit Rang und Namen, Wolkenkratzer mit Lofts für die Leute, welche in den zahllosen Kasinos dem Weg entlang ihr Konto aufbessern konnten. Die Rundfahrt hat mir sehr gut gefallen. Nachdem wir etwa eine halbe Stunde herumgekurvt waren, verliessen wir die Stadt wieder Richtung Nerang. Bei unseren Freunden angelangt, wiederholte sich das Schauspiel und wir kontaktierten Marty ein weiteres Mal, damit er Jess aus der Dusche jagen konnte, damit sie uns die Haustür öffnete. Da es leider immer wieder regnete, waren unsere Kleider immer noch nicht trocken und wir hofften, dass sie über Nacht wenigstens trocken würden; Roberto jedoch hatte sich schon sehr an Martys Kleider gewöhnt.

Am Abend kochte Marty und obwohl wir schon wussten, dass beide sehr gute Köche waren, übertraf er unsere Erwartungen vollends, als er einen Roast (Braten) im Ofen zubereitete mit gegrilltem Gemüse und selbst gemachtem Kartoffelstock und einer selbst gemachten Bratensauce. Wir schlugen uns alle den Magen voll mit dem wirklich vorzüglichen Mahl. Irgendwie vergassen wir fast, dass wir ja noch eine hoffentlich gute Torte im Kühlschrank hatten J. Diese wurde jedoch eine Stunde später auch noch entdeckt und durfte als krönender Abschluss eines wirklich edlen und ruhigen nicht fehlen; wir konnten uns kaum mehr bewegen, aber es tat so gut, wieder einmal so ein reichhaltiges und klar differenziertes Mahl zu sich zu nehmen, nach Tagen der Campingkocherkunst.

Der nächste Tag offenbarte sich, wie auch nicht anders zu erwarten, intermittierend regnerisch und bewölkt. Die Kleider wurden dadurch über Nacht noch ein zweites Mal gewaschen, obwohl wir das nicht für nötig befunden hätten. Wir stopften die halbtrockenen Kleidungsstücke in den Waschsack und luden unser Zeugs in den Landcruiser; Zeit Abschied zu nehmen von unseren Freunden an der Goldküste. Wir waren wieder auf der Strasse J.

Die Bilder findet ihr hier:



Donnerstag, 3. Juli 2008

Australien: Roadtrip Newcastle / Nelson Bay / Booti Booti Nationalpark

Für heute Vormittag war eine Wal Beobachtungstour geplant. In den Wintermonaten schwimmen nämlich die Humpback Wale an der Ostküste Australiens vorbei, wo sie sich paaren und gegen Oktober wieder zurück in die arktischen Gewässer schwimmen. Daher ist "Whale-Watching" momentan die grösste Attraktion an der Ostküste Australiens. Nachdem Roberto beim Surfen in Batemans Bay bereits drei Wale gesehen hat, wollte ich es natürlich nicht missen, auch in den Genuss der Humpback Wale zu kommen. So entschlossen wir uns spontan mit dem "Imagine Katamaran" (Startpunkt Nelson Bay) eine dreistündige Tour zu machen. Von Nelson Bay starten übrigens täglich dutzende von Booten ihre Dienste für die Touristen. Entweder man schliesst sich einer "Dolphin-Watching-Tour" (Bottlenose Delphine sind im Port Stephens zu Hause) an oder entscheidet sich für eine Wal Beobachtungstour.

Nelson Bay befindet sich übrigens auf der Tomaree Halbinsel (Port Stephens) und ist über gute 40 km von Pacific Highway aus erreichbar. Möchte man wieder auf die Autobahn gelangen, muss man dieselbe Strecke wieder zurückfahren. Die 26 goldenen Sandstrände auf der Peninsula werden gut vermarktet und man findet zig verschiedene Campinganlagen. Günstig sind sie jedoch nicht. Man mag es fast nicht glauben, die eine Campinganlage in der Nähe des Little Beach, verlangte über AU $ 30.00 für das Parkieren unseres Autos auf ihrem Gelände und die Benützung der Toiletten und Duschen. Die Strände sind aber tatsächlich wunderschön, wenigstens jetzt in den Wintermonaten, wo die Strände praktisch leer sind. Ein berühmter Strand ist der Stockton Beach, wo man mit einem 4x4 Wagen entlang fahren kann. Hierfür benötigt man jedoch die Erlaubnis der örtlichen zuständigen Stelle und eine 10 Dollarnote:). Hinter dem Stockton Beach befinden sich hochragende Sanddünen, welche zum Sandboarden einladen (natürlich sind diese im Vergleich zu den Sanddünen in Peru nicht gross erwähnenswert).

Zurück zu unserer Wal-Beobachtungstour. Der Imagine Katamaran startete pünktlich um Uhr. Es dauerte eine Weile bis wir einen Wal sehen konnten, bzw. einen winzigen Teil davon. Wir konnten insgesamt zwei Wale sehen, jedoch waren diese sehr weit weg von uns entfernt und während der ganzen Tour haben wir die Wale leider nicht richtig zu Gesicht bekommen. Wir sahen von weitem mehrmals die Flossen und den Buckel, mehr jedoch nicht. Ich möchte jetzt nicht jammern, aber ich habe mir die Wal-Beobachtungstour ein bisschen aufregender vorgestellt und gedacht, man bekäme die Wale von Nahem zu sehen. Wenn man also Glück hat, sieht man auf solch einer Tour mal einen Wal springen ("breaching", wie es die Experten nennen). Der Kapitän verstand unsere Enttäuschung und offerierte uns für den nächsten Tag eine Tour für den halben Preis. Wir sagten dem noch nicht zu und warteten ab, wie unsere Stimmung und auch das Wetter am nächsten Morgen sein würden. Es windete nämlich heftig und uns wurde gesagt, dass bei groben Seegang die Wale auch keine Lust zum Rumspringen hätten.

Nach der enttäuschenden Tour fuhren wir ein bisschen den Stränden "Shoal Bay, "Zenith Bay" und "Birubi Point" entlang und schauten Ausschau nach surfbaren Wellen. Leider hatten wir kein Glück mit den Wellen, diese waren an diesem windigen Tag einfach nur "flat" oder "mushy, murky" :(. Dafür wurden wir mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt. Gegen den späteren Nachmittag fuhren wir an den Little Beach, schauten uns den romantischen Sonnenuntergang an, und gingen alsbald schlafen. Wir entschieden uns am Strand zu übernachten (im unserem bequemen Auto wohl bemerkt). Den Tipp mit dem "Little Beach" erhielten wir vom Kapitän des "Imagine Katamarans". Er meinte nämlich während der Tour, er sehe oft Leute am hiesigen Strand übernachten.

Am nächsten Morgen wachten wir pünktlich bei Sonnenaufgang auf und waren vollkommen alleine am Strand, bis zu jenem Zeitpunkt, wo Roberto sich kurz entschuldigte und sich ins Gebüsch davonmachte. Wieso er sich hinter die Gebüsche begeben hat, wird hier wohl allen klar sein :). So war er in dieser Minute vollkommen alleine und alsbald er verschwunden war, rannte ein Morgenläufer an mir vorbei in Robertos Richtung. Als wäre das nicht genug, fuhr genau in diesem Moment ein Motorboot an der Küste entlang und diese Kombination erschreckte Roberto dermassen, dass er vor lauter Überraschung umfiel. Das wäre ja kein Problem, wenn man die Hosen schon oben hätte und wenn die Richtung des Umfallens optimal gewählt wäre. Aber dem war leider nicht so und näher wollen wir es auch gar nicht beschreiben. Jedenfalls war das ein absoluter Lacher für uns beide, von dem wir uns erst nach einer Weile erholen konnten :).

Der neue Tag brachte uns leider schlechtes Wetter. Aus diesem Grund entschieden wir uns, keine Wal-Beobachtungstour mehr zu machen (trotz der Offerte des halben Preises).  So fuhren wir am späteren Morgen los Richtung Norden und machten Halt beim Informationszentrum in Bulahdelah. Roberto informierte sich über Campingmöglichkeiten in der Region und über nahe liegende Sehenswürdigkeiten. Bezüglich Camping wurde uns empfohlen, im Booti Booti Nationalpark zu parkieren und zu campen (ein bestimmten Orten). Die Ranger machen nach Uhr sowieso Feierabend und nach dieser Zeit interessiere es niemanden, ob nun jemand Halt für die Nacht mache oder nicht. Das Problem in NSW ist, dass man überall Camping-Vorbotsschilder vorfindet und man nicht einfach an den Strand fahren kann und dort übernachten.

Des Weiteren empfiehl uns der nette Herr vom Informationszentrum, den Seal Rocks im Myall Lakes Nationalpark zu besuchen. Hier hätte es einerseits einen guten Surfspot und man könne, wenn man Glück hat, Wale im Bay observieren.

Wir fuhren daraufhin zuerst in den Myall Lakes Nationalpark vorbei am Myall Lake zum Seal Rocks. Der Nationalpark beherbergt u.a. Koalas, Wallabies, Possums und verschiedene Arten von Vögeln. Der Strand bei Seal Rocks mit seinem kristallklaren Wasser hat uns sehr gut gefallen und lud uns zu einem Spaziergang ein. Direkt am Seal Rocks ist übrigens eine Campinganlage vorzufinden, welche eine herrliche Lage einnimmt. Die Gegend ist sehr ruhig und wunderschön! Die Strände Australiens gefallen mir im Generellen sehr gut – vor allem wenn die Sonne scheint.

Langsam aber sicher knurrten unsere Mägen und wir fuhren der Lake Highway entlang zum Booti Booti Nationalpark Ausschau haltend nach einem netten Örtchen um unsere Kochnische auszupacken :). Der Elizabeth Beach war hierfür perfekt…

Übernachtet haben wir schlussendlich im "Pacific Palms Caravan Park". Ich habe meinerseits – gemäss Aussage von Roberto – bereits zu viele Horrorfilme gesehen und hatte an jenem Abend ein unwohliges Gefühl einfach am Strand zu übernachten :).

Die Bilderserie gibt's natürlich auch hier (ohne das Missgeschick):

Mittwoch, 2. Juli 2008

Australien: Roadtrip Batemans Bay to Swansea (Newcastle)

Von Batemans Bay aus fuhren wir auf dem Princess Highway Richtung Wollongong. Diese Strecke führt an einigen Nationalpärken am Strand vorbei, u.a. dem 7 Mile Beach Nationalpark, wo mir über Mittag kurz Halt und alleine am Strand ein Picknick gemacht haben. Das Wetter war für die Winterverhältnisse sehr schön und wir lauschten dem Meer zu und genossen die Ruhe. In den Sommermonaten sieht das ganze alles anders aus bezüglich Touristen, daher sind wir eigentlich froh darum, einen Teil Australiens jetzt so alleine zu sehen. So unerträglich waren die Wintermonate bisher gar nicht. Die Sonne scheint tagsüber trotzdem, nur liegen die Temperaturen tagsüber um die 15-20° hier an der Küste von New South Wales. In ein paar Tagen werden wir dann endlich an der Nord-Ostküste sein und uns über das Wetter keine Gedanken mehr machen müssen :). Wenigstens hoffen wir das.

Nach unserem Picknick richteten wir unser Bett zurecht, um ein Nickerchen zu machen. Während unseres Roadtrips werden wir eigentlich mehrheitlich in unserem Landcruiser schlafen, welcher im hinteren Teil genügend Schlafraum für uns beide bietet. Wir haben unsere Liegematten ausgelegt und schlafen auf einer neu gekauften und bequemen Daunendecke (welche über die Matten ausgelegt ist). Man will es fast nicht glauben, aber es ist wirklich sehr bequem :). Unser Zelt haben wir natürlich auch dabei und wenn sich die Möglichkeit ergibt, werden wir sicher auch Mal unser Zelt wieder in Betrieb nehmen. Auf diese Weise, können wir uns die teuren Unterkunftsgebühren sparen und müssen mit max. ca. AUD $ pro Nacht rechnen. Die Campingplätze mit Duschen und Toiletten verlangen leider teilweise diese horrende Preise. Wenn es sich ergibt, schlafen wir irgendwo in einem Park im Busch, aber man muss in NSW aufpassen, wo man im Freien übernachtet, denn die Ranger sind äusserst rigoros im Bussen verteilen. Es hat sich vieles geändert, seit Roberto das letzte Mal länger auf einen Roadtrip gegangen ist. Damals schlief er überall einfach wo es ihm passte ohne Entgelt, benutzte die öffentlichen Duschen und kaufte sich für AUD $2.00 eine Packung Fish'n'Chips, die ihn einen Tag nährte; Diesel kostete damals maximal 60 Cents der Liter, im Moment bezahlen wir rund AUD $1.80.

Ausgeschlafen fuhren wir dann weiter bis zum niedlichen Städtchen Kiama. Hier scheint der Tourismus in den Sommermonaten auch zu boomen, überall findet man Hotels, Motels, etc. wieder. Nichtsdestotrotz ist die Stadt wirklich schön und bietet dem Durchreisenden Blicke auf ein paar schöne Gebäude. Wir sind auf der Suche nach dem Blowhole aus versehen in ein Wohnquartier gefahren und staunten nicht schlecht über die Häuser! Wie gerade erwähnt, hat die Stadt eine grosse Attraktion, nämlich das Blowhole (wenn die Wetterbedingungen, vor allem aber Tide-Höhe und Richtung, es erlauben, spritzt die Wasserfontäne bis zu 6 Meter hoch).

An diesem Nachmittag war der Ozean aber zu ruhig, als dass man hätte das Blowhole in seiner Glorie betrachten können. Nun ja, da wir schon viele Blowholes auf unserer Reise gesehen haben, war dies eigentlich nichts Neues für uns und wir informierten uns dann über günstige Campingmöglichkeiten im Informationszentrum. Die Dame am Infostand meinte, dass die günstigste Campinganlage im State Park Killalea läge. Dieser Park ist ziemlich gross und bietet viele Picknickmöglichkeiten, BBQs, Camping, Schwimmmöglichkeiten, Bushwalks, etc. Im Park findet man auch wunderschöne Strände, die sich über 8 km hinausstrecken. Die "Mystics Beach" und "Farm Beach" sind bekannt unter den Surfern. Gemäss dem Ranger, befinden sich an Wochenenden ca. 80 Surfer in den Wässern anliegend an den Parks.

Gratis Camping gäbe es in Kiama und Umgebung nicht. Ausser einer Autoraststätte 5 km nördlich vom Kiama. Da wir aber doch eine Dusche brauchten, entschieden wir uns in den nördlich liegenden State Park Killalea zu fahren. Bei unserer Ankunft machte das Wetter bereits schlechte Miene und wir trafen bei unserer Ankunft den Parkranger an, der uns freundlich begrüsste. Wir fragten ihn, ob er uns mit dem Preis entgegen kommen könne, aber leider stand es nicht in seiner Macht, uns weniger für die Übernachtung zu belasten. Dafür bekamen wir gratis Brennholz und machten uns kurz darauf ein Feuerchen. Wir waren übrigens fast alleine im Campingplatz. Wir legten eine Decke vor dem Feuer aus und genossen die Wärme und den klaren Sternenhimmel. Es war wirklich herrlich!!! Da wir schon ein Feuer brennen hatten, entschieden wir uns für den Abend Pasta zu machen und füllten unseren Kochtopf mit Wasser und stellten ihn auf die heisse Platte über dem Feuer. Hungrig warteten wir auf das Aufkochen des Wassers, doch nahm das Prozedere eine lange Zeit in Anspruch, denn der Topf stand auf einer gut 1cm dicken Eisenplatte und darunter waren gut 15cm entfernt die heissen Kohlen. Das Wasser kochte nicht richtig auf und so entschlossen wir uns einfach die Pasta in das Wasser zu schmeissen, auch wenn es noch nicht richtig kochte. Das Resultat: Wenigstens hatten wir Tomatensauce von Rina erhalten und hatten guten Parmasankäse dabei. Die Teigwaren waren leider sehr matschig :).

5 Minuten nach dem Essen fing es an zu regnen und wir verkrochen uns in unseren  Schlafplatz. In der Nacht windete und regnete es heftigst! Teilweise spürte man, wie das Auto hin und her wackelte :). Ein bisschen Abenteuer tut niemandem Weh :).

Am nächsten Morgen assen wir in aller Ruhe Frühstück und Roberto backte sogar ein paar Brötchen auf der Barbecue Platte. Wir trafen dann noch zwei Surfer an, die auch in der Anlage übernachtet haben und Ausschau nach guten Wellen hielten. Wir fuhren dann natürlich auch zum Farm Beach hinunter (diesmal ich am Steuer) und die Wellen waren ca. 0.5 M. hoch und nur für "Longboarder".

So machten wir uns Richtung Wollongong (eine Studentenstadt), welche Roberto besonders am Herzen liegt. Hier verbrachte er nämlich vor über 10 Jahren unvergessliche Tage zusammen mit seiner Cousine Maria, die damals hier studierte. Die unvergesslichen Tage von damals sind nämlich mit lauter Partymachen verbunden :). In Wollongong machten wir kurz Halt, schauten uns das Städtchen im Schnellrundgang an, besuchten den Lookout Point mit Aussicht über Wollongong und des Weiteren planten wir unsere Weiterreise. Eigentlich wollten wir in Wollongong weitere Familienmitglieder Robertos besuchen, aber leider waren sie genau heute im Norden an einem Footballgame.

So machten wir unseren Weg Richtung Newcastle, ein Städtchen am Strand, ca. 150 km nördlich von Sydney.

Übernachtet haben wir im Swansea Gardens Lakeside Holiday Park in Swansea bei Newcastle. Wieder einmal waren wir ziemlich alleine auf dem Campingplatz. Heute weihten wir unseren Gaskocher/-grill ein und machten uns wie am Vorabend Pasta. Hinzu grillierten wir Peperoni mit Zwiebeln. Das Beste war, dass wir sogar eine gratis Wifi-Connection hatten.