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Mittwoch, 2. Juli 2008

Australien: Roadtrip Batemans Bay to Swansea (Newcastle)

Von Batemans Bay aus fuhren wir auf dem Princess Highway Richtung Wollongong. Diese Strecke führt an einigen Nationalpärken am Strand vorbei, u.a. dem 7 Mile Beach Nationalpark, wo mir über Mittag kurz Halt und alleine am Strand ein Picknick gemacht haben. Das Wetter war für die Winterverhältnisse sehr schön und wir lauschten dem Meer zu und genossen die Ruhe. In den Sommermonaten sieht das ganze alles anders aus bezüglich Touristen, daher sind wir eigentlich froh darum, einen Teil Australiens jetzt so alleine zu sehen. So unerträglich waren die Wintermonate bisher gar nicht. Die Sonne scheint tagsüber trotzdem, nur liegen die Temperaturen tagsüber um die 15-20° hier an der Küste von New South Wales. In ein paar Tagen werden wir dann endlich an der Nord-Ostküste sein und uns über das Wetter keine Gedanken mehr machen müssen :). Wenigstens hoffen wir das.

Nach unserem Picknick richteten wir unser Bett zurecht, um ein Nickerchen zu machen. Während unseres Roadtrips werden wir eigentlich mehrheitlich in unserem Landcruiser schlafen, welcher im hinteren Teil genügend Schlafraum für uns beide bietet. Wir haben unsere Liegematten ausgelegt und schlafen auf einer neu gekauften und bequemen Daunendecke (welche über die Matten ausgelegt ist). Man will es fast nicht glauben, aber es ist wirklich sehr bequem :). Unser Zelt haben wir natürlich auch dabei und wenn sich die Möglichkeit ergibt, werden wir sicher auch Mal unser Zelt wieder in Betrieb nehmen. Auf diese Weise, können wir uns die teuren Unterkunftsgebühren sparen und müssen mit max. ca. AUD $ pro Nacht rechnen. Die Campingplätze mit Duschen und Toiletten verlangen leider teilweise diese horrende Preise. Wenn es sich ergibt, schlafen wir irgendwo in einem Park im Busch, aber man muss in NSW aufpassen, wo man im Freien übernachtet, denn die Ranger sind äusserst rigoros im Bussen verteilen. Es hat sich vieles geändert, seit Roberto das letzte Mal länger auf einen Roadtrip gegangen ist. Damals schlief er überall einfach wo es ihm passte ohne Entgelt, benutzte die öffentlichen Duschen und kaufte sich für AUD $2.00 eine Packung Fish'n'Chips, die ihn einen Tag nährte; Diesel kostete damals maximal 60 Cents der Liter, im Moment bezahlen wir rund AUD $1.80.

Ausgeschlafen fuhren wir dann weiter bis zum niedlichen Städtchen Kiama. Hier scheint der Tourismus in den Sommermonaten auch zu boomen, überall findet man Hotels, Motels, etc. wieder. Nichtsdestotrotz ist die Stadt wirklich schön und bietet dem Durchreisenden Blicke auf ein paar schöne Gebäude. Wir sind auf der Suche nach dem Blowhole aus versehen in ein Wohnquartier gefahren und staunten nicht schlecht über die Häuser! Wie gerade erwähnt, hat die Stadt eine grosse Attraktion, nämlich das Blowhole (wenn die Wetterbedingungen, vor allem aber Tide-Höhe und Richtung, es erlauben, spritzt die Wasserfontäne bis zu 6 Meter hoch).

An diesem Nachmittag war der Ozean aber zu ruhig, als dass man hätte das Blowhole in seiner Glorie betrachten können. Nun ja, da wir schon viele Blowholes auf unserer Reise gesehen haben, war dies eigentlich nichts Neues für uns und wir informierten uns dann über günstige Campingmöglichkeiten im Informationszentrum. Die Dame am Infostand meinte, dass die günstigste Campinganlage im State Park Killalea läge. Dieser Park ist ziemlich gross und bietet viele Picknickmöglichkeiten, BBQs, Camping, Schwimmmöglichkeiten, Bushwalks, etc. Im Park findet man auch wunderschöne Strände, die sich über 8 km hinausstrecken. Die "Mystics Beach" und "Farm Beach" sind bekannt unter den Surfern. Gemäss dem Ranger, befinden sich an Wochenenden ca. 80 Surfer in den Wässern anliegend an den Parks.

Gratis Camping gäbe es in Kiama und Umgebung nicht. Ausser einer Autoraststätte 5 km nördlich vom Kiama. Da wir aber doch eine Dusche brauchten, entschieden wir uns in den nördlich liegenden State Park Killalea zu fahren. Bei unserer Ankunft machte das Wetter bereits schlechte Miene und wir trafen bei unserer Ankunft den Parkranger an, der uns freundlich begrüsste. Wir fragten ihn, ob er uns mit dem Preis entgegen kommen könne, aber leider stand es nicht in seiner Macht, uns weniger für die Übernachtung zu belasten. Dafür bekamen wir gratis Brennholz und machten uns kurz darauf ein Feuerchen. Wir waren übrigens fast alleine im Campingplatz. Wir legten eine Decke vor dem Feuer aus und genossen die Wärme und den klaren Sternenhimmel. Es war wirklich herrlich!!! Da wir schon ein Feuer brennen hatten, entschieden wir uns für den Abend Pasta zu machen und füllten unseren Kochtopf mit Wasser und stellten ihn auf die heisse Platte über dem Feuer. Hungrig warteten wir auf das Aufkochen des Wassers, doch nahm das Prozedere eine lange Zeit in Anspruch, denn der Topf stand auf einer gut 1cm dicken Eisenplatte und darunter waren gut 15cm entfernt die heissen Kohlen. Das Wasser kochte nicht richtig auf und so entschlossen wir uns einfach die Pasta in das Wasser zu schmeissen, auch wenn es noch nicht richtig kochte. Das Resultat: Wenigstens hatten wir Tomatensauce von Rina erhalten und hatten guten Parmasankäse dabei. Die Teigwaren waren leider sehr matschig :).

5 Minuten nach dem Essen fing es an zu regnen und wir verkrochen uns in unseren  Schlafplatz. In der Nacht windete und regnete es heftigst! Teilweise spürte man, wie das Auto hin und her wackelte :). Ein bisschen Abenteuer tut niemandem Weh :).

Am nächsten Morgen assen wir in aller Ruhe Frühstück und Roberto backte sogar ein paar Brötchen auf der Barbecue Platte. Wir trafen dann noch zwei Surfer an, die auch in der Anlage übernachtet haben und Ausschau nach guten Wellen hielten. Wir fuhren dann natürlich auch zum Farm Beach hinunter (diesmal ich am Steuer) und die Wellen waren ca. 0.5 M. hoch und nur für "Longboarder".

So machten wir uns Richtung Wollongong (eine Studentenstadt), welche Roberto besonders am Herzen liegt. Hier verbrachte er nämlich vor über 10 Jahren unvergessliche Tage zusammen mit seiner Cousine Maria, die damals hier studierte. Die unvergesslichen Tage von damals sind nämlich mit lauter Partymachen verbunden :). In Wollongong machten wir kurz Halt, schauten uns das Städtchen im Schnellrundgang an, besuchten den Lookout Point mit Aussicht über Wollongong und des Weiteren planten wir unsere Weiterreise. Eigentlich wollten wir in Wollongong weitere Familienmitglieder Robertos besuchen, aber leider waren sie genau heute im Norden an einem Footballgame.

So machten wir unseren Weg Richtung Newcastle, ein Städtchen am Strand, ca. 150 km nördlich von Sydney.

Übernachtet haben wir im Swansea Gardens Lakeside Holiday Park in Swansea bei Newcastle. Wieder einmal waren wir ziemlich alleine auf dem Campingplatz. Heute weihten wir unseren Gaskocher/-grill ein und machten uns wie am Vorabend Pasta. Hinzu grillierten wir Peperoni mit Zwiebeln. Das Beste war, dass wir sogar eine gratis Wifi-Connection hatten.


Samstag, 28. Juni 2008

Australien: Batemans Bay

Unser erster Halt auf unserem Roadtrip war in Batemans Bay bzw. am Surf Bay bei Robertos Verwandten. Sie erwarteten uns bereits zum Abendessen und wir wurden die nächsten Tage kulinarisch von Rina (Robertos Tante) verwöhnt. Das Häuschen von Jo & Rina liegt auf einem Hügel mit Aussicht über das Bay und manchmal kann man vom Balkon aus sogar ein paar Delphine im Bay beobachten, sowie Zeuge eines spektakulären Sonnenaufgangs sein. Im Dörfchen scheinen sich alle zu kennen und mehrheitlich sind die Häuser von älteren Leuten bewohnt. Vor ca. 40 Jahren waren es die Italiener, die sich Landstücke am Surf Bay gekauft haben und ihre Häuser darauf bauen liessen oder bauten. Heutzutage sind auch viele Spanier und Griechen am Surf Bay anzutreffen, mehrheitlich jedoch Italiener :).

So fuhr mich Roberto ein bisschen in der Gegend herum und er zeigte mir verschiedene Strände und Dörfchen. Er war vor gut 10 Jahren bereits hier und kannte die Leute im Dörfchen immer noch :).

An einem Nachmittag machten wir Halt im Birdland Animal Park in Batemans Bay und waren total entzückt vom Park. Der Eintritt kostet AU $ / Person und man kann unter anderem verschiedene Arten von Wallabies, Kängurus, Koalas, Alpacas, Rehe, verschiedene Vogelarten, Reptilien, etc. beobachten. Jeweils 2 Mal pro Tag gibt es eine Vorführung, wo man eine Schlange um den Hals tragen und einen Wombat halten und knuddeln kann. Dies alleine war echt spektakulär. Wenn man am Morgen in den Park geht, kann man zudem miterleben, wie die schüchternen Koalas gefüttert werden. In New South Wales ist es übrigens verboten einen Koala zu streicheln, da diese Tiere sehr empfindlich darauf reagieren. Wir hatten aber die Möglichkeit den Koala von Nahem zu beobachten und haben ein paar Fotos der beiden Koalas im Park gemacht.

Des Weiteren bietet der Park einem die Möglichkeit, den Kängurus ein bisschen näher zu kommen, sie zu streicheln und zu füttern. Diejenigen, die uns kennen, können sich vorstellen, dass wir eine halbe Ewigkeit mit den Kängurus im Gehege verbracht haben. Sie kamen angehoppelt und erwarteten gefüttert zu werden :). Dieses Erlebnis war wirklich ganz witzig und ich habe die Kängurus sehr in mein Herz geschlossen. Für Tierliebhaber ist dieser Park also definitiv ein Muss.

Am Vortag unserer Abreise in den Norden war surfen angesagt und wie so oft ging die Fahrt direkt zum McKenzies Beach, da es dort praktisch immer Wellen hat. Ein paar Surfer waren schon draussen, aber alle beim Kanal auf der rechten Seite. Roberto paddelte bald schon auf die linke Seite beim Riff und hatte den Point ähnlichen Spot für sich alleine. Die Wellen waren etwas klein (knapp head-high) und ziemlich relaxed. Nach ein paar Wipeouts (wir haben kein Wachs mehr) machten wir uns auf den Weg Richtung Süden, da Roberto einen Surfer kennen gelernt hatte, welcher ihm einen Tipp bezüglich der Miete eines Longboards für mich gegeben hat. Wir fuhren kurz nach Mossy Point aber fanden den Typen nicht, welche die Surfbretter hätte ausleihen können. Dafür fand dort gerade ein Surfcontest für die Kleinen statt, die Roberto aber locker schon um die Ohren surfen würden :).

Danach fuhren wir zurück nach Batemans Bay, assen eine Kleinigkeit und machten uns auf den Weg Richtung Murramarang Nationalpark. Zuerst machten wir am Depot Beach Halt und danach fuhren wir zum Pebbly Beach. Leider hatten wir überhaupt kein Geld dabei und konnten den Eintritt für den Nationalpark (AU $ 7.00) nicht bezahlen. Zusätzlich war die Ticketmaschine kaputt und nachdem wir den Parkdienst anriefen, sagten die uns, dass wir einfach weiterfahren sollen. Beim Pebbly Beach traffen wir jedoch auf den Ranger, welcher die Tickets checkte und so fragten wir den Ranger abermals, ob wir nicht kurz an den Strand dürften, um ein paar Fotos zu schiessen; er erlaubte es uns hinsichtlich der Umstände und war auch sonst ziemlich locker drauf.

Dieser Beach ist wirklich traumhaft schön. Man kann sowohl surfen wie auch die Natur geniessen. Die Kängurus sind am ganzen Strand verteilt und stören sich überhaupt nicht an den Leuten. Roberto streichelte sogar ein Känguru. Für ein Picknick ist es ein perfekter Ort! Im Murramarang Nationalpark kann man auch einige "Walks" machen (von einer halben Stunde bis 4 Stunden). Was mich total fasziniert hat, war die Tatsache, dass die Kängurus im Nationalpark sich in den Vorgärten der Leute des Dorfes North Durras aufhielten. Was für Anblick! Ums die Häuser herum grasten Dutzende von den Viechern und fühlten sich überhaupt nicht gestört von unserem Traktor.

Auf dem Heimweg stoppten wir noch kurz in Batemans Bay bei den Shopping Centern und erledigten ein paar Einkäufe im ALDI für unsere Weiterreise. Danach fuhren wir langsam nach Hause kontinuierlich auf der Suche nach offenen Wireless Spots, um unsere Emails zu checken :). Beim Surf Beach, dem Hügel wo Robertos Verwandten wohnen, fanden wir dann endlich einen offenen Internetzugriffspunkt und checkten kurz unsere Emails, bevor wir dann zurück kehrten; gerade rechtzeitig zum schmackhaften Abendessen, welches aus einer Pasta als Entrée und gefüllten Oberschienen mit Salat als Hauptspeise bestand. Danach genossen wir noch den Abend zusammen mit Rina und Joe.

Am Morgen unserer Abreise passierte noch etwas Unglaubliches!!! Nach dem EM Finale (Olé España) ist Roberto noch zum Letzten Mal an den McKenzies Beach surfen gegangen.  Für mich war es ein bisschen zu kühl am Morgen und ich blieb daher leider zu Hause. Als er zurückkam, fragte er mich mit breitem Grinsen "rate mal, was ich heute im Wasser gesehen habe"? Ich schaute ihn verwundert an und meinte Delphine, aber nein, es waren keine Delphine sondern drei Wale, die ca. 100 Meter an ihm vorbeigeschwommen sind. Ich war total begeistert und konnte es fast nicht glauben! Was für ein Erlebnis, Wale in der freien Natur zu sehen. Im Moment ist die Hochsaison der Wal-Pilgerfahrt in den Norden und somit ist es nicht selten, dass man einen Buckelwal sichtet, aber normalerweise nie so nahe am Strand. Roberto war alleine im Wasser frühmorgens um Uhr als ihm einige Leute zuwinkten. Er wusste nicht, ob sie ihn vor einem Hai warnten oder vor einer Rogue-Welle oder sonst was, bis er die riesigen Dinger vor sich erblickte. Für Roberto ein wahrlich magischer Moment und wir entschieden uns darauf, für mich noch eine Wale-watching Tour zu machen in Zukunft.

Hier noch die wenigen Bilder des Ausfluges: