Montag, 14. April 2008

Neuseeland: Taihape (Bungy Jumping), Tongariro Nationalpark & Taupo

Am Morgen sind wir in Bulls abgefahren Richtung Taupo. Auf der Fahrt dorthin haben wir die Werbung des "Gravity Canyons" gesehen und wir sind spontan der Anzeige gefolgt. Nach 15 minütiger Fahrt kamen wir bei der Gravity Canyon, Tel. (gratis): 0800 802 864, Taihape, an und erkundigten uns über die angebotenen Aktivitäten. Zur Auswahl standen: Bungy Jump (von einer 80 Meter hohen Brücke), Tandem Swing (80m), Flying Fox (170m / 160kmh). Wir entschieden uns für einen Solo Bungy Jump und den Giant Swing Combo. Irgendwie war das Wetter an diesem Tag perfekt für einen Sprung und ich fühlte mich wieder nach einem, nachdem ich das schon jahrelang nicht mehr gemacht hatte. Sebnem wollte nicht so richtig, aber meine Überredungskunst und die Geschwindigkeit mit welcher ich die Kreditkarte zog, liess keine Zeit, um bei ihr Zweifel aufkommen zu lassen. Im Nachhinein würde ich sie vermutlich nicht mehr so schnell dazu bringen einen Bungyjump zu machen J. Die Preise sind verglichen mit dem Rest Neuseelands eher am unteren Ende anzusiedeln: Bungy NZ $ 125.00, Giant Swing: NZ $ 110.00, Combo: Bungy/Swing NZ $ 200.00. Vorab: die Leute sind sehr professionell aber auch sehr jung, welche dort arbeiten.

Die Sonne schien perfekt in den Canyon hinein, als wir auf die Plattform zugingen und es war einfach ein herrlicher Morgen für einen Sprung in die Tiefe Richtung Fluss. Es hatte praktisch keine Leute und alles war sehr friedlich; für mich wirklich ein nahezu perfektes Sprungambiente. Wir entschieden uns den Bungy Jump zuerst zu machen und Sebnem wollte zudem als erste springen. So marschierte sie mit der Instruktorin hinaus zur Absprungplattform, wurde an die Seile gelegt, doppelt überprüft und dann ging das Tor auf Richtung Abgrund. Ich lasse hier Sebnem zu Wort kommen, damit sie die Erfahrung ihres ersten Bungy Sprungs beschreiben kann:

Ich brauchte ziemlich lange, bis ich mich getraute die Brücke hinab zu springen. Ich fragte den Instruktor immer wieder, ob wirklich alles ok sei und ich wirklich springen könne. Ich forderte den Instruktor dann auch auf, mich zu schubsen, da ich von alleine einfach nicht springen konnte. Ich war den Tränen nahe und wollte das ganze einfach annullieren und schaute verloren zu Roberto. Er ermutigte mich das letzte Mal und irgendwie sprang ich dann von dieser Brücke. Erklären kann ich mir das bis jetzt nicht… Ich war wirklich so Nahe dran den Sprung einfach nicht zu machen und zurückzutreten. Der Sprung erschien Sekunden zu dauern und es war einfach toll – in Worten gar nicht erklärbar. Man fällt hinunter und spürt erst Sekunden später, dass man von einem Seil gehalten wird. Unten angekommen, kribbelte mein ganzer Kröper und ich musste einfach vor Freude Schreien. Der Giant Swing war auch ganz toll, aber der Bungy Jump war ganz speziell, da man hier einfach die Überwindung braucht zum Springen. Beim Giant Swing wird man sitzend die Brücke hinunter gestossen.

Ich fotografierte meine liebe Frau sich in den Abgrund stürzend und gefilmt wurde von einem Herren, dem wir zuvor unsere Kamera in die Hand gedrückt hatten; er machte übrigens einen hervorragenden Job. Danach war ich an der Reihe und da ich schon gesehen hatte, das Sebnem den Sprung überlebte, was es um ein Vielfaches einfacher J. Auch wenn ich es schon ein paar Male gemacht hatte in Vergangenheit, ist es doch immer wieder etwas Spezielles und im ersten Moment fühlte ich mich auch nicht gerade pudelwohl. Aber sobald ich in der Luft war, genoss ich es wieder und ich taumelte zufrieden die Landschaft geniessend den Canyon hinunter zu Sebnem, welche auf einem Ponton wartete. Unten angekommen, wurde ich von den Fesseln befreit und wir beide durften in das Lufttaxi steigen, welches uns die 80 Meter wieder herauf beförderte, damit wir noch den Giant Swing machen konnten.

Das Prinzip des Giant Swing ist simpel: Man nehme eine Seil, welches als Pendel fungiert, befestigt es an einem lang gezogenen Stahlseil quer über den Canyon etwas weiter von der Absprungstelle und am anderen Ende hängt man eine Klettergarnitur ("Gstältli") und schon kann die Riesenschaukel funktionieren. Wenn man es geschickt macht, hat man noch etwas einen freien Fall bevor es in die Pendelschwingung übergeht. Das haben die hier im Gravity Canyon genau so gemacht. Aber nach so einem Bungy Sprung ist das halt nicht mehr das gleiche und sogar Sebnem nahm es sehr gelassen und locker.

Wir gönnten uns noch einen Kaffee und eine Cola und waren dann auch schon wieder weg Richtung Tongariro Nationalpark, wo wir das mehr oder minder imposante Schloss besichtigten, welches als Hotel funktioniert und soweit ich mich noch erinnere nicht dermassen überteuert ist; natürlich gemessen am Standard und des Ortes. Wir entschieden uns dann noch einen der zahlreichen Wasserfälle zu besuchen, aber wieder einmal war es mehr ein Reinfall als alles andere. In Neuseeland sind die Leute wirklich stolz auf jedes kleine Bächlein, das sich über einen Meter in die unendlich tiefe Schlucht stürzt J.

So und dann kamen wir wieder einmal in Taupo an. Taupo besuchten wir schon für eine Nacht bei der Fahrt mit Pat von Auckland nach Wellington. Taupo bietet an und für sich nichts Besonderes, aber ist dennoch ansehnlich mit dem anliegenden See. Irgendwie war das Hostel, in welchem wir zuvor logierten schon voll und alle anderen waren auch voll oder schlicht und einfach zu teuer, so dass wir etwas verloren in der Gegend herumirrten. Auf magische Weise landeten wir dann im Micro Tel, Compact Luxury, 76 Kaimanawa Street in Taupo und seinem massiv übergewichtigen Hausherr aus Fiji. Die Geschichte ist wirklich witzig und sehr zu unseren Gunsten ausgefallen. Wir waren etwas verwirrt, dass das Hotel oder Motel so leer stand, wo doch alle anderen gut besucht oder schon komplett ausgebucht waren. Als ich dann in die Lobby ging, um mich nach den Preisen zu erkundigen, kam so ein bekiffter 210kg schwerer Rastaman aus Fiji angewatschelt, sein dunkler Hintern passte nicht mehr so ganz in die übergrosse Trainerhose und somit offenbarte sich mir die wohl grösste Arschspalte, die ich je in meinem Leben gesehen hatte. Ich fühlte mich sofort sehr heimlig und wohl hier und war mir sicher, dass wir über einen Preis verhandeln konnten J. Und wie ich den Preis verhandeln konnte!

[Me as relaxed as possible] Hey mate, how's it going?
[Even more relaxed] Good bro', yourself?
[Sighs] Ohhh, not too shabby, not too shabby; bloody weather is driving me nuts though.
[Chuckles] Yeah, that's why I'm smokin' bro'! You wanna taste? He he he …
[Shrugs] Um … yeah, maybe later. Hey, I've seen the prices here but we're a bit tight on the budget.
[Puffing up using a high pitched voice] That's fine bro', it's NZ $100.00 a night for a double room but make me an offer.
[Me winding] Well, you know … I don't even want to bother you with my offer since this is way out of our league.
[Pulls up his pants] Make me an offer, bro'! He he he …
[Me winding] See, we've got this budget of NZ $60.00 a night but I'd be willing to pay NZ $ 65.00 for a double.
[Exhaling the essence] Ya maaaan, that's fine bro', 65 it is then.
[Exhausted but really relaxed] Wow, ok, mate, hell, we'll take it then!

Wir fuhren vor und nahmen unsere ziemlich noble aber auch etwas kleine Behausung in Beschlag. Ich bezahlte dem Rastaman NZ $65.00 und er verschwand wieder, um etwas Kleines zu essen; nicht aber bevor ich ihm noch versprechen musste, am Abend eine zu quarzen und ein Bier zu trinken. Ich willigte ein unter der Bedingung, dass ich das Bier besorge. Wir fuhren sodann los, um uns etwa mit Lebensmittel und Bier einzudecken, da wir so eine Vorahnung hatten, dass wir eventuell einen Mitesser mehr haben werden und die Küche war in vorzüglichem Zustand mit einem LCD Fernseher an der Wand. Die ganze Hotelanlage gehört einem reichen Amerikaner, der aber nie da ist und noch einige weitere Hotels besitzt. Der gewichtige Fidschianer war einfach als Hotelmanager angestellt und wohnte zugleich dort; hatte aber soweit ich das sehen konnte (und ich habe sogar seinen Computer konfiguriert und mir die Finanzen angeguckt) uneingeschränkte Handlungsfreiheit, offensichtlich inklusive der Preispolitik. Wer nicht da ist, kann auch nicht beurteilen, ob wirklich Gäste im Hotel waren oder nicht (na, geht das Licht auf?).

Leider passierte uns auf dem Parkplatz beim Supermarkt noch ein kleines Missgeschick. Ich fuhr, um besser in einen freien engen Parkplatz zu kommen, etwas zurück und stiess mit einem Auto zusammen, welches gerade um die Ecke gesaust kam. Natürlich, wie es sich später bei der Polizei herausstellte, war ich im Unrecht, da ich retour gefahren bin und besser hätte aufpassen sollen. Der andere Fahrer jedoch interessierte sich nicht dafür irgendwelche Schadensersatzforderungen zu erheben, zumal seinem Auto keinen Kratzer zugefügt wurde. Pats Auto hingegen hatte schon eine kleine Beule nach diesem weichen Zusammentreffen. Was sich jedoch auch noch heraus stellte, war, dass wir gerade mit dem Dorfidioten zusammengetroffen waren (lustig, wie ich immer wieder direkt auf die Dorfidioten treffe in Neuseeland) und er bei der Polizei als Delinquent schon mehrfach bekannt war. Er wurde auch kurz nach unserem Zusammenstoss ziemlich unfreundlich und drohte mir gleich auch; er wollte auch nicht, dass ich die Polizei benachrichtige J. Jedenfalls kauften wir schlussendlich alles ein, was wir benötigten und eine Packung Bier.

Nach dem Essen schlenderte ich zu unserem neuen Freund und er war gerade am Playstation spielen und sich eine am Bauen. Er freute sich sichtlich über meine Ankunft und das Bier und so zogen wir uns Fiji Gras rein und tranken ein paar Bier, während er mir seine unglaubliche Story erzählte. Er war vor 5 Jahren bei den All Blacks (das Rugby Team in Neuseeland) und hatte überall auf der Welt gespielt. Er hatte einen Sixpack und war sehr athletisch und fit. Dann brach er sich bei einem Spiel die Schulter und konnte nicht mehr spielen und damit hatte es sich auch mit der Karriere. Aus Frust und weil der Körper immer noch ans harte Training gewöhnt war, fing er an zu Essen und zu Essen und bald wog er 290kg. Er zog dann etwas die Notbremse und ist jetzt wieder auf angenehmen 210kg, wie er das so zu pflegen sagt. Er ist gut 30, hat einige Kinder mit zwei Frauen und eine ziemlich witzige Freundin, die auch schon mehrere Kinder in die Partnerschaft mitbringt von ehemaligen Verhältnissen. Er ist wirklich ein friedlicher Zeitgenosse, wenn auch etwas zu relaxt. Wir kamen dann nochmals ins Gespräch bezüglich der Übernachtungspreise und er offenbarte mir, dass wenn wir nochmals eine Nacht bleiben würden, wir für NZ $35.00 bleiben könnten. Ich sagte, dass ich zuerst mit Sebnem sprechen würde, aber wenn das Wetter nicht besser sei, würden wir bleiben. Zudem kannte er noch einen Fallschirmspringer, der mir eventuelle verbilligt einen Sprung offerieren könnte. Er rief ihn an, aber wegen dem schlechten Wetter flogen sie auch am Morgen nicht los. Ich erwähnte dann, dass wir morgen etwas kochen werden und er sich nicht ums Essen kümmern müsse. Als ich das erwähnte, fragte er mich, ob ich ihm nicht noch kurz von KFC etwas bringen könne. Also fuhr ich wieder los, um für gut NZ $20.00 einen kleinen Nachtlunch für den Mann zu besorgen, den er dann auch zusammen mit 4 Bieren ass. Ich verabschiedete mich dann, weil ich es nicht gewohnt bin zu kiffen und mich schon etwas wirr fühlte und weil ich Sebnem nicht so lange alleine lassen wollte.

Am nächsten Morgen war das Wetter immer noch elend beschissen und wir entschieden uns den Tag mit Berichte schrieben, Fotos sortieren und ins Internet laden zu verbringen. Glücklicherweise standen da in einer Ecke gleich zwei Computer mit dem leicht auszuhebelnden Internetkiosk Konzept. Dieses Mal war es jedoch noch viel einfacher. Da die Computer ja im Prinzip immer ans Internet gebunden sein müssen, damit der bezahlende Kunde auch wirklich für die Zeit Internet bekommt, wenn er zahlt. Das heisst, die ADSL Leitung ist immer am Laufen, ein Timer hinter einem simplen Javaprogramm blockiert einfach die Tastatur und den Bildschirm, bis man die Münzen eingeworfen hat. Hier hat uns jedoch nichts davon abgehalten, einfach den Netzwerkstecker auszuziehen und ihn bei unserem Laptop einzustecken. Dem Rastaman war das sowieso egal und wir hatten gratis ziemlich schnellen Internetzugang. Manchmal wurde es geblockt, da eine simple MAC-Überprüfung gemacht wurde, aber kurz die OEM MAC-Adresse im EEPROM der eigenen NIC geändert, war das auch kein Problem mehr. Ich habe mir dann überlegt, ob es wirklich möglich wäre, sicher so einen Service anzubieten und bin auf die wirrsten Ideen gekommen, aber keine war wirklich genügend sicher, so dass man sich nicht mehr aushebeln könnte. Das einfachste wäre immer noch adäquate Preise zu verlangen und alle wären zufrieden. Wir würden uns keine Sekunde die Finger schmutzig machen, um irgendwelche blöden simplen Mechanismen auszuhebeln, sondern einfach bezahlen.

Irgendwann stand dann nette Kollege aus Fiji im Flur und schon von weitem konnte man seine dunkle Arschspalte erkennen, denn es wurde sichtlich dunkler im Raum, da die Masse vermutlich die Lichtstrahlen beugten und absorbierten (ja, ja, Einstein war gut aber nicht allwissend). Er hielt mir eine 50 Dollar Note ins Gesicht und fragte mich, ob ich ihm nicht das Morgenessen einkaufen gehen könnte. Kein Problem, was er denn benötigte? Ahh, eine Packung Steaks (2 Stück zu je 400 Gramm), ein Sixpack Eier und ein halbes Kilo Brot sollten reichen bis zum Mittag. Zudem benötigte er noch spezielle Zigarette für seine Freundin, welche ich dann auch endlich einmal zu Gesicht bekam und wirklich sehr lustig und nett war. Ich fuhr also los, um das kleine Frühstück zu besorgen und kam auch heil wieder an. Mein neu gewonnener Freund verabschiedete sich kurzerhand und machte sich daran, die Steaks zu braten ohne jedoch vorher die Bratpfanne vom vorhergehenden Tag zu reinigen. Wieso auch, das Öl ist kostbar und der Geschmack wird sicherlich noch intensiviert. Sebnem und ich entschieden, dass wir so langsam anfangen würden mit der Tomatensauce für die überbackenen Teigwaren und versuchten uns in etwa vorzustellen, wie viel wir denn jetzt benötigen würden. Wir mussten schlussendlich wohl sicher 2kg Teigwaren und 1kg Sauce gemacht haben und füllten eine riesengrosse Blechbackform randvoll mit den an Sauce angereicherten Teigwaren. Noch etwa ein Kilo Käse untergemischt und drüber verteilt, ein paar Tomatenscheibchen und Pfeffer drauf und ab ging die Sache in den Ofen. Es war mittlerweile Nachmittag und unser Freund kam in immer kürzeren Abständen in die Küche, um nach dem Essen zu gucken. Wir luden die beiden natürlich ein und wer würde es glauben: Es blieb noch gut die Hälfte übrig, welche dann aber zu einem Minimalanstandsrest dezimiert wurde, als wir am nächsten Morgen in die Küche blickten. Wir waren glücklich, jemandem so geholfen zu haben und dass uns jemand mit dem Preis so entgegen gekommen war. Schlussendlich sind wir sicherlich auch auf die knapp NZ $60.00 gekommen pro Tag, aber wir hatten gratis Internet, eine neue Freundschaft mit einem Ex-Footballstar und immer wieder eine billige Bleibe. Apropos billig: wären wir noch einen Nacht geblieben, hätten wir nichts mehr bezahlen müssen; ich muss schon sagen, lineare Regression!

Der Rastaman wollte uns noch mit Gras eindecken, aber wir liessen es bleiben, obwohl es wirklich ziemlich fein im Geschmack war und auch nicht kratzte im Rachen. Wir bedankten und für die Gastfreundschaft und verliessen Taupo wieder Richtung Norden nach Auckland.

Ein paar wenige Bilder, vor allem vom Gravity Park, findet ihr hier:

Donnerstag, 10. April 2008

Neuseeland: Wellington

In Auckland gelandet erwartete uns eine neue Art zu Reisen: Wir wurden von Patrick Mochel, einem langjährigen Freund von mir aus den USA abgeholt. Wir kennen uns noch von einigen Konferenzen her, auf welchen wir uns an vielen Orten dieser Welt immer wieder getroffen hatten und für diejenigen, die sich noch erinnern an den Ursprung der Weltreise: Pat ist auch die freundliche und hilfsbereite Person, welche mir vor gut einem Jahr in Kalifornien sein Auto zur Verfügung gestellt hatte. Er fuhr dieses Mal extra für uns von Wellington, wo er zur Zeit wohnt, nach Auckland. Pat wollte möglichst viel Zeit mit uns verbringen, da wir uns schon lange nicht mehr gesehen hatten und er bald zurück nach Amerika musste, um ein paar Dinge zu erledigen. Und wir wechselten wieder einmal zu einer weiteren Sprache: Englisch, oder im Falle von Neuseeland, Neuseeländisch.

Pat musste relativ schnell zurück nach Wellington, um aus der Wohngemeinschaft auszuziehen und sich auf die Reise nach Kalifornien und Oregon vorzubereiten. Also entschieden wir uns, so schnell als möglich Richtung Wellington zu fahren und dann zuerst die Südinsel von Neuseeland zu erkunden und dann langsam wieder zur Nordinsel zu fahren, um Pat dann am 17. April in Auckland abzuholen. Ursprünglich hatten wir auch nur 5 Wochen geplant, aber nach einigen Diskussionen mit Pat kristallisierte sich schnell heraus, dass wir falls möglich noch etwas zusammen den nördlichen Teil oberhalb Auckland bereisen würden. Also verlängerten wir unseren Aufenthalt in Neuseeland auf insgesamt fast zwei Monate (im Nachhinein beurteilt würde dies knapp für eine der beiden Inseln reichen).

In Neuseeland ist uns in den ersten Tagen vieles aufgefallen, was wir uns früher aus Erstweltländern gewohnt waren und auf der langen Reise bis hierhin irgendwie nie mehr so richtig erfahren hatten. In den folgenden Berichten über unsere Rundfahrt mit Pat's Auto werden einige dieser Erstweltland-Qualitäten erwähnt werden. Er hat uns wiederum sein Auto zur Verfügung gestellt und uns somit einige Kosten für das Mieten eines Autos erspart, welche leider in Form von Reparaturen wieder auftauchten.

Neuseeland verbinden wir eigentlich mit Qualitätstourismus (Qualmark als Index), exzellentem Tourismusmarketing (i-Site ist ein Vorbild für Marketingbücher, vor allem was das CI/CD angeht, inkl. der von der DOC erstellten POI Tafeln), generell sehr freundlichen und relaxten Leuten, wunderschönen Landschaften, interessanten Tieren, sehr guten Wellen und einer etwas übertriebenen Ansicht von Abenteuerangeboten. Zum letzteren möchte ich nicht viel aussagen, ausser, dass meiner Meinung nach die Angebote bezüglich Outdoor-Aktivitäten hier in Neuseeland überteuert und überbewertet sind. Das mag vor 5-10 Jahren nicht der Fall gewesen sein, aber Imageschübe wie Lord of the Rings, gezielte Tourismuspenetration in Europa und rundum zufriedene Besucher der beiden Inseln veranlassten einige Veranstalter solcher Aktivitäten das alte Prinzip der Preiserhöhung ohne wesentlicher Inhaltserweiterung anzusetzen. Wie es sich durch ein interessantes Gespräch mit einem i-Site Angestellten in Queenstown herausstellte, gibt es rund ein halbes Dutzend Anleger und Mitverdiener, die sich den grossen Teil des Tourismuskuchens abschneiden und dann vermutlich ihre Häuser in Russell und Umgebung aufstellen ;). Leser, die mehr Erfahrungen mit Neuseeland haben, mögen mich da gerne in den Senkel stellen.

Wir fuhren also der SH1 (die Nationalstrasse quer durch Neuseeland) entlang möglichst zielstrebig nach Wellington. Schon auf der Fahrt fiel uns die wunderschöne Natur entlang dieser Schnellstrasse auf und wir versuchten zu erahnen, wie schön wohl Neuseeland sein würde; wir lagen falsch, Neuseeland ist im Nachhinein gesehen noch viel schöner, als wir es uns es jemals erdacht hatten. Und es ist so einfach und sicher zu bereisen, wie ich es selten erlebt habe. Natürlich sind auch durchschnittlichen täglichen Kosten um einiges höher.

Pat wollte nicht den kompletten Weg (ungefähr 7-8 Stunden Autofahrt) bis hinunter nach Wellington am verbleibenden Tag machen und wir dankten es ihm. Nicht, dass uns Reisen von mehr als 14 Stunden etwas ausmachen würden nach Südamerika, aber die Sonne schien so nett auf uns herunter, dass es schade gewesen wäre, an allen Städten einfach so vorbeizubrausen ohne zu halten. Wir machten in Taupo unseren Übernachtungshalt und Sebnem und ich konnten uns kaum mehr von den schönen Zimmern mit den schönen und bequemen und gut duftenden und bezogenen Betten erholen. Pat war etwas verdutzt über unsere kindliche Freude beim Eintreten in die Jugendherberge, aber für uns war dies eines der schönsten Unterkünfte seit Beginn der Weltreise. Im Nachhinein gesehen war diese Unterkunft im oberen Mittelsegment anzugliedern. Der Qualitätsunterschied der billigsten Unterkünfte in Neuseeland mit guten günstigen Unterkünften in den meisten Ländern Südamerikas ist frappant.

Taupo an sich ist ein sehr ansehnliches Städtchen, welches aber schon zu fest von Touristen überlaufen ist. Nach einem sehr guten Mahl von Pat, der sich als ein Gourmetkoch entpuppte, schliefen wir ziemlich erschöpft in den uns so bequem scheinenden und gut duftenden Dormbetten ein. Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Süden, Wellington entgegen. Wir machten einen kurzen Kaffeehalt in Bulls (Pat entpuppte sich auch als Kaffeesüchtiger) und fuhren dann unspektakulär direkt nach Wellington. Genauer gesagt ins Stadtviertel Kelburn von Wellington, welches sich leicht in der Anhöhe befindet und eine wunderbare Sicht über Zentral-Wellington und das Meer bietet.

Wellington hat uns auf den ersten Blick gefallen und in der WG, in welcher Pat wohnte, fühlten wir uns auch pudelwohl. Wir machten uns in den folgenden Tagen schnell mit der Umgebung von Kelburn vertraut, wobei wir unter anderem Amanda kennen lernten, die ein Kaffee führte. Gleich nebenan liegt die Weinboutique Glengarry Wines, wo Pat's Mitbewohner Kieran Clarkin als Weinspezialist und Comicbuchfan wohnt und uns jeden Abend einen neuen Wein zur Degustation nach Hause brachte. Praktischerweise lag auch der obere Eingang des botanischen Gartens bei Kelburn. Dieser ist relativ klein, gratis und eine Möglichkeit, zu Fuss in die City zu gelangen. Es fährt auch noch eine Zahnradbahn von der Stadt hoch ins Stadtviertel Kelburn, aber der rund 20 Minuten dauernde Fussmarsch durch die schönen Gärten und die intakte Natur erscheint mir eigentlich ziemlich optimal nach einem langen Arbeitstag in Wellington City. Zudem spart man sich die Kosten für ein Vehikel.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr gut ausgebaut in Wellington und generell hat Wellington sehr europäische Züge. Es fällt einem sofort die relaxte Atmosphäre auf, die die Wellingtoner erzeugen. Hinzu kommen die unzähligen kleinen Kaffees, welche Wellington das Flair einer italienischen Kleinstadt geben.

Wir verbrachten gut fünf Tage in Wellington und kehrten im Verlauf der Neuseeland Rundreise wieder zurück nach Wellington für zwei Nächte. Dies bot uns die Gelegenheit, diese Stadt etwas näher kennen zu lernen. So haben wir an verschiedenen Tagen zu Fuss die Innenstadt besucht. Der Hafen, die Cuba-Strasse und das Zentrum der Stadt sind wohl die ersten Sehenswürdigkeiten, die man besuchen möchte bei einer Citytour in Wellington.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Besuch des Te Papa Tongarewa Museums beim Hafen. Es ist für mich das schönste Museum, welches ich je in meinem Leben irgendwo besucht habe. Nebst der Kultur und Historie des Landes (mehr zum Inhalt auf der Homepage) werden verschiedene themenspezifische Gebiete ausgestellt und mit sehr viel Ingenieurskunst animiert. Die Architektur des Museums und dessen Objekte alleine lohnen sich schon für einen Ausflug.

Am zweiten oder dritten Tag machten wir eine Sonntagnachmittag Rundfahrt den Stränden Wellingtons entlang. Dabei fuhren wir dem Oriental Bay entlang zum Shelly Bay, Karaka Bay, Worser Bay, Seatoun, Breaker Bay und zum Lyall Bay, wo wir auf den Haussurfstrand von Wellington trafen. Dieser befindet sich am Ende der Flugbahn und bietet somit beim Surfen eine spezielle Kulisse mit startenden und landenden Flugzeugen knapp über den Kopf währenddem man versucht nicht von der heranbrausenden Welle verschlugen zu werden; eine ähnliche Situation zu N'Gor Insel bei Dakar in Senegal. Fährt man dem Queens Dr entlang gelangt man dann unweigerlich zum Houghton Bay, welcher bei korrekten Wind und Swell Verhältnissen optimale Surfkonditionen bietet. Das schöne an Wellingtons Surfstränden ist, dass man zu einem gegebenen Tag immer an einem der fast an 270° erstreckenden Ufer surfen kann. Meist jedoch sind die Wellen nicht so gut und auch ziemlich schwach.

Natürlich passierte mir auch am ersten Tag mit Pat's Auto ein kleines Missgeschick. Die Problembeschreibung ist einfach: Logischerweise fährt man ja in Neuseeland auf der linken Strassenseite. Der gewiefte Leser kann sich in etwa vorstellen, was wir dem armen Reifen von Pat's ausgeliehenem Auto antaten. Leider noch etwas ungeübt mit dem Einhalten des korrekten Abstandes vom linken Strassenrand und beschäftigt mit Ausschau halten nach guten Wellen dem Strand entlang brausend, einen Arm, wie jeder echte Italiener auf der rechten Seite aus dem Fenster hinausgelehnt, versuchte ich das etwas unvorteilhafte Lied, welches der IPod gerade von sich gab zu überspringen. Dies sehr zur Missmut von Sebnem, die das Lied wirklich gerne hören wollte und sich natürlich entrüstet wehrte. Ich versuchte also, den IPod so zu manipulieren, dass dieser wieder das ursprüngliche Lied von sich gab, wohl bemerkt uns langsam näher an die linke Strassenseite manövrierend. Irgendwann wurde der Abstand gleich Null und es gab einen fürchterlichen Knall und ein hässliches Schleifgeräusch und wir hoben etwas von der Strasse ab. Ein gekonnter Blick in den Rückspiegel sah noch, wie eine grosse Staubwolke und Splitter die Strasse Richtung Strand verliess und weg war die Schutzkappe unseres Vorderrades und wie es sich herausstellte war auch der Reifen mit tiefen Furchen penetriert worden. Wir fuhren zurück zu Pat und beichteten ihm alles und er meinte nur, dass ihm das auch oft passierte, als er die ersten paar Tage in Neuseeland herumkurvte; glücklicherweise musste das Auto sowieso zur Frontscheibenreparatur zum Toyotahändler gebracht werden und wir fügten der Reparatur auch gleich noch zwei neue Reifen hinzu.

Am 17. März feierte ich meinen Geburtstag und Sebnem war natürlich die erste Person, die mir gratulierte am Morgen früh und mir Happy Birthday vorsang. Wir schliefen beide auf je einer Couch im äusserst kalten Gemeinschaftsraum mit einem elektrischen Öfelchen, welches sich beim Betrieb in ein Fussballstadium Flutlicht verwandelte. Der Tag an sich verlief sehr gemühtlich mit einem Kaffeestart bei Amanda's Kaffee und dem Organisieren von der Weiterreise. Am Abend überraschte mich mein Freund Pat mit einer Einladung ins Matterhorn Restaurant an der Cubastreet und anschliessenden Biertrinken und Billardspielen in dem daneben liegenden irischen Pub. Das Essen war eigentlich nur sehr teuer, aber nicht wirklich dem Preis entsprechend schmackhaft. Pat erlaubte sich noch, zwei weitere weibliche Begleiter einzuladen, welche beide ehemalige Geliebte von ihm waren, es jedoch nicht voneinander wussten. Das Pub war komplett voll mit extrem betrunkenen Leuten, weil diese den St. Patrick's Day feierten; wir gesellten uns jedoch für einmal nicht zu Trinkern und verliessen das Pub frühzeitig.

Am Tag unserer Überfahrt zur Südinsel brachten wir unseren Toyota Camry zur Reparatur und kriegten eine neue Windschutzscheibe und zwei neue Reifen pünktlich fertig damit wir genau noch Zeit hatten, um auf die Interislander Fähre zu gelangen. Das System ist extrem simpel und am besten bucht man die Überfahrt per Internet. Es gibt zwei Anbieter (Blue Bridge und Interislander) von Überfahrten zwischen der Nord- und Südinsel und beide sind in etwa gleich teuer. Die Überfahrt kostet rund NZ $130-$200 für einen Kleinwagen und den Fahrer; allfällige weitere Mitfahrer bezahlen zusätzlich. Die Preise sind stark abhängig von Hoch- und Niedersaison und natürlich auch von temporären Promotionen. Wir fanden diese Überfahrt ziemlich teuer, es wurde uns jedoch erklärt, dass es früher noch schlimmer war, als nur die eine Schiffsgesellschaft die Überfahrt durchführte.

Montag, 7. April 2008

Neuseeland Südinsel: Westküste Greymouth bis Lake Rotoroa, Nelson Lakes National Park

Wieder einmal hatten wir den Wecker auf Uhr gestellt, um uns frühmorgens auf den Weg zu machen. Wie üblich schafften wir es nicht vor Uhr das Hostel zu verlassenJ. Unser erster Stopp war in Punakaiki, das berühmt für seine eindrücklichen Pancake Rocks und Blowholes ist. Nach einem kurzen Aufenthalt in dem herzigen Städtchen machten wir uns weiter auf den Weg nach Westport. Die Strecke, die teilweise am Tasman Meer entlang führt, ist wirklich beeindruckend und sehr schön. Uns erinnerten viele Routen an Costa Rica.

Bevor wir in das kleine Hafenstädtchen Westpoint fuhren machten wir einen Abstecher an den Tauranga Bay, wo Roberto kurz Surfen ging. 1 km vom Tauranga Bay entfernt, beim Cape Fouldwind, gibt es eine Seelöwen-Kolonie. Diese kann man von einem Aussichtspunkt beobachten, jedoch nur von Weitem aus. In Anbetracht dessen, dass man in Neuseeland an vielen Küstengebieten Seelöwen sehen kann, ist der Aussichtspunkt über die Seelöwen-Kolonie eher ein Witz :).

Vorbeigefahren an vielen Mienen, die früher wegen des Gold-Rush in Betrieb waren, machten wir kurz Halt am "Buller Fluss" um ein Häppchen an der Sonne zu essen. An diesem schönen Tag fuhren wir bis zum Lake Rotoroa im Nelson Lakes Nationalpark. Dieser See wurde übrigens von einem grossen Gletscher geformt. Hier fanden wir eine nette Unterkunft für NZ $ 60.00/beide zusammen im Gowan Bank Backpackers & Homestay, 1156 Gowan Valley Road, Lake Rotoroa, Tel. +64 (0) 3 523 99 62, E-Mail: gowanbank@paradise.net.nz. Die Unterkunft ist sehr gemütlich und das Zimmer ist mit einer Küche eingerichtet und mit privatem Bad (was wir schon lange nicht mehr hatten)J. Der Besitzer Tony und seine Frau sind sehr nette Leute. Wir durften ihre Fahrräder ausleihen und sind mit diesen die Gegend erkunden gegangen. Wir fuhren dann noch einer Trekkingstrecke entlang zu einem mickrigen Wasserfall. Die Fahrt war sehr abendteuerreich, gerade einladend – vor allem für Roberto - ein paar Stunts auszuprobieren. Eigentlich wäre es nicht erlaubt gewesen mit den Fahrrädern diese Strecke zu fahren, jedoch versicherte uns die Frau von Tony, dass es kein Problem sei. Sie müssen es ja wissen:). Nach unserer Rückkehr wurden wir zudem mit zwei leckeren Muffins belohnt.

Das Gebiet um den Lake Rotoroa ist wirklich super schön. Man kann von hier aus Fisch-, Jagd- und Kanutouren machen. Das Hostel, wo wir logiert haben, bietet übrigens Kanus zur Vermietung an. Von hier aus kann man auch diverse Trekkingtouren starten. Der einzige Hindernis sind die sehr nervigen Sandflys! Von diesen gibt es um den Lake herum Tausende. Die Betreiber des Homestays haben dagegen jedoch ihr eigenes weissliches Gebräu entwickelt, das man sich für NZ 5.00$ pro kleiner Whiskey-Flasche kaufen kann. Es duftet förmlich und hilft erstaunlich gut, diese lästigen Viecher von sich zu halten.

Tja, das ist es auch schon mit unserem Bericht, mehr fällt uns leider nicht mehr ein J. Aber die Bilder gibt's natürlich hier:

New Zealand: Abel Tasman Nationalpark

Der Abel Tasman Nationalpark ist der kleinste aber meist besuchte Nationalpark Neuseelands. Den berühmten Coastal Track im Nationalpark kann man in 3-5 Tagen laufen oder man sieht sich den Nationalpark mittels eines Kayaks an oder entscheidet sich für eine Kombination von beiden. Wir entschieden uns für die Kayaktour und mieteten in Motueka über die I-Site ein Kayak für zwei volle Tage. Ein Kayak zu mietet kostet pro Person NZ $ 50.00/Tag, für eine Miete von zwei Tagen erhält man einen Rabatt von NZ $ 5.00/Person. Eine Dreitagesmiete würde mit NZ $ 135/Person zu buche schlagen.

In Motueka erledigten wir zudem ein paar Einkäufe bzw. kauften Proviant für die nächsten zwei Tage ein. Übernachtet haben wir jedoch in Kaiteriteri, welches Nahe zum Eingang des Nationalparks liegt. Wir fanden eine super schöne Unterkunft im Kaiteriteri Motor Camp, Email: kaiteritericamp@xtra.co.nz für NZ $ 60.00. Das Zimmer war sehr geräumig und ist eher als ein Familienzimmer gedacht. Uns hat das Zimmer extrem gut gefallen und zudem hatten wir den Strand praktisch vor der Haustür. Da der Strand auch gerade einladend war, entschied sich Roberto in die Fluten zu stürzen und sich der Flussmündung entlang ins Meer treiben zu lassen. Wir spazierten danach bei low tide Richtung der zum Vorschein kommenden Insel und trafen unterwegs auf einen toten Pinguin. Einmal um die Insel geklettert wurde es langsam etwas zu frisch für uns und wir gingen zurück in unsere warme Behausung.

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Kayaktour in den Tasmanischen Gewässern. Wir mussten um Uhr bei der Organisation "Kahu Kayaks" in Marahau eintreffen. Dort wurde uns ein Zweierkayak zugeteilt und ein paar Instruktionen mit auf den Weg gegeben. An diesem Morgen waren sicherlich ca. 30 Kayaks unterwegs bzw. starteten ihre Reise (in dem kleinen verschlafenen Dörfchen Marahau gibt es tatsächlich fünf Kayak-Operatoren).

Um unsere Kayaktour etwas besser nachzuvollziehen, haben wir hier einen kleinen Kartenausschnitt eingefügt:

Unsere Tour am ersten Tag war wie folgt:

Zuerst ein Halt bei der Fisherman Insel (hier haben wir einige Robben (kekeno Wikipedia schauen) gesehen sowohl auch zwei der kleinsten Pinguinarten, unter anderem den "blue penguin". Da diese Pinguine sehr scheu sind, haben sich die beiden nach ca.2-3 Minuten in ihr steiniges Versteck zurückgezogen. Jedenfalls haben wir uns bemüht, sie zu suchen und fanden sie prompt auch, während dessen andere organisierte Kayaktouren laut paddelnd und schwatzend schon im Voraus alle Tiere verscheuchten. Da weitere Kayaker zu unserem Ort stiessen, verliessen wir ihn wieder, um die Tiere nicht unnötig zu belasten.

Der nächste Halt war bei Adele Island. Hier sahen wir einige Kekenos und umfuhren die Insel an der Westküste. Als wir die jungen im Wasser spielenden Kekenos beobachteten, stiessen ca. 5 andere Kayakboote zu uns. Die anderen umzwingelten die Kekenos regelrecht mit ihren Booten, so dass es für uns Zeit war weiterzupaddeln. Wenn man solche Aktionen sieht, dann muss man sich nicht wundern, wieso man in der heutigen Zeit immer mehr organisierte Touren machen muss, um überhaupt die Tiere so nahe in ihrem natürlichen Umfeld sehen zu können. Die Leute haben einfach keinen Respekt vor der Tierwelt und sind generell rücksichtslose Trampel.

Am Strand entlang paddelten wir Richtung Anchorage Bay, wo wir auch unser Zelt aufschlugen. Wir machten an einem der vielen Gold schimmernden Stränden eine kurze Pause, assen etwas und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen, die auf uns trafen. Bei Ankunft am Anchorage Bay waren wir nicht gross überrascht, wie viele Leute sich an diesem Strand aufhielten. Die einen warteten auf das Wassertaxi, die anderen gaben ihren Kayak ab und machten hier Halt zum Übernachten, um am nächsten Tag im Nationalpark zu wandern, und einige (wie wir) deponierten hier unser Kayak und machten Nutzen vom Campingplatz.

Da es ziemlich schnell eisig kalt wurde, begaben wir uns bereits um Uhr in unser Zelt und wärmten uns auf und redeten eine Weile. Nach ca. einer Stunde waren wir so müde, dass wir bereits schlafen gingen. Leider war es ziemlich laut um uns herum. (Tipp: Es gibt viele andere Campingplätze, die man als Basis wählen kann und wo es ziemlich ruhig ist). Die Übernachtung auf dem Campingplatz kostet übrigens satte NZ $ 12.00/Person, ein ziemlicher Wucherpreis.

Der nächste Morgen war ziemlich kalt und man brauchte eine heftige Überwindung um aus dem Schlafsack zu kriechen. Einige hart gesottene Zeitgenossen hatten sogar nur in ihren Schlafsäcken auf dem Campingplatz übernachtet!

Der zweite Tag gestaltete sich wie folgt:

Am frühen Morgen sind wir Richtung Pinnacle Island losgepaddelt zusammen mit einem Pärchen aus Montana. Bei der Pinnacle Island haben wir viele Shaq Vögel gesehen, sowie kleine Kekeno-Robben im Wasser. Wir näherten uns ihnen langsam und sie schienen ziemliche Wundernasen zu sein. Die Kekenos schwommen unter unserem Kayak durch und spielten mit uns. Das war wirklich ein herrlicher Tagesbeginn. Wir umfuhren die Insel danach mit unserem Kayak und konnten überall Kekenos auf den Steinen liegend observieren.

Danach versuchten wir uns an zwei Flüssen, welche man bei rising tide befahren kann (die Touroperator behaupten, man könne in der Zeit nur einen befahren, aber für einen geübten Kayaker sind die beiden in der Zeit machbar). Den Ausgang des ersten Kanals haben wir mit Bravour und mit verwunderten Zuschauern gegen die harte Strömung geschafft. Beim zweiten Flusseingang passierte es jedoch: Unsere wasserdichte Kamera fiel vom Kayak in die reissende Strömung. Es hiess schnell handeln, da einerseits das Wasser sehr schnell in ein Delta zu münden schien und high tide ein Tauchen in ein paar Minuten schon unmöglich gemacht hätte wegen der Sichtbarkeit und der Tiefe. Währenddessen Sebnem weiter oben bei suchte, versuchte Roberto den Fluss zu berechnen und den ungefähren momentanen Standort zu eruieren gemäss der Chaostheorie. Wie durch ein Wunder klappte das Vorhaben optimal und er fand die Kamera etwa 50 Meter weiter vorne in einem kleinen Abgrund geraten und von der Strömung verschont. Wir waren sehr sehr erleichtert, nicht nur wegen der Kamera aber auch wegen den vielen Bildern, die wir noch nicht auf unserem Laptop gespeichert hatten.

Wir fuhren sodann an der Küste entlang immer mit dem Ziel die Tonga Insel, welche sich als das Highlight des Tages entpuppte. Die Insel ist wunderschön. Auf der Ostseite der Insel kann man viele Robben beobachten, sowohl auch kleine blaue Pinguine (korora). Diese verstecken sich in den Steinen, manchmal wagen sie sich sogar ein bisschen hervor und verschwinden dann sofort wieder. Einfach herrlich. Dann paddelten wir in im Gegenuhrzeigersinn weiter bis wir an einen "kleinen Pool" ankamen, wo ca. 30 junge Kekenos im Wasser herum plantschen und über & unter unserem Kayak tauchten. Dies ist wirklich ein Paradies für die Kekenos. Diese waren sehr an den Leuten interessiert; einige legten ihren Kopf auf unsere Kayak und schauten uns verwirrt für einige Sekunden an. Man hatte die Möglichkeit sie zu streicheln und mit ihnen vom Kayak aus zu spielen. Roberto wagte sich noch kurz aus dem Kayak. Da kamen schon die ersten Kekenos angeschwommen und bewunderten Robertos Bein. Der eine Kekeno versuchte sogar Robertos Bein zu knabbern, aber der kleine hatte ja kaum Zähne.

Wir entschieden uns, dass wir noch an den äussersten Punkt, welchen man per Kayak legal erreichen kann, anpaddeln, da wir viel zu früh mit der Tour fertig waren; den Shag Harbour, welcher wirklich wunderschön ist. Es ist eine kleine lang gezogene Bucht, welche mit türkisblauem knapp ein Meter tiefen Wasser gesäumt wird. Dazwischen finden sich vereinzelt abgerundete Steine, die im Sonnenlicht durch das glasklare Wasser wir übergrosse Edelsteine glitzern. Begleitet wurden wir von zwei neugierigen Seelöwen, die im gesunden Abstand von uns auf und abtauchten. Oftmals werden die Jungs, welche beim Rivalenkampf um die Weibchen noch nicht genug stark sind weggeschickt und finden sich dann in vereinzelten Buchten wieder, in denen sie ein bis zwei Jahre lang Gewicht zulegen, bis sie Mann genug sind, um sich ein paar Weibchen zu ergattern und diese dann in einem Review zu beschützen und begatten. Vermutlich waren unsere Begleiter noch zwei jüngere Seelöwenburschen, die sich erst die Sporen eines voll ausgewachsen Seelöwengigolo verdienen mussten.

Nach einigen magischen Minuten im vollkommen abgelegenen Shag Harbour Bay paddelten wir zurück zu unserem fix abgemachten Punkt Onetahuti Bay, wo wir dann abgeholt wurden. Da wir immer noch genügend Zeit zur Verfügung hatten, paddelten wir alles der Küste entlang und kamen immer noch zu früh an. Im Nachhinein haben die neuseeländischen Organisatoren wieder einmal masslos übertrieben bezüglich der Anstrengung die man brauchen und der Weite die man in zwei Tagen überbrücken würde. Wie so oft halt bei den Neuseeländern, die glauben, sie haben Abenteuer und Thrill erfunden im sportlichen Bereich; solange es genügend Amerikaner gibt, die ihnen das mit "Oh my god, that was incredible and so tough, it's like the toughest thing I've ever done in my life … I swear!" bestätigen. Apropos Amerikaner, auf der Rückfahrt haben wir noch zufällig zwei supernette Amerikaner aus NYC getroffen und mit ihnen im Restaurant vor unsere Behausung etwas gegessen. Die zwei Tage paddeln haben uns sehr gut getan und wir haben sicherlich die richtige Entscheidung getroffen, was das betrifft. Viele Leute entscheiden sich einen Teil zu wandern und von einigen haben wir gehört, dass es sich lohnt, den ersten Teil per Kayak zu bestreiten und den zweiten Teil zu wandern anstatt umgekehrt. Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Unbedingt den Insektenspray mit dabei haben oder man bezahlt es bitter J.

Viele hübsche Bilder findet Ihr hier:



Samstag, 5. April 2008

Neuseeland: Westküste Gletschertour Haast bis Greymouth

Wir fuhren früh los Richtung Fox Glacier auf einer bezaubernd schönen Strecke mit absolut traumhaften Wetter; keine Wolke, purer Sonnenschein und sicher 15-20° Grad. Fast die gesamte Westküste der Südinsel ist von dichtem Regenwald bewachsen. So ist es umso faszinierender, dass man vom Regenwald aus nicht weit entfernt den Gletscher sehen kann. Unser erster Halt des Tages war beim Fox Glacier. Wir parkierten unser Auto in der Parkanlage und liefen dem vorgegebenen Weg entlang bis zur Absperrung. Von hier aus hat man eine gute Sicht auf den Gletscher, jedoch für uns war das nicht gut genug:). Da bei der Absperrung kein Verbotszeichen angebracht war, kletterten wir (Sebnem nach kurzer Zögerung) über die Absperrung und marschierten bis zur Gletscherzunge auf eigene Verantwortung. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Blickt auf den Gletscher; wir schossen ein paar Fotos und verabschiedeten uns Sekunden später. Witzig war aber die Tatsache, dass nachdem wir über die Absperrung geklettert waren, sich ein paar Touristen unserem Pfad angeschlossen hatten. Es braucht vermutlich jeden Tag eine Initialzündung, bis die Leute sich vorwagen:).

Ich möchte hier ja nicht meckern, aber wenn man schon einmal in den Genuss der Gletscher in Argentinien im El Calafate Gebiet gekommen ist, dann wirken die Gletscher, welche wir in NZ gesehen haben, nicht mehr gigantisch und interessant.

Von Markus, meinem Basketballtrainer, habe ich noch einen Tipp erhalten eine kleine Tour names Minnehaha zu machen. Diese kleine Tour, welche sich gut 200 Meter vor dem Eintritt ins Dörfchen Fox Glacier befindet und rund 150 Meter weiter vorne wieder zur Strasse führt, haben wir dann auch gemeistert. Der eindrückliche Weg führt durch eine Art Regenwald und zeigt auf, wie es im Dickicht dieses Teils der Erde aussieht. Wir waren sehr begeistert vom kurzen Weg und danken hier ganz speziell Markus Amsler für den super Hinweis. Wie schon so oft hat uns Markus mit seinen ganz spezifischen Tipps langes Planen erspart. Er verfolgt uns von der Schweiz aus und weiss meistens besser wo wir uns befinden, als wir selbst. Er hat Neuseeland schon oft besucht und es sehr ausgiebig bereist, da er vom Land fasziniert ist; wir im Übrigen natürlich auch.

Wir sind danach bis zum Lake Matheson weiter gefahren und dort bis zum Jetty-point gelaufen. Da wir sehr hungrig waren und nicht mehr lange warten konnten, haben wir den See nicht umrundet. Also ging es weiter Richtung Franz Josef bis zum Franz Josef Gletscher, bei welchem wir nicht mehr bis zur Zunge (50min angegeben ein Weg) liefen, sondern den 20 minütigen (eher 5-7min) Aufstieg "Sentinel Rock Walk" bis zur Aussichtsplattform machten. Schnell ein Foto geschossen und schon waren wir auf dem Weg in das Dorf Franz Josef, um einen Burger zu verdrücken. Die Gletscher imponierten uns nicht sonderlich, da wir in Patagonien einfach zu sehr verwöhnt wurden mit den Gletschern. Was aber interessant zu wissen ist, ist die Tatsache, dass an keinem anderen Ort der Erde Gletscher so nahe an den Regenwald heranreichen wie in Neuseeland. Die bekanntesten Gletscher sind der Fox-, und der Franz-Josef-Gletscher.

Auf dem Weg zum Burgerverspeisen kamen wir noch an einem Indoor-Iceclimbing Zentrum vorbei. Dort kann man für NZ 50$ eine 45 minütige Einführung oder für NZ 90$ eine 1.5 Stunden lange Einführung ins Eisklettern kaufen. Bei der zweiten Variante gibt es die Möglichkeit, den Kurs inklusive NZ 100$ zu gewinnen, wenn man die schwierigste Route (am Schluss der steilen Route muss man noch überhängend über zwei an frei bewegenden Ketten angemachten Baumstämme auf 10 Metern Höhe kraxeln) meistern kann. Es hätte mich sehr gereizt es zu versuchen, aber NZ 90$ zu bezahlen und dann die Route nicht zu schaffen, wäre eine ziemlich teure Angelegenheit gewesen in diesem Stadium der Reise.

Wir haben sodann den moderat schmeckenden Burger verspiesen bei heiterem Sonnenschein im T-shirt und sind dann weiter Richtung Greymouth gefahren. Wir haben noch kurz einen Abstecher zum Strand bei Okarito gemacht und sind dann wieder auf die Nationalstrasse 6 geschwenkt. Bei Sebnem setzte die Müdigkeit nach dem Essen ein und so verschlief sie ganz süss für die nächsten 1.5 Stunden. Sie erwachte kurz bei Ross und dann schlief sie wieder ein bis Hokitika, wo wir versuchten eine Unterkunft zu finden. Irgendwie haben wir uns dann entschieden direkt nach Greymouth zu fahren (nur noch eine halbe Stunde) und fanden beim zweiten Anruf ein Doppelzimmer im Neptuns International Backpacker, im hübschen Greymouth.

Neuseeland: Queenstown, Wanaka & Haast

In den frühen Morgenstunden machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Queenstown. Vorbei am Wakatipu See, kamen wir nach zweieinhalb Stunden mit ein paar Zwischenstopps in der absoluten "Abendteuer-Stadt" Queenstown an. Wir waren positiv von dieser Stadt überrascht: eine idyllische Stadt umhüllt von Bergen am wunderschönen Wakatipu See; sozusagen das St. Moritz Neuseelands. Queenstown ist andererseits aber eine sehr touristische Stadt, wenn nicht die touristischste Stadt Neuseelands. Im Sommer ist die Stadt überfüllt mit Touristen und im Winter zusätzlich mit Einheimischen, die nach Queenstown wegen den Wintersportarten kommen. Wir waren glücklicherweise zu jener Zeit in der Stadt, wo man sich noch wohl fühlte und nicht unter all den Touristen unterging. Uns hat die kleine herzige Stadt doch mit ihrem Charme überzeugt und wir verbrachten einige Stunden in Queenstown mit Infos einholen, Stadterkundigung und Shoppen bevor es weiter Richtung Wanaka ging.

Wegen den horrenden Preisen für so ziemlich alles war für uns Queenstown von Anfang an nur eine Durchgangsstadt. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist Queenstown die Stadt für Abendteuersuchende. So informierten wir uns im hiesigen Informationszentrum diesbezüglich und wurden sehr freundlich und äusserst gut beraten. Wenn man das nötige Kleingeld hat und 24 Stunden Abenteuer pur erleben möchte, ist man hier am richtigen Fleck :).

Die billigste Option ist eine Fahrt mit dem alten Steamboat und danach eine Jetboat-Tour für NZ $ 90.00 / Person. Für diejenigen die unseren Bericht über Hanmer Springs (LINK) noch nicht gelesen haben: Jetboat-Touren sind unserer Meinung nach extrem langweilig und das Geld überhaupt nicht wert. Nun ja, ich nehme nicht an, dass eine Jetboat-Tour in Queenstown sich gross von derjenigen in Hanmer Springs unterscheidet. Die interessanten Dinge (wie Bungy Jumping, Base Jumping, Fallschirmspringen, Canyon Swing, Zip-lines, Riversurfing, etc.) sind unserer Meinung zu überteuert und wir werden diese eventuell einmal nachholen, wenn wir wieder Grossverdiener oder sonst wie gelangweilt sind :). Das richtige Abenteuer muss man sich immer noch selbst erarbeiten und kann nicht dafür bezahlen.

Hätten wir ein gutes Angebot für eine der interessanten Aktivitäten erhalten, so hätten wir höchstwahrscheinlich klein beigegeben. Aber wir waren nicht bereit - nach dem bereits überteuerten Doubtless Sound Kayak-Ausflug - nochmals so viel Geld auszugeben. Dafür gaben wir ein bisschen Geld für neue Kleidung aus. Für mich gab es ein neues Oberteil, dass für die kalten Wintertage gedacht ist und für Roberto einen neuen Jumper (Ausverkauf!).

Übrigens gibt es in Queenstown eine Gondelbahn, die auf ein Plateau fährt, von wo aus man einen Panoramaausblick über die ganze Stadt haben soll. Wir machten davon nicht Gebrauch und verliessen die Stadt nach einigen Stunden Richtung Wanaka via der kurvigen, steilen und kilometermässig kürzeren Crown Route. Wanaka (bekannt als weltklasse Snowboard- und Skiort) ist eine noch idyllischere Kleinstadt, ähnlich zu Queenstown, gelegen am südlichen Punkt des Wanaka Sees. Wir hätten gerne ein paar Tage in dieser herzigen Stadt verbracht und die Ortschaft erkundet, aber uns lief leider die Zeit davon. So fuhren wir noch am gleichen Tag über den Haast-Pass am Hawea See und Wanaka See vorbei nach Haast.

Während der Fahrt regnete es zum ersten Mal (während unseres Aufenthaltes) in Strömen. Markus, mein Basketballtrainer, hat mir die Strecke zwischen Wanaka und Haast (den Haast Pass) zu Herzen gelegt und gemeint, dass die Strecke wunderschön sei zu fahren. Tatsächlich ist die Strecke sehr schön zu fahren, vor allem die imposanten Wasserfälle in mitten eines Regenwaldes erinnern stark an Costa Rica. Aber die Enttäuschung wegen des Regens war dennoch am Ende des Tages auf meinem Gesicht abzulesen. Mit Regen gehen wir nicht gut um.

Nichtsdestotrotz kamen wir gut im Regen in Haast an und fanden sofort eine Unterkunft in der Wilderness Accommodation, welches ein Backpacker wie auch ein Motel ist. Eine super gut ausgerüstete Küche, ein netter Aufenthaltsraum mit vielen Spielen und sehr adrette Räume runden das Profil der Backpackerunterkünfte ab.

Da ich in unserem Neuseelandbuch gelesen habe, dass hier bzw. am Jacks Bay zu gewissen Jahreszeiten die Crest-Fjordland Pinguine an Land kämen, informierten wir uns im nahe liegenden Informationszentrum diesbezüglich. Die Crest-Fjordland Pinguine kämen erst im Juli wieder an Land und somit war diese Angelegenheit für uns gegessen.

Am Abend hat Roberto noch das Internet gehackt (die Preise sind einfach zu horrend für das Internet hier auf der südlichen Hemisphäre) und somit verbrachten wir eine Weile mit E-Mails checken und Blogeinträgen.

Nebenbei: Die so genannten Internetkioske, wo man ein paar Dollarmünzen reinschmeissen muss, damit man ins Internet kann, funktionieren im Prinzip immer gleich und wenn man einmal den Prozess übernehmen kann, der den Timer steuert, kann man diesen stehen lassen oder ins Unendliche zählen lassen und hat so für einmal bezahlen beliebig lange Internet Zugang. Die meisten Internetkioskanbieter benutzen die gleiche Sicherheitssoftware als Manipulationsschutz und diese ist zu unserem Vorteil nicht wirklich schwierig auszuhebeln, wenn man weiss, wie man den Speicher scannt, ohne dass das Erkennungsmodul einen blockiert. Genaueres will Roberto hier nicht schreiben, da wir ja nicht zur semi-legalen Benutzung des Internets animieren wollen, aber wir akzeptieren natürlich diese Preise nicht. Glücklicherweise stehen nirgends irgendwelche Hinweise bezüglich der Manipulation der Rechner J. Uns haben ein paar Handgriffe und Robertos früheres (vor gut 10 Jahren) Arbeitsfeld sehr gedient, um für ein paar Dollar in ganz Neuseeland Internet zu haben. Wenn der Service und die Leistung stimmen, bezahlen wir natürlich auch adäquat. Roberto erwähnte oftmals, dass er irgendwann einmal einen ISP in Polynesien gründet und mit fairen Preisen die Monopolstellung einiger ISPs hier etwas zerbröckeln lassen will und den Leuten wieder den Service bietet, den sie verdienen. Das Internet sollte in dieser Zeit sowieso für alle Leute gratis zugänglich sein.

Unter den folgenden Links gibt es noch ein paar Fotos für die Neugierigen anzuschauen:

Queenstown / Wanaka / Haast

Mittwoch, 2. April 2008

Neuseeland: Fjordland Manapouri, Te Anau und Doubtful Sound

In den frühen Morgenstunden sind wir in Manapouri (von Tuatapere aus) angekommen und haben uns im ruhigen und relaxten Dörfchen bezüglich einer Unterkunft und Infomaterial bezüglich des Fjordlands erkundigt (Info: weite Teile des Südwestens stehen als Nationalpark unter Schutz). Da das Dörfchen nur eine Backpackerunterkunft hatte, welche ein bisschen ausserhalb des Geschehens lag, entschieden wir uns kurzerhand in das nicht weit entfernte Städtchen Te Anau zu fahren und uns dort nach einer Übernachtungsmöglichkeit umzuschauen. Hier fanden wir eine sehr nette Backpackerunterkunft direkt vor dem See und bekamen ein sehr gemütliches Doppelzimmer für NZ $ 51.00.

Te Anau ist als die Hauptstadt der Wanderer weltweit bekannt, vor allem aber wegen den unter anderem berühmten Tracks: "Milford Track", der "Hollyford Track", der "Kepler Track" und der schwierige "Dusky Track". Wir sind aber nicht nach Te Anau gefahren, um einen dieser Wanderwege zu absolvieren, sondern um das Fjordland besser kennen zu lernen. Die meisten Touristen fahren weiter nördlich bis nach Milford Sound, einem der Wahrzeichen Neuseelands. Milford Sound kam stand für uns von Anfang an ausser Frage, weil sich dort tagtäglich Massen von Touristen einfinden. Wir entschieden uns für die kleinere Version des Milford Sounds, nämlich dem Doubtful Sound. Obwohl das alles ja keine Sounds sondern Fjorde sind. Fjorde entstehen durch Abrasion eines vorbeiziehenden Gletschers, Sounds sind essentiell Meerengen oder Sunde. Im Englischen gibt es noch weitere Unterscheidungen, siehe dazu die englischen Wikipedia Einträge.

Noch war uns nicht klar, auf welche Art wir Doubtful Sound gerne kennen lernen würden. So informierten wir uns im Informationszentrum über verschiedene Ausflugsmöglichkeiten und entschieden uns nach langem Hin- und Her uns einer ganztätigen  Kayak-Tour durch den Doubtful Sound anzuschliessen. Die Tour durch den Doubtful Sound wurde durch die Agentur "Sea Kayaking Tours" in Manapouri durchgeführt. Wir mussten uns am nächsten Morgen um Uhr in Manapouri im Kayak-Shop befinden und nach einer viertelstündigen Pause startete die abendteuerreiche Tour pünktlich um Uhr. Die Gruppe bestand aus insgesamt 12 Leuten; 10 Touristen (3 Engländer, 2 Australier, erikaner und 1 Deutscher + unsere AnwesenheitJ) und 2 Mitarbeitern der Tour-Organisation. Unser Guide für den Tag hiess Michelle und sie führte ihren Job wirklich sehr professionell aus und wusste wie mit den Leuten umzugehen. Michelle ist auch sehr reisebegeistert und ist erst vor zwei Wochen von ihrem Asienaufenthalt zurück nach Neuseeland gekommen. Nun arbeitet sie eine Weile und geht dann später wieder auf Reisen. So machten wir uns in einem Minibus zum nur ca. 1km entfernten Hafen und stiegen in ein Motorboot um und kamen in den Genuss eines atemberaubenden Sonnenaufgangs. Wir fuhren ca. 50 Min. bis zum Westarm des Manapouri Sees und wechselten das Transportsystem. Mit dem Bus wurden wir dann über den Wilmot Pass Road in ca. 40 Minuten nach Deep Cove befördert, wo unsere Kayaktour ihren Anfang annahm und wir noch mit Cookies und Tee/Kaffee aufgewärmt wurden. Nach kurzen Instruktionen von Michelle begaben wir uns in das Kayak (für mich das erste Mal).

Das Gebiet ist sehr mystisch. Jedoch ist die wunderschöne Landschaft in und um Fjordland leider mit einer üblen Plage verhext: Die Sandflies! Diese blutdurstigen Viecher (übrigens nur die Weibchen) suchen einen von Kopf bis Fuss ab, ob nicht irgendwo eine nicht von Kleidung bedeckte Stelle zu finden ist und finden diese. Aber nicht nur wir sind die Leidtragenden, auch die Tierwelt in Fjordland leidet unter der ständigen Anwesenheit der Sandflies. Komischerweise hatte ich am Ende des Tages glücklicherweise nur einen Stich abbekommen, wo hingegen Robertos beide Hände voll zerstochen waren.

So ruderten wir in den Gewässern des Fjordlands und hörten uns Michelles informativen Erzählungen zu. Das Wasser war ziemlich ruhig und wir hatten glücklicherweise mit keiner Strömung zu kämpfen. Ich hatte nur mit meiner Kraft zu kämpfen :).

Nach ca. zwei Stunden kamen wir bei unserem Boot an, wo wir unser selbst mitgebrachtes Mittagessen einnahmen (der Lunch ist in der Tour nicht inbegriffen). Nach der kleinen Erfrischungspause erwarteten uns weitere 2 ½ Stunden Kayak rudern. Ich war nach dem Mittagessen total kaputt und im Murmeltiermodus und hätte nichts dagegen gehabt, wenn es langsam gegen das Ende gegangen wäre. Ich riss mich dann aber nochmals zusammen und genoss zusammen mit Roberto und der Crew die Kayak-Tour am Nachmittag.

Die Tour kostete uns übrigens NZ $ 205.00 / pro Person. Wir konnten es selbst nicht glauben, aber dieses Angebot war eines der Günstigsten! Die Alternative zu einer Kayak-Tour ist eine ganztägige Bootsfahrt im Doubtful Sound für satte NZ $ 250.00 / Person. Wenn man solch horrende Preise unter die Nase gehalten bekommt, wünscht man sich, vor 10 oder 20 Jahren in Neuseeland unterwegs gewesen zu sein. Das Problem ist, dass man anfangen sollte, solche Touren zu boykottieren, aber dann gewinnt man eben auch nichts: Erstens sieht man dann nichts mehr und zweitens gibt es leider immer genügend Touristen, denen die stets steigenden Preise absolut keine Mühe bereiten. Die Preise sind unverschämt hoch und man hat keine alternative Möglichkeit, wenn man nur bedingt Zeit an einem Ort hat. Möchte man also ein bisschen Einblick in den Fjordland Nationalpark haben, so muss man wohl oder über in das tiefe Portemonnaie greifen (ausser man hat genügend Zeit, dann kann man nämlich eine der weltweit wunderschönsten Trekkingtouren machen).

Während unserer Recherchen sind wir auf eine 2-Tagestour (max. 10 Personen) gestossen, bei welcher man auch diverse Tauchgänge absolvieren kann und zusätzlich dem Nationalpark näher kommt. Diese Tour kostet aber pro Person NZ $ 500.00 und war bis Juli 2008 komplett ausgebucht (vereinzelte Plätze nur bedingt vorhanden). Diese wird von der "Fiordland Expeditions", in Tutoko, Tel: +61 (0) 3 249 9005, E-Mail: info@fiordlandexpeditions.com,  durchgeführt. Nur lag dies nicht gerade in unserem Budgetbereich :). Diese Tour hat uns aber von allen am meisten angesprochen und sollten wir eines Tages das Fjordland noch näher kennen lernen wollen, würden wir uns für diese Variante entscheiden.