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Sonntag, 4. Mai 2008

New Zealand: Auckland und Devonport

Wir hatten ja schon vom 25. – 28. April 2008 bei Louise & David übernachtet in Devonport. Es stand uns die zweite Begegnung mit der Familie bevor. Devonport ist eine sehr schöne Nachbarschaftsgegend mit charmanten Einwohnern und ist nur 12 Minuten mit der Fähre von der Innenstadt von Auckland entfernt. Diverse Strände sind in wenigen Minuten zu Fuss zu erreichen.

Von der Coromandel Halbinsel zurückgekehrt bekamen wir gleich die Aufgabe, uns um die Kinder zu kümmern und gucken, dass sie rechtzeitig ins Bett gehen. David und Louise wollten sich wieder einmal einen Abend zu zweit gönnen, was bei dem Arbeitspensum der beiden und der Erziehung ihrer fast schon erschreckend gut erzogenen Energiebündel sehr nachzuvollziehen ist. Obwohl wir eigentlich auch ziemlich erschöpft waren, nahmen wir uns dieser Aufgabe sehr gerne an und warfen uns gleich in das Getümmel der Kinder, in der Hoffnung diese mit frischem Wind und Elan so zu ermüden, dass das zu Bett gehen ein "piece of cake" sein würde. Denkste, die einzigen die nach gut zwei Stunden ununterbrochenem Spielen und herumtollen wirklich bettreif waren, waren wir beide. Die Hunde waren mittlerweile auch schon friedlich in ihrer Kiste unter der Treppe ins Schlafzimmer im oberen Stock der O'Briens eingeschlafen. Connor als der Jüngste der Familie, ist natürlich gerade im Alter, wo er es mit jedem neuen Babysitter versucht, die Regeln zu erweitern. Die beiden Mädels halfen uns jedoch sehr tüchtig, den Rabauken still zu legen. Er fand immer wieder eine Ausrede, um aufzustehen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wir hatten alle Hände voll zu tun mit Vorlesen von Geschichten (Dr. Suess, wie so üblich im englischsprachigen Raum). Zudem waren die Gutenachtgeschichten extrem lang und super kompliziert zu lesen. Wer schon einmal Dr. Suess Geschichten vorgelesen hat, weiss was ich meine. Er spielt gerne mit Wortfragmenten und permutiert diese in scheinbar beliebiger Anzahl zu Wortfetzen, welche es noch knapp in den Webster Diktionär schaffen würden; Zungenbrecher pur, aber sehr zeitkritische Geschichten. Ich frage mich, wieso Dr. Suess Geschichten es eigentlich nie so richtig in den deutschsprachigen Raum geschafft haben. Ich kann mich noch gut an die Märchen der Gebrüder Grimm erinnern, welche mir von meinen Eltern erzählt wurden. Mit meiner damaligen Ex-Freundin aus Kanada, welche Kinderpsychologie studiert hatte und sich länger in der Schweiz über die Erziehung, versuchten wir oft Übersetzungen von Dr. Suess zu finden im Orell Füessli, aber niemand kannte die wirklich. Irgendwann taten dann alle so, als ob sie schlafen würden und just in diesem Moment kamen dann auch die Hausherren wieder nach Hause. Sie waren doch etwas müder als sie dachten. Wir waren erleichtert unseren Job wenigstens halbwegs gut erledigt zu haben und fielen todmüde in unser Schlafgemach.

Am nächsten Morgen fing es an wirklich übel kühl zu werden, jedoch war es immer noch sonnig. Einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Auckland ist sicherlich der Sky Tower. Der Sky Tower ist mit seinen 328 Metern ist höher als der Eiffelturm und der Sydney Tower in Australien und somit der grösste Turm in der südlichen Hemisphäre. An einem klaren Tag kann man über 82 km weit sehen. Der Eintritt bzw. um zum Skydeck/Platform zu gelangen muss ein horrender Eintrittspreis entrichtet werden. Es werden von dort auch abendteuerreiche Aktivitäten wie der Sky Jump angeboten. Uns war das alles etwas zu hektisch so gegen die letzten Tage hin in Neuseeland und so müssen wir gestehen, dass wir nicht allzu viel von der sicherlich interessanten Stadt gesehen haben.

Wir haben uns jedoch entschieden in das Kelly Tarlten Antarktis Zentrum zu fahren und uns die Königspinguine anzugucken, da wir im Moment das nötige Geld für eine Reise zum antarktischen Kontinent leider nicht haben. Das Zentrum war sehr interessant und lehrreich und wir bekamen die Pinguine zu Gesicht, bzw. vor die Linse. Leider musste man in so ein dämliches Gefährt steigen, welches einen automatisch durch die Halle mit computerisiert nachgebautem antarktischen Klima transportierte. Raus durfte man nicht und obwohl es mich reizte, befolgte ich die Anweisungen und verliess das Gefährt nicht. Das Problem nämlich war, dass man durch die Scheiben nicht so optimal fotografieren konnte, da sie sichtlich dreckig waren von den vorhergehenden Gästen, die dachten, dass man eine bessere Sicht bekommen würde, wenn man die ganze Scheibe mit Fingerabdrücken voll pflastert. Wir kriegten jedoch eine Art Luke auf und konnten dennoch einige gute Bilder schiessen, dank unserer neuen Canon 40D mit 300mm Linse.

Auf dem Nachhauseweg wurden wir per Funk aus der Schweiz wieder von Markus auf eine neue Mission geschickt. Markus, der sich wirklich bestens in sehr vielen Orten in Neuseeland auskennt und sichtlich auch ein Geniesser ist, gab uns den Auftrag in seinem Namen eine Tiramisutorte zu organisieren, welche er damals bei seinem Besuch den O'Briens vorbeigebracht hatte diese damit entzückte. Er wollte ihnen wieder eine Freude bereiten, was wir wirklich ausserordentlich aufmerksam fanden und ihn somit in seinem Unterfangen gerne unterstützten. Nachdem wir etwas herumgeirrt waren, fanden wir dann die besagte Michel Gourmet-Konditorei, welche es im Übrigen auch in Australien gibt. Wir kauften die lecker aussehende Tiramisutorte und kauften noch einige Zutaten für unser Essen ein, welches wir für die O'Briens kochen wollten. Wieder einmal hatten wir uns entschieden, überbackene Teigwaren zu machen, da wir ja in Taupo den gefrässigen Rastaman und Ex All Blacks Spieler auch zufrieden stellen konnten. Vor allem wenn man für Kinder kocht, weiss man ja nie so recht, ob die dann auch etwas exotisches essen würden und mit Pizza oder Pasta basierten Gerichten gewinnt man praktisch immer. Irgendwie gelang uns das Essen dieses Mal wieder ziemlich gut, was vermutlich auch an dem unglaublich guten Herd lag, den die O'Briens installiert haben. Eine Küchenkombination der Marke Smeg (bitte keine Kommentare unter der Gürtellinie bezüglich des Namens) mit einem äusserst funktionalem Gasherd, welcher professionellen Küchen vermutlich das Wasser reichen könnte. Ich habe mich richtig in diese Küchenmarke verliebt, nicht nur weil sie so intelligente Herde baut, sondern weil das Design sehr schlicht (die Abwaschmaschine ist fast schon futuristisch mit kaum sichtbaren funktionalen Druckknöpfen ohne Beschriftung) gehalten ist, äusserst modern wirkt und die Kombination gut zu reinigen ist.

Das Essen mundete allen und sogar der etwas heiklere Connor verschlang nach anfänglichem Misstrauen zwei Teller, sehr zum Erstaunen seiner Eltern. Und dann kam mit der Tiramisutorte noch den Höhepunkt dieses kulinarischen Wir genossen jeden Bissen dieser wirklich vorzüglich gemachten Torte, obwohl ich zugeben muss, dass sie geschmacklich doch sehr vom traditionellen Tiramisu abweicht. Vielen herzlichen Dank hier nochmals an Markus für die Idee und auch das Sponsern dieses Desserts. Da es auch gleich unser letzter Abend in Neuseeland ist, möchte ich es nicht missen, mich auch im Namen von Sebnem nochmals ganz herzlich bei Markus (dem Basketballtrainer von Sebnem, deren Mannschaft letzte Saison in die zweite Liga aufgestiegen ist) für seine Hilfe, Unterstützung, Begleitung und wertvollen Tip(p)s zu bedanken. Ohne ihn hätten wir wohl einige unnötig zeitintensive Dinge gemacht und hätten kaum die Möglichkeit gehabt so viele Facetten dieses wunderschönen Landes zu sehen. Markus hat uns praktisch tagtäglich begleitet; wir hatten manchmal das Gefühl er hätte sich sogar unserer Zeitzone angepasst :). Wir verstehen jetzt viel besser, weshalb er so fasziniert von diesem Land ist und schliessen uns dieser Faszination uneingeschränkt an. Natürlich müssen wir zugeben, dass wir auch unglaubliches Glück hatten mit dem Wetter hier in Neuseeland um diese Herbstzeit herum; mit wenigen Ausnahmen hatten wir immer wolkenlosen Himmel und Sonnenschein bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen und liefen praktisch immer in den Sandalen und mit T-shirt herum.

Am letzten Tag schlug das Wetter dann wirklich um auf Winter und wir freuten uns in ein paar Stunden auf Fidschi zu landen, wo es sicherlich mindestens 25° Grad sein würde. Den Morgen verbrachten wir noch mit der Familien O'Brien und assen noch zu Mittag mit ihnen, bevor wir uns dann gegen Uhr aufmachten Richtung Flughafen. Der Abschied fiel uns etwas schwer, da wir sehr viel Spass hatten bei der Familie und uns wirklich gut mit ihnen verstanden. Zudem machte sich wieder so eine Art komisches Gefühl bemerkbar. Ein Gefühl, dass nur jemand verstehen kann, der lang gereist ist. Obwohl vor uns die Fidschi Insel lagen (eventuell eine Traumdestination vieler Leute), waren wir nicht sonderlich gerührt von dieser Tatsache, sondern hofften nur darauf, dass wir nicht allzu viele Probleme haben werden eine Unterkunft zu finden, wenn wir wieder einmal spät am Abend ankommen würden.

Die wenigen Bilder (weiss eigentlich nicht einmal so genau wieso) sind hier zu finden:

Mittwoch, 16. April 2008

New Zealand: Auckland

Nach unserem lustigen Aufenthalt in Taupo fuhren wir direkt nach Auckland. Irgendwie wollten wir nicht unbedingt dorthin, aber die Stadt entpuppte sich als eine Grossstadt, die sehr organisiert ist und in welcher man sehr gut von einem Punkt an den anderen gelangen kann. Zudem sitzt sie an unzähligen sehr hübschen Bays und macht sie ungemein reizvoll. Obwohl wir im Prinzip über Markus jemanden kannten in Devonport, wollten wir sie nicht gerade überfallen und für die drei Nächte, die wir in Auckland bleiben wollten. Wie vor gut einem Monat abgemacht flog Pat wieder zurück nach Auckland, um mit uns den Norden der Nordinsel für ein paar Tage zu erkunden. Wir haben uns für die Cascade Motor Lodge zu Logierung entschieden und genossen das grosszügige Zimmer mit einem Doppelbett und einer Couch für Pat, wenn er dann am 17. ankommen würde.

Am darauf folgenden Tag fuhren wir in ein Kleideroutlet und ein Shopping Center, um wieder einmal einen Tag in einem Shopping Center zu verbringen J. Der Tag verging irgendwie, wie im Fluge und wir kamen nicht einmal mehr dazu ins Zentrum von Auckland zu fahren. Da wir sowieso dachten, wir würden es beim Rückweg aus dem Norden nochmals besuchen, war es egal. Unser Ziel war sowieso, möglichst viel Zeugs, das wir sinnlos mitschleppten, bei den O'Briens zu lassen, eine supernette Familie, die eng mit Markus befreundet ist; doch dazu noch mehr im Auckland Devonport Bericht.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Flughafen und warteten auf Pat, der praktisch ohne Verspätung auftauchte und erst noch dazu mit heftig vielem Gepäck. Irgendwie hat er das gleiche Problem wie wir. Er hat ungefähr zur gleichen Zeit wir ich den Job als Senior Research Engineer bei Intel gekündigt und sich für einen langen Sabbatical entschieden. Er fing seine Reise damals in Neuseeland an und ist seitdem in die Insel vernarrt und auch nicht wieder weiter gezogen, geschweige dann zurück in die USA gekehrt. Aber so langsam geht auch ihm das Geld aus und wieder in der Technologie als Consultant zu arbeiten mag er, wie auch ich, überhaupt nicht mehr. Aus diesem Grund hat er sich entschieden, ein neues Business in Neuseeland zu formieren. Er versucht sich als Snowboard und Snowboardzubehör Importeur und als Kostprobe brachte er gleich einmal ein paar Bretter mit und auch Anzüge für Herren und Damen. Er kauft diese im Retailshop im besten Fall für einen Viertel des Preises in Neuseeland und auch nach dem Shipping bleiben ihm im optimalen Fall noch 100% Marge. Es gibt einfach zwei Probleme: niemand kennt ihn und er kann natürlich auf retail Ware keine Garantie mehr geben. Alles andere sonst scheint ein guter Plan zu sein. Kaum angekommen schlägt er sein Notebook auf und loggt sich bei Ebay ein; er plant seine Sachen dort zu versteigern. Wir fangen an ein paar Fotos zu schiessen, um die Angebote bildlich zu untermauern und nach einer Stunden sind diese im Internet. Wir packen alles ein und fahren zu den O'Briens, um den überflüssigen Kram abzuladen. Pat bleibt im Hotel und widmet sich seiner neuen Geschäftsidee.

Ich habe schon mehrmals mit Louise O'Brien telefoniert und sie ist mir schon damals als dynamische und eloquente Frau aufgefallen. Diese Vermutung bewahrheitete sich dann auch, als wir sie das erste Mal erblickten; eine äusserst aufgestellte, gut aussehende, junge erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter, die uns mit einem gewinnenden Lachen begrüsst und uns schon das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Sie ist sehr unkompliziert und lässt uns gleich alles ins unglaublich schöne Haus verstauen und wir lernen auch noch die beiden jüngsten der Familie kennen, Grace und Connor; Isabel als die Älteste der Kinder und Louises sportlich und erfolgreichen Mann David würden wir erst bei der Rückkehr das erste Mal treffen. Natürlich dürfen die zwei Hunde nicht fehlen, welche uns schon beim Warten auf Louise vom Garten durch den Zaun beschnuppert hatten und keine Anstalten machten, uns als potentielle Diebe zu entlarven. Nach dem kurzen Kennenlernen musste Louise auch schon wieder los, um mit Grace und Connor zum Fussball zu fahren. Uns war das Recht und wir bedankten uns für den temporären Stauraum und verschwanden auch gleich wieder, gingen einkaufen und fuhren zurück ins Hotel. Pat hatte unterdessen schon gekocht und wir profitierten natürlich von seinen Kochkünsten.

Wir besprachen noch kurz den Kurs des darauf folgenden Tages und schliefen alsbald ein. Am Morgen packten wir unsere Sachen und fuhren los in den Norden Richtung der Westküste hoch.

Die Bilder findet ihr alle zusammen hier im Auckland Album, welches auch die Bilder enthält von unserem zweiten Aufenthalt in Auckland: