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Montag, 18. August 2008

Indonesien: Kuta Lombok & Umgebung

Kuta Lombok ist nur eine Fahrtstunde von Mataram entfernt und der kleine Ausflug in den Süden von Lombok hat sich für uns alle Mal gelohnt. Lombok ist die populärste Destination in Nusa Tenggara Dank seinen gut besuchten Gili Inseln. Im Gegensatz zu Bali, wo die grösste Anzahl der Bevölkerung Hindus sind, ist Lombok mehrheitlich von Muslimen bewohnt. Es fällt einem sofort auf, dass es in Lombok weniger Tempel zu sehen gibt und die Leute einen anderen Dresscode haben. Im Süden von Lombok findet man atemberaubende weisse Sandstrände mit türkisblauen Lagunen und ein paar gute bis sehr gute Surfspots. Der Tourismus hat sich hier noch nicht so eingelebt wie in Bali und Kuta in Lombok war unsere nächste Anlaufstation. Nachdem wir ja nur 12 Stunden auf der Gili Meno Insel verbracht hatten, standen wir Dank offenem Rückfahrticket schon zu Mittag in Mataram rum, und warteten auf die eine weitere Person, welche noch mit uns nach Lombok fahren würde. Es stellte sich heraus, dass Chris mit seinem Surfbrett noch zu uns stiess und wir so fuhren los. Wir stellten uns kurz vor und Chris erzählte uns, dass er gerade einige Monate in Sydney verbracht hatte und dort oft gesurft ist und in einem Surfladen gearbeitet hatte.

Die Fahrt war ziemlich unbeschwerlich und wir kamen irgendwann ins Gespräch bezüglich der Unterkunft. Chris, der Deutsche, hatte eine SIM-Karte für Indonesien und rief kurzerhand sämtliche Hostels und Homestays an, die wir im Lonely Planet für interessant befanden. Er fand für uns ein Doppelzimmer beim "Melon Homestay" für CHF / Nacht inkl. Frühstück. Leider war dies die letzte Schlafmöglichkeit in diesem Homestay und so musste Chris bei Ankunft zu Fuss noch eine Bleibe für sich selbst finden. Chris selbst fand eine Unterkunft im Yellow Flower Hotel weiter vorne im Dörfchen für denselben Preis und fuhr dann kurz zu uns zurück (er hatte sich mittlerweile schon ein Moped geliehen), um seine Sachen abzuholen. Die Besitzer der "Melon Homestay" sind sehr freundliche und ruhige Leute; sie organisierten uns ebenfalls ein Motorrad für 4 Tage für ca. CHF / Tag. Die Zimmer bieten genug Platz, jedoch haben die Doppelzimmer nur kaltes Wasser und möchte man sich im Lavabo die Hände Waschen, fliesst das Wasser nicht durch eine Röhre hindurch, sondern direkt unter dem Lavabo auf den Boden. Dieser Punkt und der Umstand, dass die Zimmer sehr hellhörig sind, sind die einzigen negativen Punkte an den Doppelzimmern. Da wir tagsüber sowieso immer unterwegs waren, waren diese Umstände nicht so tragisch für uns und bei dem Preis wollen wir auch überhaupt nicht meckern. Möchte man mehr Komfort (also warme Dusche, etc.), steht einem auch die Möglichkeit offen ein Apartment bei der "Melon Homestay" zu mieten für knapp CHF 20.00/Tag. Leider waren die beiden Apartments bei unserer Ankunft bereits besetzt und wir gaben uns mit dem Doppelzimmer zufrieden.

Kuta Lombok (im Süden von Lombok) ist ein kleines Dörfchen, dass sich ihre Existenz mit den immer mehr werdenden vorbeischauenden Touristen und vor allem Surfern aufgebaut hat. Möchte man direkt in Kuta Lombok am Strand relaxen, vergehen keine fünf Minuten, ohne dass nicht eine Dame vorbeikommt und einem Tücher (so genannte "Sarongs"), Früchte, etc. verkaufen möchte. Die Preise sind überrissen teuer und die Geschichten, um eines der "Sarongs" zu verkaufen werden von Mal zu Mal einfallsreicher :). Möchte man ungestört am Strand relaxen, ist es wohl die beste Option für ein paar Tage ein Motorrad zu mieten und an die nahe liegenden und traumhaft schönen Strände zu fahren; an einigen ist man praktisch alleine (ausser auf ein paar lokale witzige Kinder, die einem immer finden). Auf diese Weise begaben wir uns auf Erkundungstour. Die Strassenverhältnisse in Kuta lassen jedoch sehr zu Wünschen übrig und die Fahrten erinnerten uns an die guten alten Zeiten in Costa Rica. Die Strasse am Strand entlang weist überall Dellen und Löcher auf und es ist extrem Vorsicht geboten mit dem Moped (an manchen Stellen sind die Strassen sehr steil; im Generellen sehr hügelig). Nach ein bis zwei Tagen hat man sich jedoch an die Strassen gewöhnt, nur macht sich der Schmerz am Hinterteil nach stundenlangem Motorradfahren bemerkbar :). Zusätzlich wollen die Kinder der Dörfer, an welchen man auf der Suche nach Ruhe oder guten Surfspots vorbei fährt, immer "high five" machen und diese Aktion hat scheinbar schon bei einigen unsicheren Fahrern üble Unfälle provoziert. In Kuta Lombok am Ende des Dörfchens befindet sich ebenfalls ein 4 Sternehotel (das Novotel) für diejenigen, die sich einem höheren Standart leisten wollen :). Wir haben zwei Mal einen Ausflug zum Novotel unternommen, um deren Dienste in Anspruch zu nehmen; mehr dazu später im Bericht. Gemäss unserem Guidebook haben einige luxuriöse Ressorts versucht in Lombok (Kuta) Fuss zu fassen, jedoch habe sich das Geschäft für diese nicht gelohnt. Das Novotel ist aber noch im Rennen :).

Unsere Tage in Kuta Lombok vergingen im Schnellzugtempo und gestalteten sich ungefähr wie folgt: Am Morgens mit dem Motorrad an einen der Surfspots fahren, am Strand die Sonne geniessen, während Roberto im Wasser paddelt, Essen, relaxen und am Abend einen Film anschauen (in Bali deckten wir uns mit ca. 20 neuen DVD Filmen ein). Am Nachmittag unserer Ankunft in Kuta, erkundigten wir das Dörfchen zu Fuss und genossen die Sonne am Strand von Kuta Lombok. Während des Sonnenbadens hörten wir von der Strasse her Kinderjubel und informierten uns über den Anlass. Am diesem Tag fand ein Umzug der Kinder des Dorfes und der umliegenden Dörfer statt und sie stolzierten tanzend und lächelnd in Gruppen der Schulen der Strasse entlang. Wir holten noch schnell unsere Kamera von unserem Zimmer und versuchten die facettenreichen Ausdrücke auf Fotos einzufangen.

Am 2. Tag gingen wir zusammen mit Chris zuerst an den Mawun Beach (liegt westlich von Kuta) Wir sind jedoch wir nicht ans rechte Ende des Mawun Bays gefahren, sondern bogen bei den lokalen Häusern vorher links ab und fuhren durch und über das Feld bis an das Ende der Strasse. Der Bay bei Mawun ist wunderschön, vor allem bei Sonnenschein. Kommt man hier an, vergehen keine zehn Minuten, ohne dass nicht zahlreiche Kinder vorbeischauen und lustige Gesten machen. Sie fragen nach Stiften und Schreibwaren, welche sie für die Schule gebrauchen. Gemäss Aussagen der Lokalen sei der Besuch der Schule für die hiesigen Kinder gratis, jedoch müssen die Eltern die Schuluniformen, Bücher, Stifte, etc. für ihre Kinder selbst bezahlen. Die Problematik ist leider, dass sich nicht alle Eltern diese Ausgaben leisten können und somit einige Kinder gezwungen sind, deren Eltern bei der alltäglichen Arbeit zu helfen. Leider hatten wir am heutigen Tag nichts für die Kinder dabei, und wir nahmen uns daher strikt vor am nächsten Tag ein paar Stifte im lokalen Geschäft in Kuta Lombok einzukaufen und unter den Kindern zu verteilen. Chris hatte ein paar Aufziehkleber dabei und verschenkte diese an zwei der älteren Kinder. Roberto und Chris gingen am Mawun Beach Surfspot surfen währenddessen ich mich mit den Kindern amüsierte. Den Mawun Beach kann man praktisch immer alleine surfen, da die meisten Leute behaupten, dass die Welle nicht gut sei und das Rauspaddeln zur Welle auch für geübte Paddler gute 20 Minuten dauert. Man muss nämlich gegen die Strömung welche über das Riff kommt paddeln. Da der Bay relativ klein ist, gibt es nur am anderen Ende eine Ausgangsströmung, aber diese beginnt praktisch auf der Höhe der Welle am Point und kann somit nicht benutzt werden, um an den Point zu paddeln. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als mühsam gegen die Strömung zu paddeln. Ist aber eine gute Übung, um die Muskeln aufzubauen und etwas überschüssiges Fett zu verlieren :). Sobald man beim Point (links gegen das Meer hinaus gesehen) vorbei ist, kann man Richtung Riff paddeln und dann in die Welle paddeln, die sehr unregelmässig kommt. Der Einstieg in die Welle ist ziemlich steil, der Ride kurz, aber man kommt beim right-hander kurz über dem Riff vor dem Point wieder aus der Welle raus. An den meisten guten Tagen war Roberto alleine draussen und einzelnen Wellen waren bis zu 2 Meter hoch.

Nach der Surfsession von Roberto und Chris am Mawun Beach machten wir uns weiter Richtung Mawi Beach. Mawi ist eines der bekanntesten Surfspots in Lombok (legendärer Spot für Barrel-Waves) und ein Entgelt, um an den Strand zu gelangen, wird eingefordert. Der Eintritt kostet pro Motorrad Rp. 5'000.00  (CHF 0.70) und das Parkieren nochmals Rp 5'000.00. Für Roberto war der Surfspot bei Mawi Beach einer der besten in Lombok, jedoch machten wir erst am dritten Tag Halt in Mawi. Bei unserem ersten Besuch in Mawi weigerte sich Roberto den Preis von Rp 5'000.00 zu bezahlen, wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittlicher Tageslohn eines Arbeiters Rp 25'000.00/Tag ausmacht. Die Leute, welche die Absperrung unter ihrer Obhut haben, machen auf jeden Fall genügend Umsatz mit all den sich hier täglich einfindenden Surfern. Geboten wird allerdings nichts. Die gleich hohe Parkgebühr dann am Strand macht wiederum Sinn, da die Lokalen auf die Gefährte aufpassen.

Der Ausflug zusammen mit Chris war natürlich noch nicht zu Ende. Wir fuhren ein bisschen weiter in den Westen und gelangten zum Beach bei Selong Blank, welcher mir in Lombok am besten gefallen hat. Hier kann man zwar nicht surfen, aber der weisse Sandstrand und das türkis-farbene Wasser sind nicht zu toppen, einfach traumhaft schön. Der Ausblick ist unbezahlbar und man kann hier Stunden am Strand verbringen. Leider hatten wir am heutigen Tag nicht unsere gute Kamera dabei und die Wetterkondition war in den nächsten Tagen nicht mehr dieselbe, um dieselben Fotos mit unserer neuen Canon Kamera zu schiessen. Auf dem Weg nach Selong Blank von Mawi aus, sieht man, wenn man darauf achtet, auf den Strassenseiten ganz viele Äffchen, die an den Sträussen und Bäumen herumtaumeln oder vom Gebüsch aus die Leute beobachten. Ich kann natürlich nicht genug von diesen Tieren bekommen und versuchte ein paar Fotos der scheuen Tiere zu machen.

Am nächsten Tag machte sich Roberto frühmorgens zusammen mit Chris und Efrem (ein weiterer Deutscher mit Abstammung von Eritrea) nach Krupug zum Surfen. Um in Krupung zu surfen muss man mit einem Boot hinausfahren und zahlt dafür Rp 30'000 pro Person. Am Surfspot von Krupung waren gemäss Aussage von Roberto ausschliesslich Schweizer, Deutsche und ein Franzose am Surfen. Kuta Lombok ist ziemlich voll mit Schweizern und Deutschen, vor allem Surfbegeisterten. Nach dieser gemeinsamen Surfsession hat sich Roberto mit Efrem zusammengetan und vereinbart, den Rest des Tages zusammen zu surfen. Gesagt, getan: Am verlaufe des Tages machten wir uns zu Dritt zuerst an den Mawun Beach und dann an den Mawi Beach, wo Efrem und Roberto zwei weitere Surfsessions absolvierten. Dieses Mal gab Roberto bei der Absperrung nach und gab sich damit einverstanden den Preis zu bezahlen, um den Surfspot bei Mawi auszuchecken. Die Bay bei Mawi ist nicht sehr gross, aber wenigstens kann man hier an der Sonne liegen ohne gestört zu werden. Die Welle in Mawi hat Roberto am meisten in Lombok imponiert und so war dies nicht unser letzter Besuch in Mawi. Die Welle war zwar zu unserer Anwesenheit immer noch verhältnismässig klein (bei rising tide gut etwa 2 Meter hoch) aber sehr schön zu fahren. Ein shortride auf der rechten Seite und ein etwas längerer ride auf der linken Seite. Das Schöne an der Welle ist, dass der Bay ziemlich klein und somit optimal onshore windgeschützt ist. Zudem bricht sie meistens praktisch senkrecht zum leicht konkav verlaufenden Riff und bricht daher ohne grosse Überraschungen. Da die Welle ab 6 Fuss eine ziemliche Wucht hat, sind dann auch nicht mehr so viele Leute im Wasser und schon gar nicht mehr so viele Schweizer und Deutsche :). Ich fühle mich schon sehr privilegiert, da ich über ein Jahr lang die Möglichkeit hatte, auf der ganzen Welt meine Surfskills zu verbessern. Leider werden wir vermutlich etwas zurückfahren müssen, wenn wir wieder in der Schweiz leben, ausser wir können einen Deal mit einer der Billig-Fluggesellschaften vereinbaren. Aus der Schweiz sind die besten (hinsichtlich der Anzahl Leute pro m^2 Welle und deren Schwierigkeitsgrades) und naheliegensten Surfspots natürlich in Afrika, Marokko, Mauretanien und Senegal.

Der heutige Tag war zusätzlich der Independence Day. In Kuta Lombok wurde gross gefeiert und ein paar Spiele zwischen den Jungen und Alten durchgeführt. Zum Beispiel war es eine Disziplin, einen Baumstamm bis an die Spitze zu klettern, wo in einem kleinen Umschlag Geldnoten zu finden sind. Einziges Hindernis auf dem Weg zum bescheidenen Reichtum: Der Baumstamm aus Bambus ist von oben bis unten mit Fett beschmiert, was das Klettern um ein Vielfaches erschwert. So versuchten die jungen Männer den Stamm hinaufzuklettern, während sie vorzu den Baumstamm mit einem Lappen putzten. Es gab einen Baumstamm für die Kleinen sowie einen für die Erwachsenen (sicher 10 Meter hoch) zu bezwingen. Nachdem diese Disziplin erfolgreich beendet wurde, fand noch ein Seilziehen statt und ein Fussballspiel. Es war sehr amüsant das ganze Geschehen mitzuverfolgen und die Leute zu beobachten. Wir schauten den Spielen ein Weilchen zu, bis sich Roberto bettreif erklärte und wir uns langsam zurück in unsere Unterkunft machten.

Auch gab es hier das leckere Getränk, welches aus gepresstem Bambus- und Süssholz hergestellt wird. Wir tranken dieses das erste Mal in Brasilien und vor allem Roberto ist hin und weg von dem Saft. Der Besitzer hat sich die Pressmaschine aus Sumatra einliefern lassen und wurde sofort von all den Kindern umrundet, weil dieses Getränk in Kuta Lombok noch eine Novität war.

Uns hat Kuta Lombok sehr gut gefallen und die vier Tage waren absolut ausreichend um ein paar erholsame Tage zu verbringen. Nach ein paar Tagen kann es jedoch ein bisschen langweilig werden, wenn man selbst nicht surft. Viel zu unternehmen gibt es hier nämlich nicht. Wir haben sodann den Kopf darüber zerbrochen, was unsere nächste Zieldestination in Indonesien sein soll. Top waren die Komodo Insel oder Borneo. Die Komodo Insel aus dem Grund, weil man hier die Möglichkeit hat, den Komodo Dragon (den grössten Leguanart, genauer ein Monitor Lizard) zu sehen. Der Komodo kommt nur auf den Inseln Komodo, Rinca, Flores, Gili Motang, and Gili Dasami vor. Schlussendlich entschlossen wir uns dagegen, weil dies eine weitere Topdestination der Touristen war und wir in jenem Moment versuchten weg vom Touristenstrom zu kommen und nicht mehr sehr viel Geld auszugeben. Borneo kam nicht in Frage, weil es in erster Linie keinen Flug von Lombok aus nach Borneo gibt und zweitens, weil wir auf unser Budget acht geben müssen. Borneo hätte uns sehr gereizt zu besuchen, vor allem weil man dort in der freien Natur die Orang-Utans beobachten kann. Borneo und Sumatra sind ausserhalb von Afrika die einzigen Länder, wo man die Orang-Utans in freier Wildbahn finden kann. Hätten wir einen direkten Flug nach Borneo bzw. Kalimantan gefunden, hätten wir wohl den Trip trotz unseren engen Budgets unternommen.

Bezüglich den Fragen zu Flügen sind wir –wie oben erwähnt- im Novotel Hotel in Kuta Lombok vorbei, um uns zu informieren. Die Angestellten gaben uns zu wissen, dass es von Lombok aus nur direkte Flüge nach Bali gäbe und man von dort aus die Wunschdestination erreichen müsste. Als wir sodann einen Flug nach Bali buchen wollten, war dies leider nicht möglich, da wir nicht genügend Bargeld dabei hatten. Kreditkarten wurden von "Nicht-Gästen" nicht akzeptiert. Wie kann ein 4-Sternehotel keine Kreditkarten akzeptieren, hinzu das Novotel. Auch hier wussten die Mitarbeiter keine korrekten Angaben zu den "Domestic Flights". Sie bestätigten uns, dass es keine direkten Flüge ausser nach Bali gäbe (wie wir aber später selbst herausgefunden haben, waren das Falschangaben). Die Aussagen, auch wenn sie von einem Repräsentanten des Novotel Hotels kommen, klangen für uns dubios und somit war die Sache für uns erledigt. Da uns im ganzen Dörfchen niemand korrekte Informationen bezüglich der Flüge geben konnte, entschieden wir uns, wenn es soweit ist, uns am Flughafen direkt zu informieren und spontan Flugtickets zu kaufen.

Bevor ich es vergesse zu erwähnen: Als wir im Novotel einen Besuch abstatteten, haben wir mitbekommen, dass sie Motorräder für CHF / Stunde vermieten. Hierzu nur ein Tipp: Im Dorf selber kann man dasselbe Motorrad für denselben Preis für einen ganzen Tag lang mieten.

Bezüglich des Essens in Kuta Lombok können wir das Ashanti Restaurant, ca. 2 km vom Dörfchen entfernt empfehlen. Das Restaurant hat leider nur bis ca. Uhr geöffnet und ist über die Mittagszeit stets voll mit Touristen. Was das Restaurant hier so einzigartig macht, ist der Ausblick über die ganze Bucht bei Kuta Lombok.

Nach vier wunderschönen Tagen in Kuta Lombok machten wir uns dann zurück nach Mataram, um von dort aus per Flugzeug zurück nach Bali zu gelangen. Eine Bootsfahrt kam für uns nicht mehr in Frage (siehe Bericht zu den Gili Inseln). Unseren Transport nach Mataram organisierte der Besitzer unseres "Homestays". Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie viel wir für den Transport bezahlt haben, aber es wird so um die CHF / Person gewesen sein. Am Morgen unserer Abfahrt lernten wir zwei lustige Spanierinnen aus Girona kennen. Sie waren ebenfalls im Minibus nach Mataram mit uns und es gestalteten sich sehr lustige Konservationen. Unser Plan war es im Prinzip, in Mataram die Nacht zu verbringen und am nächsten Morgen einen Flieger nach Bali zu nehmen. Wir suchten uns eines der zahlreichen Hotels welche im Lonely Planet aufgelistet waren aus und baten den Chauffeur uns direkt zum Hotel zu fahren, um dort unser Gepäck auszuladen und uns dann an den Flughafen zusammen mit den beiden Spanierinnen mitzunehmen. Am Flughafen in Mataram stellte sich zu unseren Ungunsten heraus, dass für den morgigen Tag alle Flüge nach Bali ausgebucht seien. Wir Glückspilze! Wir hatten nicht vor länger in Mataram zu bleiben, da die Stadt uns überhaupt nicht anmachte, um hier ein paar Tage zu bringen. So kauften wir uns kurz entschlossen Flugtickets für den Nachmittagsflug am selben Tage (ca. CHF 55.00 / Person). Nun hatten wir unsere Tickets, aber unser Gepäck war im Hotel und zudem war die Übernachtung bereits bezahlt. Während ich mich am Flughafen niederliess machte sich Roberto mit einem Taxi auf den Weg zurück ins Hotel um unser Gepäck zu holen und bemühte sich um die Rückzahlung der bereits bezahlten Übernachtung. Wie man sich vorstellen kann, war dieses Unternehmen nicht ganz einfach. Trotzdem gelang es Roberto zumindest die Hälfte des Zimmerpreises zurückzubekommen. Zuerst wollte der Manager kein Geld herausrücken und tat auch so als würde er kein Englisch verstehen; der Taxifahrer fungierte als Telefonstelle und ein Freund des Taxifahrers übersetzte per Telefon dem Manager Robertos Anliegen. Nachdem Roberto darauf bestand mit dem Verantwortlichen zu sprechen (in Asien ist jeder Manager und keiner davon Verantwortlicher), offerierte dieser ihm dann, dass er 50% der bezahlten Nacht zurückerstatten würde.

So verbrachten wir noch ein paar Stunden am Flughafen von Mataram und organisierten von dort aus eine Unterkunft für den Abend in Bali. Während des Fluges lernten wir noch eine Balinesin und eine Thailänderin kennen, welche zusammen ein paar Tage in Lombok verbracht haben. Es stellte sich heraus, dass wir zumindest mit Sayuti den Kontakt aufrecht erhielten und sie während unseres restlichen Aufenthaltes in Bali mehrmals getroffen haben. Sayuti führt unserer Meinung nach das beste Restaurant von ganz Bali und zwar das "Yut's Restaurant" in Llegian. Mehr dazu in unserem Reisebericht von Bali. Sayutis Kollegin, die Thailänderin haben wir leider nicht mehr getroffen.

Die atemberaubenden Beach-Fotos findet Ihr hier:


Dienstag, 12. August 2008

Bali: Kuta, Surfen und ein Ausflug in den Norden

Nach einem sehr kurzen Flug von Darwin her kamen wir in Asien, oder genauer in Indonesien, oder noch genauer in Bali, oder wirklich genau in Kuta an. Erst einmal traf uns wieder der Kulturschock, aber es ist ja nicht unser erstes Mal im südasiatischen Gebiet. Jedoch ist es für uns beide das erste Mal in Bali und wir wussten eigentlich nicht, was uns hier erwarten würde. Da wir am späteren Abend ankamen und es auch schon dunkel war, organisierten wir vom Hotel aus einen Abholservice. Die Fahrer vom Bamboo Bed & Breakfast standen dann auch mit einem Schild am Ausgang und begrüssten uns freundlich. Wie wir bald gemerkt haben, sprechen die meisten Leute hier extrem schlechtes Englisch und im Moment haben wir zuwenig Energie und Willen, um Indonesisch zu lernen. Es scheint auf den ersten Blick nicht die komplizierteste Sprache zu sein, aber wir werden ja auch nur drei Wochen in Indonesien verbringen.

Wenn man nach Indonesien einreist, kann man schon im Voraus ein verlängertes Visum beantragen. Wie das geht, wissen wir nicht so genau, denn obwohl wir 35 Tage auf den Einreisezettel geschrieben hatten (funktioniert zumindest in Südamerika meistens) wurde uns das Visum nur für einen Monat gewährt. Im Nachhinein haben wir jedoch einige Reisende getroffen, die ein 60 Tage Visum gekriegt hatten. Es fiel uns jedoch auf, dass schon bei der Immigration gross eine Tafel stand, wo man für eine Verlängerung nochmals USD 25.00$ bezahlen müsse. Diesen Betrag bezahlt man auch zu Beginn. Ich nehme einmal an, dass sie es bewusst so machen, damit die länger Reisenden für teures Geld ein zweites Visum beantragen müssen; und wieder einmal haben wir realisiert, dass wir wieder in einem Teil der Erde sind, wo man als Tourist immer abgezockt wird. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir uns erneut in den Anti-Verarschungs-Modus versetzt haben und unser Hirn sofort Alarm schlägt, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zu und her geht. Der Nachteil gegenüber Südamerika ist natürlich, dass wir hier die Sprache weder sprechen noch verstehen. Was einem aber auch sofort auffällt ist die relativ hohe Freundlichkeit der Leute in Bali; und das obwohl schon so viele Millionen Touristen sich hier breit gemacht hatten. Es muss wohl an der Einstellung liegen, welche zumindest in Bali vorwiegend aus der hinduistischen Lehre entspringt. Die anderen Landteile der Republik Indonesien sind verwiegend islamisch, womit wir wohl bemerkt nicht indizieren möchten, dass Leute aus dem Islam weniger freundlich sind. Wohl bemerkt muss hier auch erwähnt werden, dass alle Religionen, welche in Indonesien vorherrschend sind, vor allem aber der Islam und der Hinduismus, freundlich (mit ein paar kleinen Aussetzern) nebeneinander und miteinander leben. Leider kann man dies von anderen Erdteilen nicht behaupten. Doch zurück zu unserem Aufenthalt in Bali.

Wir wurden als am Flughafen abgeholt und ins Ressort gefahren. Bei Ankunft konnten wir kaum glauben, dass wir hier eine Unterkunft gebucht hätten. Am Empfang gab es sogar gratis Wireless Internet. Jedoch mussten wir bald feststellen, dass wir zur Administration der Villa de Daun Anlage gefahren wurden, welche nebst ihren sehr teuren und luxuriösen Villen (die Nacht ab USD 250.00$) noch das Bed & Breakfast administrieren. Aber auch dieses war sehr ansehnlich und wir waren positiv überrascht von der Sauberkeit und dem Stil der Anlage. Wir wurden fast schon überfreundlich begrüsst und es wurde uns ein Upgrade von einem Doppelzimmer in ein Dreierzimmer mit Doppelbett angeboten, da die anderen Zimmer schon besetzt waren. Wir nahmen an und marschierten zum gut 300 Meter weiter vorne liegendem B&B. Das Zimmer wir wirklich sehr schön und wir fühlten uns sehr wohl. Wie es sich im Nachhinein herausstellt, ist Indonesien noch einmal um ein Weiteres billiger als Südamerika grob geschätzt, was uns finanziell sehr entgegen kommt (soweit wir wissen, ist unser Auto immer noch nicht verkauft). Der einzige negative Punkt war der unglaubliche Lärmpegel, den man fortan wohl erdulden musste hier im total überlaufenen Kuta in Bali.

Ich glaube nicht, dass man in Bali für mehr als eine Sekunde irgendwo alleine sein könnte, unabhängig davon, wo man hingeht. Überall ist es voll von Touristen, vor allem aus Europa und Asien, wobei hier wiederum die typischen Reisenden aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Japan vermutlich den Grossanteil ausmachen.

Schon während auf der Fahrt ins Hotel fingen Sebnems Augen an zu leuchten, denn Kuta scheint zumindest für Frauen ein Shoppingparadies zu sein. Ein Laden schmiegt sich an den anderen und buhlt mit Tiefpreisen um die Kundschaft. Um die Leute noch etwas zu animieren, sich in den Laden zu begeben, zieren viele Läden Marken Leuchttafeln mit Aufschriften von Dolce & Gabbana, Gucci oder anderen. Natürlich hat der Inhalt des Ladens wenig mit der Originalware der Markenikonen gemeinsam, aber es scheint die Leute schon anzuziehen. Ich meine, als die Leute vor ein paar Jahren herausgefunden haben, dass man die ach so berühmte braune Louis Vuitton Handtasche in allen Formen in der sehr billig und ziemlich professionell nachgemachten Version in Thailand erwerben konnte, wurde jeder Asienreisende von unzähligen Frauen zu Hause in Europa angefragt, ob er nicht noch Platz hätte, um so eine Handtasche mitzunehmen; Sebnem hat glaub' ich auch eine :). Das Resultat ist heute, dass man im Ausgang in Zürich bei gut 20% der weiblichen Partygänger die braune oder weisse LV Handtasche erblicken kann. Sebnem hatte mich während der Fahrt schon fast erpresst, dass ich dann mit ihr shoppen gehen werde :). Nun, ganz so schlimm war es nicht, aber sie hat sich natürlich eine überaus geschickte Taktik überlegt, wie sie mich dann ohne grosse Überredungskunst auf die gähnend interessante Ladenbesichtigungstour mitnehmen könnte.

Irgendwann konnten wir dann auch einschlafen. Am Morgen wurden wir dann von kreischenden Hähnen, Gehupe der Motorräder und Autos und dem Lauten Diskutieren aus der Nebenstrasse friedlich aus dem Tiefschlaf gerissen. Nachdem wir schon seit langem kein Frühstück mehr im Zimmerpreis inkludiert hatten, genossen wir das eher spärliche Morgenessen im Restaurant beim Bamboo Bed & Breakfast umso mehr. Wie es sich später herausstellte, scheinen die Essportionen im Allgemeinen in Bali eher klein bemessen zu sein; so kann es sein, dass man manchmal zwei Portionen bestellen muss. Wir gingen dann auf unsere erste Shoppingtour und inspizierten ein paar Surfshops, um eventuell ein paar Leibchen billig zu ergattern. Leider Fehlanzeige, jedoch fand Sebnem ein sehr durchdachtes und mit Rollen versehenes Surfbag für zwei Surfbretter, welches nur CHF 120.00 kosten würde. Ich realisierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dies Teil des Plans zu mehr Shopping war :). Obwohl wir noch das blaue hatten, war es doch ziemlich mitgenommen von der langen Reise, seit wir es in Ecuador im letzten Jahr erworben hatten. Ich diskutierte ein wenig mit dem Verantwortlichen des Shops und veranlasste ihn, uns ein neues zu ordern, welches farblich (wir wollen es in schwarz) und funktionell auf unseren Geschmack treffen würde. Es meinte, dass es in zwei Tagen abholfertig sein würde und mit einer 10% Kaution war der Deal abgeschlossen. Danach schlenderten wir in ein paar der Dutzenden von Surfshops, um uns nach den Preisen für Secondhand Surfbretter zu erkunden; ich wollte noch ein oder zwei Bretter kaufen. Aber die Preise sind einfach zu horrend oder die Bretter zu kaputt. Kurz darauf schnappte ich mein Brett und Sebnem und ich steuerten durch die masslos überfüllten Gassen an den Kuta Strand. Wer auch immer jemals geschrieben hat, dass dies ein ansehnlicher Strand sei, muss wohl extrem auf Drogen gewesen sein, denn mit Schönheit hat dieser Strand genau überhaupt nichts zu tun. Dafür gibt's reichlich Wellen und das in kleiner Entfernung. Ich schmiss mich sogleich ins Getümmel (ein paar Hundert Surfer sind schon im Wasser, aber der Strand ist ja auch sehr lange). Die Wellen waren so moderat zu Beginn jedoch bei Gezeitenwechsel gab es ein paar Sets mit gut 2 Meter hohen Wellen, wo dann einige Surfer zurück an den Strand gespült wurden, und nur noch wenige erfahrene Surfer draussen die sehr schönen Wellen reiten konnten. Es hat extrem viele Anfänger im Wasser und es hat Sebnem sehr angespornt, in den nächsten Tagen auch wieder zu surfen. Wir brachten das Surfbrett zurück ins Hostel und gingen in eines der zahlreichen Restaurants. Am Abend wird man typischerweise überall auf den Strassen angesprochen, jedoch wiederholen sich die Gegenstände in jedem zweiten Laden. Die Leute sind im Prinzip super freundlich, fast schon zu überfreundlich. Die Tiere werden auch nett behandelt. Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig in den Strassen herum und checkten ein paar Surfshops aus. Ich suche immer noch ein paar günstige Bretter, die kaufen könnte. Ein Surfshop mit etwas schrägen Typen hat uns dann ein 6'3'' für CHF 100.- angeboten. Aber es war zu übel verarbeitet und schon einmal gebrochen. Die fast schon herzzerreissende Story über die Notwendigkeit der Jungs im Laden unbedingt ein bisschen Geld zu verdienen, damit sie am Wochenende zu ihren Verwandten fahren können, nahm ich ihnen nicht ab. Wie so oft decken wir uns in einem neuen Land mit DVD Filmen ein und hier in Bali war es nicht anders. Wir haben uns etwas zurück gehalten und 20 DVD für CHF gekauft. Wir sind dann nur noch todmüde aufs Bett gelegen und haben uns einen Film angeschaut. Hier muss man noch erwähnen, dass vor allem Sebnem öfters unerklärliche Schmerzen in ihren Knien und Beinen hat; vor allem wenn es etwas kälter wird. Jedoch haltet sie dies nicht davon ab, noch etwas shoppen zu gehen. Sie verlangt oft nach ihrer sehr guten Freundin Moni, denn dann müsste sie mich nicht immer stundenlang überreden, um in die Shops zu gehen. Auch wenn es billig ist, reizt es mich überhaupt nicht in überfüllte Shops zu gehen. Während Sebnem schon fast am Träumen war, entschloss ich mich nochmals hinaus zu gehen, um zu sehen, ob man eine kleine Kulturreise in Bali organisieren könnte, ohne einen der abgedroschenen Angebote annehmen zu müssen. Ich kam dann ins Gespräch mit den zwei ganz jungen Angestellten Sanling und Eric des Villa de Daun Hotels. Ich erklärte ihnen unser Dilemma und fragte sie, ob sie einmal Lust und Zeit hätten, mit uns mit dem Töffli eine Rundreise in Bali zu unternehmen. Die beiden waren ganz enthusiastisch und erklärten mir, dass morgen ihr freier Tag sei und sie uns sehr gerne mehr von Bali zeigen würden. Sie versprachen mir, dass sie am Morgen für uns ein Moped organisieren würden und sich Gedanken machen würden über einen möglichen Tagesausflug. Irgendwie fiel es mir, nach alledem was wir in Südamerika erlebt hatten, sehr schwer, ihnen Glauben zu schenken, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Nachdem sie mir erzählten, dass die Angestellten im Touristenloch Kuta Bali nur gerade 25'000 – 30'000 IDR (rund 3.50 CHF) pro Tag verdienen, erklärte ich ihnen, dass ich bereit wäre, beiden den doppelten Tageslohn als Entschädigung zu bezahlen und alle sonstigen Unkosten, wie Benzin und Essen übernehmen würde. Hier möchte ich noch erwähnen, dass das Hotel, in welchem die beiden Jungs arbeiten Villas anbietet, welche ab rund CHF 300.00 pro Nacht zu haben sind. Wir hatten einen Deal und wir trennten uns glücklich, um die kurze Nacht noch optimal zu nutzen. Ich war glücklich, dass wir nun eine private Tour mit zwei Lokalen machen und diese noch sinnvoll finanziell unterstützen konnten.

Am frühen Morgen um gut Uhr standen wir wie abgemacht auf der Matte und wurden prompt von den zwei Jungs freundlich grinsend und sichtlich glücklich begrüsst. Sie hatten sich unter dessen den Kopf zerbrochen, was man an einem Tag so machen könnte, um möglichst viel von Balis Kultur zu sehen und trotzdem nicht von einem Ort zum andern zu stressen.

Nachdem ich noch kurz unkompliziert ein Moped gemietet hatte (den Automat kriegt man für rund 10 CHF, einen geschalteten kriegt man, sofern man ihn für mehrere Tage mietet für 5 CHF) fuhren wir sodann Richtung Norden durch das Getümmel der engen Strassen in Kuta. Es braucht ein paar Tage, bis man sich einigermassen an den Verkehr auf Balis Strassen gewöhnt hat. Es gibt eigentlich keine fixe Regel, nicht einmal wirklich eine Richtungsweisung für kleine motorisierte Fahrzeuge; der Trick ist einfach, dass man sehr defensiv fährt und wach bleiben muss.

Nachdem wir Kuta verlassen hatten, fuhren ins wunderschöne Herz von Bali. Die Landschaften sind absolut bezaubernd, man fährt weite Strecken an Reisfeldern vorbei und immer wieder fährt man durch kleine Dörfer, welche den typischen balinesischen Baustil der Häuser zeigt und meistens voll von kleinen Hindutempeln sind. Die Leute hier sind überfreundlich und haben immer ein Lächeln bereit.

Wir hätten auf dem Weg zum "Lake Bratan" jede Minute einen Fotostop(p) einlegen können, so schön war die Umgebung. Wir besuchten den Purusada (wenn ich mich richtig erinnere) Tempel, dessen Eintritt uns gut CHF kostete. Diese Tempelanlage beherbergte verschiedene Götterobjekte und wir wurden über die verschiedenen Götter der Hindus, den Gebetsablauf und andere Geschichten informiert. Die Jungs gaben sich ausserordentlich viel Mühe und wir genossen die Lektionen in Hinduismus. Um den Tempel betreten zu können, muss man eine Art Sarong um den Bauch binden und die Frauen dürfen nicht in der Menstruation sein. Am Schluss des Rundganges haben wir noch zusammen traditionell gebetet.

Wir haben danach einen kurzen halt in Sembung gemacht, um wieder voll aufzutanken und um ein paar typische balinesische Süsswaren einzukaufen. Das Gebäck im grünen Blatt eingewickelt hat uns am Besten geschmeckt. Danach erreichten wir nach einer ziemlich steilen Fahrt den Hügel hinauf nach gut zwei Stunden den wunderschönen Lake Bratan mit der Tempelanlage Pura Ulun Danu; der Eintritt wurde uns für CHF gewährt. In unmittelbarer Nähe befindet zudem eine etwas heruntergekommene Mosche. Die Hindus und die Moslems leben in Bali ohne Konflikte miteinander und respektieren sich gegenseitig. Jedenfalls ist das meistens der Fall. Die Geschichte lehrt uns hier eines Besseren und nicht selten gerieten die verschiedenen Religionsgruppen arg aneinander. Aber meistens leben die zwei stark verbreiteten Religionen der Hindus und der Moslems friedlich Seite an Seite.

Wir genossen den sichtlichen Touristenmagneten dieses Sees mit der Tempelanlage, assen unsere Süssigkeiten und machten uns dann wieder von dannen. Fährt man etwas südlich, erreicht man nach kurzer Zeit den „Bali Botanic Garden“, welches eine wunderschöne Anlage ist. Gegründet wurde sie im Jahre 1959. Es gibt eine Hauptstrasse durch den Park und einige Nebenstrassen. Der Hauptstrasse entlang laufend, kommt man an den beiden imposanten Rahwana Jatayu und Kumbarkarna Laga Statuen vorbei (von der antiken Hindu Ramayana Legende). Wir schossen ein paar Fotos mit den sehr detailreichen Kriegerstatuen und liefen weiter zum einzigartigen Kaktus Glasshaus. Das Kaktus Glasshaus war sehr interessant und beinhaltet Dutzende von Spezien, unter anderem aus Afrika, Amerika, Deutschland, der Schweiz und Indonesien. Auf dem Rückweg sind wir durch den Bambuswald gelaufen. Bambus hat hier in Bali verschiedene Gebrauchszwecke: Er wird für Gerichte gebraucht, im Häuserbau dient er zur Stabilisierung, die Leute erstellen damit Haushaltutensilien, es werden auf ausgefeilter Art Fischfallen gebastelt und er dient auch in Form von Musikinstrumenten für religiöse Zeremonien. Im Park ist auch ein perfekt situiertes und nicht gerade preiswertes Guesthouse vorhanden, wenn man wünscht, hier in der Oase der Ruhe und in unmittelbarer Natur bequem zu übernachten.

Der nächste Halt führte uns nach Jatiluwith. Von hier aus hat man eine herausragende Aussicht auf die sehr gepflegten Reisfelder. Leider war das Wetter bei unserer Ankunft nicht optimal, um Fotos schiessen, da es bewölkt warm. Jedoch haben wir unterwegs noch andere Reisfelder fotografiert und so einige präsentierbare Bilder geschossen.
Die Zeit verging wie im Fluge und wir befanden uns schon wieder auf dem Rückweg Richtung Kuta Bali. Obwohl wir distanzmässig nur relativ kurze Strecken zu überwinden hatten, brauchten wir mit unserem Moped über die hügelige Landschaft und mit den unzähligen Fotohalts sehr viel Zeit, aber wir genossen den Ausflug total. Nach den Reisfeldern ging's vorbei an Bilderbuch Landschaften und Dörfer zu einem der Monkey Forests. Gemäss den Jungs gibt es drei Monkey Forests in Bali. Wir gingen in einen weniger besuchten und waren total überrascht, dass es tatsächlich so viele Affen im Wald hat. Normalerweise müsste man Eintritt bezahlen, aber die Jungs kannten einen Hintereingang über eine sehr üble Strasse. Die Affen halten sich hier zu Hunderten auf und haben sogar ihren eigenen Tempel. Achtung: Die cleveren Vierbeiner versuchen alles an sich zu reisen. Wenn man sein Fotoapparat nicht fest in den Händen hält, dann kann man sich davon verabschieden. Sebnem hatte noch ein wenig Süssigkeiten in einer der Taschen übrig. Als sie die Videokamera herausholen wollte, kam die Süssigkeit sichtlich für die neugierigen Viecher zum Vorschein und zwei der Affen hängten an Sebnem und versuchten das Päckchen mit der Süssigkeit wegzuschnappen. Eric kam ihr zur Hilfe und Sebnem lies das Päckchen los; total überrascht und erschrocken. Die Äffchen sind sehr aggressiv, wenn es ums Essen geht.

Da es langsam gegen Sonnuntergang ging, machten wir uns auf den Weg nach Tanah Lot. Hier soll der schönste Sonnenuntergang von ganz Bali stattfinden und schon bei unserer Ankunft, waren wir nicht überrascht, dass sich jeder Tourist dort einfinden würde. Nachdem uns gesagt wurde, dass man CHF für das Parkieren bezahlen müsste für die Motorräder, machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Kuta. Wie kann man es rechtfertigen, soviel für Parkgebühren zu verlangen, wenn auf der anderen Seite die Lokalen teilweise nur CHF pro Tag verdienen. Das macht einfach keinen Sinn, aber wir werden in Zukunft nicht mehr so viel darüber schreiben, denn den meisten Leuten ist es sowieso egal, da die Einsicht uniform die ist, dass wir (da offensichtlich reich) immer jeden Preis bezahlen. Auf dem Heimweg machten wir noch Halt um zusammen Abend zu essen. Roberto hatte Mie Goreng und Sebnem hatte eine Gemüsesuppe. Roberto hatte zwei Portionen :). Die beiden Jungs haben ebenfalls Mie Goreng bestellt. Das Essen war super lecker und kostete weniger als CHF für alle zusammen. Der Unterschied zwischen den Preisen auf dem Lande und der Stadt sind extrem.

Die Strassenverhältnisse und der Verkehr in Bali sind schon ziemlich anstrengend und bei Einbruch der Dunkelheit wird’s ziemlich mühsam. Wir kamen jedoch heil an und Eric machte sich dann bei der Ankunft in Kuta direkt auf den Weg nach Hause zu seiner Frau und dreijährigen Tochter. Wir hingegen verlängerten unseren Aufenthalt um einen Tag und waren kaputt und todmüde!!!

Wir würden dann am nächsten Tag schon Richtung Lombok ziehen, auf der Suche nach schönen Stränden, etwas mehr Ruhe und guten Wellen. Dabei entschlossen wir uns über die Gili Inseln nach Lombok zu gelangen. Leider war die Idee mit den Gili Inseln eher ein Fehltritt, aber dazu mehr im nächsten Bericht.

Es folgt auch noch ein zweiter kleiner Bericht über unsere Ferien in Bali nach dem Aufenthalt in Lombok. Aber hier zuerst einmal die Bilder unseres kleinen ersten Aufenthalts in Bali: